Pressearchiv 2006
Hamburg, den 31.08.2006
Neues Angebot für Diabetiker im Norden Hamburgs
Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf richtet Fußambulanz ein
Am 31. August startet die neue interdisziplinäre diabetologische Fußambulanz am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf (EKA). Mit diesem Behandlungsangebot wird das gesundheitliche Versorgungsnetz im Norden Hamburgs für Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, entscheidend verbessert.
Jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr wird das Fachteam aus Internisten, Diabetologen und Chirurgen, sowie Podologen und einem orthopädischen Schuhmacher am EKA für Patienten da sein - benötigt wird lediglich eine Überweisung. Eine Voranmeldung unter Telefon 040.5077 3202 ist erwünscht.
In Hamburg leben ca. 87.000 Menschen mit einem ärztlich diagnostizierten Diabetes mellitus. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen mit bisher nicht entdecktem Diabetes. Die schwerwiegenden Hauptgefährdungen des Diabetikers liegen neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen im diabetischen Fußsyndrom.
Bei Diabetes kann es zu Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen kommen, die sich meistens zuerst an den Füßen bemerkbar machen. Verletzungen der Haut werden nicht mehr gespürt, bleiben unerkannt und deshalb oft unversorgt. Besonders problematisch ist das an schlecht zugänglichen Stellen zum Beispiel zwischen den Zehen oder an der Fußsohle. Durch die fehlende Versorgung dieser zunächst kleinen Wunden kann es sehr schnell zu Entzündungen kommen, aus denen sich hartnäckige, tiefe, bis auf den Knochen reichende Geschwüre entwickeln. Somit entsteht ein offener diabetischer Fuß mit möglichen schwerwiegenden Folgen.
Bedrohlichste Komplikation des diabetischen Fußes ist die Amputation. In Deutschland kommt es zu 23-28000 Amputationen pro Jahr, die für die Betroffenen und auch die Angehörigen einen schweren Einschnitt in ihr Leben darstellen. Ein Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür) entsteht bei 2-4 % aller Diabetiker und diese Ulcera sind in hohem Prozentsatz (70-85%) für die Notwendigkeit einer Amputation verantwortlich zu machen.
„Mit der interdisziplinären Fußambulanz können wir einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Zahl der Amputationen deutlich zu verringern, schwere Krankheitsverläufe vermeiden und Klinikaufenthalte reduzieren“ so Dr. Georg Poppele, Chefarzt der Abteilung für innere Erkrankungen im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf. „Es geht uns dabei nicht nur um die Behandlung, sondern auch um die Vorbeugung eines diabetischen Fußes. Auch hier lässt sich viel erreichen, wobei insbesondere die Schulung des Patienten eine große Rolle spielt.“ Auch die Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten ist geplant, die erste Veranstaltung hierzu findet am 27.9.2006 im EKA statt.
Die interdisziplinäre Fußambulanz ist eine Kooperation zwischen der internistischen und der chirurgischen Abteilung des EKA, der diabetologischen Schwerpunktpraxis am Borgweg Dr. Dühr, Dr. Beck und Dr. Pein, der Podologin Helga Uhrbrock und dem Orthopädie-Schuhmacher Oliver Giesow.
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31. August 2006