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Pressearchiv 2005

Hamburg, den 12.12.2005

Für eine Kultur des Respekts und der sensiblen Nachdenklichkeit

Evangelische Akademie Hamburg will das protestantische Profil in der Hansestadt schärfen

Hamburg hat wieder eine Evangelische Akademie. Vom kommenden Jahr an bietet die neu gegründete Evangelische Akademie Hamburg Vorträge, Gesprächsrunden, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen auf anspruchsvollem Niveau zu vielfältigen gesellschaftlichen Themen. Damit sollen liberal-protestantische Positionen, die in Hamburg eine lange und bedeutsame Tradition haben, wieder verstärkt in den gesellschaftlichen Diskurs einfließen.

Betreiber der Evangelischen Akademie Hamburg ist der gleichnamige Verein, zu dem sich die fünf Hamburger Hauptkirchen, die Evangelische Stiftung Alsterdorf und das Haus am Schüberg, eine Kultur- und Bildungsstätte im Kirchenkreis Stormarn, zusammengefunden haben. Das neue Akademiekonzept und das Akademieprogramm des ersten Halbjahres 2006 stellte der Verein jetzt der Öffentlichkeit vor.

Anders als die ehemalige Evangelische Akademie Nordelbien agiert die neue Evangelische Akademie Hamburg nicht mit kostenträchtigen, eigens vorgehaltenen Räumen und einem eigenen Personalstamm. Stattdessen stellt die Planungsrunde innerhalb der Akademie sorgfältig das Programm zusammen und entscheidet über dessen Inhalte. Die Veranstaltungen selbst werden in den Räumlichkeiten des jeweils federführenden Akademie-Mitglieds durchgeführt, das auch für die Organisation der jeweiligen Veranstaltung verantwortlich ist.

Mit allen fünf Hamburger Hauptkirchen: St. Michaelis, St. Petri, St. Katharinen, St. Jacobi und St. Nikolai am Klosterstern, dem Haus am Schüberg und der Evangelischen Stiftung Alsterdorf als bedeutendem diakonischen Anbieter sozialer Dienstleistungen wird die künftige Akademiearbeit von maßgeblichen Impulsgebern protestantischer Inhalte in der Hansestadt getragen. Sie gewährleisten, dass nahezu alle relevanten Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in anspruchsvoller Weise thematisiert werden können – von Wirtschaftsfragen bis zur Medizinethik, von Belangen aus Kunst und Theater bis zur Stadtentwicklung.

Alle Veranstaltungen, die den Sprung ins Halbjahresprogramm der Evangelischen Akademie Hamburg schaffen, müssen zuvor einer kritischen Prüfung standhalten. Grundlage für das Akademieangebot, so die Initiatoren, soll in jedem Fall ein einheitlich hohes Niveau der unterschiedlichen Veranstaltungen sein.

„Hamburg ist wie alle anderen großen europäischen Städte inzwischen eine multireligiöse Metropole, geprägt durch ein breites Spektrum christlicher Kirchen und zahlreicher nichtchristlicher Religionsgemeinschaften“, beschreibt Rolf Baumbach, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und Vorsitzender des Vereins Evangelische Akademie Hamburg e.V., die Ausgangssituation für das Projekt. „Derzeit gehören nur noch knapp 35 % der Hamburger Bevölkerung der Nordelbischen Evangelisch–Lutherischen Kirche an. Die Protestanten bilden zwar noch immer die Mehrheit, aber auf minoritärer Basis. Umso mehr kommt es darauf an, der Stimme eines gebildeten Protestantismus im öffentlichen Diskurs der Stadt wieder Gehör zu verschaffen“, erläutert Baumbach die Intention der Initiative von Stiftung und Hauptkirchen.

Moderne komplexe Gesellschaften, so die Akademiegründer, sähen sich vielfältigen Orientierungskrisen ausgesetzt, die fundamentale ethische Fragen aufwerfen.

„Gerade angesichts solcher Fragen will die neue Evangelische Akademie in der Stadt Hamburg eine Kultur des Respekts und der sensiblen Nachdenklichkeit fördern“, sagt Dr. Johann Hinrich Claussen, Propst im Kirchenkreis Alt-Hamburg und zweiter Vorsitzender des Vereins. Im argumentativen, vernünftigen Streit soll um tragfähige Lösungen gerungen werden.

Inhaltlich starten wird die Evangelische Akademie Hamburg mit einer großen Vortrags- und Gesprächsveranstaltung am 6. Januar in der Hauptkirche St. Michaelis. Den Eröffnungsvortrag zum Thema „Die Zukunft des Protestantismus“ wird der Münchener Theologe Prof. Dr. Trutz Rendtorff halten. Rendtorff gilt als ‚Grand Old Man’ der protestantischen Ethik in Deutschland. Er stellt sich im Anschluss an seinen Vortrag, den er erfahrungsgemäß rhetorisch brillant und nicht ohne Provokationen präsentieren wird, den Fragen der Hamburger Kulturjournalistin Marianne Scheuerl (NDR) und des Lübecker Propstes Ralf Meister.

Der Eintritt zum Start der Evangelischen Akademie in der Hauptkirche St. Michaelis ist frei.

Kontakt
Evangelische Stiftung Alsterdorf 
Bereichsleitung Kommunikation
Wolfram Scharenberg
Telefon 0 40.50 77 35 22
Fax 0 40.50 77 35 82
w.scharenberg@alsterdorf.de
www.alsterdorf.de
Geschäftsführung Ev. Akademie Hamburg e.V.
www.eahh.de

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