Pressearchiv 2005
Hamburg, den 06.09.2005
Evangelische Stiftung Alsterdorf stellt positive Entwicklungen vor
Saniert in die Zukunft mit mehr Arbeitsplätzen, innovativen Projekten und Plänen
Die Evangelische Stiftung Alsterdorf beschäftigt in ihren Gesellschaften und Geschäftsbereichen mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als je zuvor in ihrer mehr als 140jährigen Geschichte. Das berichtete der Vorstand der Stiftung heute vor Journalisten. Zu Beginn dieses Jahres hielt der große soziale Unternehmensverbund 3466 Arbeitsplätze vor, 77 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Nach wie vor kann dieses Niveau gehalten werden. Damit ist die Stiftung einer der bedeutenden Arbeitgeber in Hamburg.
Verantwortlich für den erneuten Anstieg der Arbeitsplatzzahlen ist ein Zuwachs in neueren Tochtergesellschaften der Stiftung. So nahm im Jahr 2004 mit der ESA-Catering-St. Pauli GmbH ein neuer integrativer Gastronomiebetrieb seine Arbeit auf. Er unterhält das Restaurant ‚Haus 5’ im ehemaligen Hafenkrankenhaus auf St. Pauli. Beschäftigt sind hier vorrangig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten. Auch die Alsterdorfer Personal-Serviceagentur ‚Careflex’ konnte neue Arbeitsplätze schaffen.
„Gerade in Zeiten, in denen auch im sozialen Bereich immer wieder von Personalabbau die Rede ist, sind wir sehr stolz, in unseren Gesellschaften und Geschäftsbereichen eine so positive Entwicklung präsentieren zu können“, sagte Wolfgang Kraft, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Personalvorstand der Stiftung. „Nicht nur der gegenwärtige Bundestagswahlkampf führt uns täglich vor Augen, welch hohen Stellenwert die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen besitzen.“
Eine Vorreiterstellung nimmt die Evangelische Stiftung Alsterdorf auch in der Einführung neuer, flexibler Tarifsysteme ein. Schon zu Beginn dieses Jahres stellte die Stiftung ihre bisheriges Tarifsystem, den Kirchlichen Angestellten Tarif (KAT), der dem BAT der öffentlichen Hand gleichgestellt war, auf den neu entwickelten Kirchlichen Tarifvertrag Diakonie um. Damit kam die Stiftung auch den Verhandlungen der öffentlichen Arbeitgeber zuvor.
Der neue Tarif verfügt über eine grundlegend veränderte Systematik. Er verzichtet auf die bislang im öffentlichen Dienst üblichen Orts- und Sozialzuschläge und orientiert sich stärker an Qualifikation und Leistung. Dies kommt insbesondere jüngeren qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugute. Für die Beschäftigten, die nach dem neuen Tarif mit Einbußen zu rechnen hatten, handelten Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter langfristige Übergangsregelungen aus.
Grundsätzlich hält die Evangelische Stiftung Alsterdorf, anders als viele andere Träger aus Diakonie und Caritas, auch weiterhin an der Tarifbindung fest. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rolf Baumbach: „Wir halten die Tarifpartnerschaft mit den Gewerkschaften nach wie vor für den transparentesten, richtigen Weg. Ich sehe keinen Grund, in einem diakonischen Unternehmen anders mit den Tarifrechten der Arbeitnehmer umzugehen als in vergleichbaren Industrieunternehmen.“
Die Bilanzsumme der Gesamtstiftung belief sich im Jahr 2004 auf 189,6 Mio. Euro. Mit einem Anstieg des Eigenkapitals um 1,7, Mio. auf insgesamt 48,5 Mio. Euro zeigte sich die Bilanz trotz eines geringen Rückgangs der Bilanzsumme strukturell verbessert.
Mit einem Darlehensverzicht der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Ende des Jahres vertraglich vereinbart wurde, konnte die Stiftung zudem endgültig die letzten Sanierungsverbindlichkeiten lösen. Im Jahr 1995 hatte die Kirche gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg und verschiedenen Gläubigerbanken eine Sanierung der damals wirtschaftlich angeschlagenen Stiftung ermöglicht. Die Sanierung ist somit seit Ende vergangenen Jahres auch formal erfolgreich abgeschlossen. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf zeigt sich heute als wirtschaftlich gesunder Verbund sozialer Dienstleistungsunternehmen.
Zu ihm gehören seit April dieses Jahres zahlreiche einzelne Betriebsführungsgesellschaften. Nahezu alle operativen Geschäftsbereiche, von den unterschiedlichen Assistenzdienstleistungen für Menschen mit Behinderungen über die Arbeits- und Beschäftigungsangebote für Behinderte bis hin zu den Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen der Stiftung formierten sich als wirtschaftlich eigenverantwortliche, gemeinnützige Gesellschaften unter dem Dach des Alsterdorfer Unternehmensverbundes. Damit können sich die einzelnen Arbeitsbereiche auf dem jeweils relevanten Markt besser profilieren. Zudem minimiert die neue Konzernstruktur das wirtschaftliche Risiko für die Gesamtstiftung erheblich.
Zum Verbund der Stiftung zählen auch diverse gewerbliche Gesellschaften. Sie bieten die Möglichkeit zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Von ihnen werden heute Dienstleistungen wie Gebäudereinigung, Facility Management, Catering und vieles mehr erbracht, die auf diese Weise unter dem Dach der Stiftung gehalten werden konnten.
Als außerordentlichen Erfolg bezeichnete Vorstand Wolfgang Kraft die Vereinbarung, die im Juni zwischen der Stiftung und der Hamburger Behörde für Soziales und Familie geschlossen werden konnte. Darin wurde erstmals der Ausbau ambulanter Versorgungsstrukturen für 400 Klientinnen und Klienten zugesichert, die bislang in stationären Einrichtungen der Stiftung gelebt hatten. „Wir können jetzt auch formal die inhaltlich längst begonnenen Konzepte zur Auflösung klassischer Heimstrukturen fortführen“, betonte Kraft die Bedeutung des Vertrages. Der gibt der Stiftung darüber hinaus Planungssicherheit für einen Zeitraum von fünf Jahren bei gleichzeitiger Absenkung der Entgelte für stationäre Assistenzplätze.
Als wesentlich für die Wahrnehmung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in den vergangenen zwei Jahren bezeichnete Vorstandsvorsitzender Rolf Baumbach die Entwicklung des Alsterdorfer Marktes. Mit seiner Eröffnung im Herbst 2003 präsentierte die Stiftung ihr ehemals abgeschottetes Gelände als offenen, sympathischen Mittelpunkt im Stadtteil Alsterdorf. Mittlerweile hat sich der Alsterdorfer Markt mit seinen Läden, Supermärkten, Arztpraxen, der Gastronomie und den kulturellen Veranstaltungen tatsächlich zum Zentrum gemausert. Aktuelle Besucherzahlen belegen dies. Sie übersteigen die Erwartungen der von Hauptmietern am Markt in Auftrag gegebenen Potentialanalysen.
Der charmante Marktplatz auf dem Areal der Stiftung steht auch für Offenheit und alltägliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das gelingt auf dem Alsterdorfer Markt, der im Oktober 2004 als eines der besten neuen Stadtquartiere Europas mit dem DIFA-Special Award ausgezeichnet wurde, fast wie von selbst.
Die Stiftung steht aber immer wieder auch für andere innovative Projekte. So entsteht derzeit in Alsterdorf ein neues Rechenzentrum für it-Dienstleistungen. Es wird betrieben von einer neuen gemeinnützigen Tochtergesellschaft, der ‚it-oss’. Gemeinsam mit einem it-Spezialisten am Markt, der aquinet AG, schafft die Stiftung darin moderne Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen im it-Bereich. Vorgehalten werden hier künftig beispielsweise Datensicherheitslösungen für Banken und Versicherungen.
Mit der ersten ‚Schule unterm Kirchturm’ nahm zu Beginn des neuen Schuljahrs gerade ein innovatives Projekt der Stiftung aus einem gänzlich anderen Bereich seinen Betrieb auf. Als Dependance der erfolgreichen Alsterdorfer Bugenhagen-Schulen agiert sie im Herzen der Paulus-Kirchengemeinde in Hamburg-Hamm als kleine Ganztags-Grundschule mit reformpädagogischen Ansätzen. Weitere ‚Schulen unterm Kirchturm’ sind für 2006 geplant.
Aber auch in weiteren Dienstleistungssektoren möchte die Evangelische Stiftung Alsterdorf ihr Angebot weiter auszubauen. So haben die Verantwortlichen der Stiftung kürzlich bei der Asklepios AG ihr Interesse am Kauf des AK Eilbek angezeigt. Die Klinik des LBK Hamburg soll in absehbarer Zukunft veräußert werden. „Das Krankenhaus mit seinen Schwerpunkten würde gut zu unserem bisherigen medizinischen Angebotskatalog passen“, bekräftigte Vorstand Rolf Baumbach das Alsterdorfer Interesse. „Das haben wir der Geschäftsführung des LBK mitgeteilt und sind neugierig auf den weiteren Fortgang der Gespräche.“
Kontakt
Evangelische Stiftung Alsterdorf
Bereichsleitung Kommunikation
Wolfram Scharenberg
Telefon 0 40.50 77 35 22
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