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Pressearchiv 2006

Hamburg, den 30.08.2006

Heinrich Sengelmann Krankenhaus

10 Jahre Qualifizierter Alkohol- und Medikamentenentzug

Alkohol- und Medikamentensucht sind die am häufigsten auftretenden Abhängigkeitserkrankungen überhaupt. Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren zufolge gibt es in Deutschland 1,7 Millionen alkoholabhängige und 1,5 Millionen medikamentensüchtige Menschen. Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus bietet diesen Kranken seit zehn Jahren erfolgreich einen Qualifizierten Alkohol- und Medikamentenentzug an.  
Bei einem Jubiläumsempfang betonte Dr. Hans Joachim Funke, Neurologe, Psychiater, Psychotherapeut und Ärztlicher Direktor des Heinrich Sengelmann Krankenhauses die Notwendigkeit des Angebots in der psychiatrischen Fachklinik. „Wir wissen heute, dass 30 Prozent der Alkoholkranken auch  an einer psychischen Erkrankung wie der Depression leiden. Ein Entzug kann nur erfolgreich sein, wenn diese Erkrankung mitbehandelt wird.“  Dies gelte auch für die kleinere aber stetig wachsende Gruppe der Patienten, die medikamenten-abhängig ist, so Funke. „Durch die hohe Gabe von Anxiolytika bei der Allgemeinbevölkerung kommt es leider immer häufiger zu einer Medikamentenabhängigkeit. Meist sind es Frauen, deren Abhängigkeit sich aus einer Krankheit entwickelt hat.“


25 Plätze stehen auf Station B für den Qualifizierten Alkohol- und Medikamentenentzug zur Verfügung, 600 Patienten werden jährlich aufgenommen.  „Wir leisten hier Entgiftung und Motivationsarbeit für ein abstinentes Leben“, erklärt Dr. Alexander von Berghes, Leitender Oberarzt der Abteilung für Suchtmedizin. Zum Therapiekonzept der Station B gehört eine klare Tages- und Wochenstruktur, ein medikamenten-gestützter Entzug, Gruppengespräche und psychologische Einzelgespräche sowie Holz-, Garten-, Sport- und Ergotherapie. Was das Therapieangebot so besonders macht, ist die differenzierte Mischung von schulmedizinischen mit naturheilkundlichen Methoden zur Förderung der Selbstheilungskräfte.


Viele Patienten benötigen mehrere Anläufe, um dem Teufelkreis des Alkohols zu entkommen und manche schaffen es nie. Für Stationsleiterin Heike Schwab ist besonders wichtig, „diese Menschen positiv anzunehmen und sie auch dann freundlich und respektvoll zu begrüßen, wenn sie das zweite oder dritte Mal zum qualifizierten Entzug kommen.“  In jedem Fall  sei es notwendig, schon während des Klinikaufenthaltes mit Patienten und Angehörigen zu klären, welche Schritte zur Stabilisierung eingeleitet werden müssen.


Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit einem Versorgungsauftrag für den Kreis Stormarn und die Freie und Hansestadt Hamburg. Zudem ist die Klinik Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg. 40 Jahre Erfahrung haben eine Behandlungskultur der sanften Psychiatrie geprägt. Das Krankenhaus gehört zusammen mit dem Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf zum Unternehmensverbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.


 


Kontakt

Medizinische Gesellschaften der Evangelischen Stiftung Alsterdorf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kathrin Herbst
Telefon 0 40.50 77 39 65
Fax 0 40.50 77 87 39 65
k.herbst@alsterdorf.de
30. August 2006

 

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