Pressearchiv 2007
Hamburg, den 03.10.2007
Evangelische Schule der Stiftung feiert Jubiläum
140 Jahre Alsterdorfer Bugenhagen-Schule
Mit Festgottesdienst und Empfang, Schulgottesdiensten für alle knapp 1000 Schülerinnen und Schüler und einer Festwoche begeht die Bugenhagen-Schule der Evangelischen Stiftung Alsterdorf im Oktober ihr Jubiläum. Die evangelische Schule mit ihrem Grund- Gesamt- und Förderschulzweig wird 140 Jahre alt. Neben ihrem Hauptstandort in Alsterdorf zählen zur Bugenhagen-Schule mittlerweile Dependancen in Hamm, Eppendorf, Groß Flottbek und Altona.
Entstanden ist die Schule der Evangelischen Stiftung Alsterdorf im Jahr 1867 als Anstaltsschule. Vier Jahre nachdem Stiftungsgründer Heinrich Matthias Sengelmann sich mit behinderten und sozial schwachen Kindern in Alsterdorf angesiedelt hatte, nahm er die Notwendigkeit auf, für die schnell wachsende Gruppe der Kinder und Jugendlichen regelmäßigen Unterricht anzubieten. Eine eigene Alsterdorfer Schule entstand, die sich im Lauf der Jahrzehnte zur Heimsonderschule entwickelte.
Zu Beginn der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts stand die Bugenhagen-Schule in ihrer damaligen Form vor dem Aus. Grundlegende Ansätze der Behindertenhilfe, auch der Begleitung von behinderten Kindern, hatten sich gewandelt. Der Bedarf an klassischen Heimsonderschulen ging stark zurück. Für die Bugenhagen-Schule war das die Chance, Konzepte und Wirkungsweise grundlegend neu zu entwickeln. Die Schule öffnete sich und wurde zur Schule für alle Kinder. Sie war bald eine evangelische Schule, die immer mehr Eltern für ihre Kinder wählten. Zunächst gelang der Wandel im Grundschulbereich, später kam die Gesamtschule bis zur zehnten Klasse hinzu. Mittlerweile können Jugendliche auf der Alsterdorfer Bugenhagen-Schule auch ihr Abitur machen.
Heute genießt die Bugenhagen-Schule mit ihren Außenstellen in Hamburger Stadtteilen, den kleinen ‚Schulen unterm Kirchturm’, beste Reputation. Grundlegendes Prinzip ist stets das integrative Lernen. In allen Lerngruppen arbeiten Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam.
Alle Teile der Alsterdorfer Schule agieren mit identischem Schulkonzept. Mit ihrem evangelischen Profil und dem reformpädagogischen Konzept werden sie unter Hamburger Eltern und Schülern immer begehrter. Insbesondere für die Grundschulklassen melden in jedem Jahr rund dreimal so viele Eltern ihre Kinder an, wie Schulplätze zur Verfügung stehen.
Sowohl am Standort Alsterdorf als auch an den Schul- Dependancen in den Hamburger Stadtteilen gewöhnen sich die Mädchen und Jungen schnell an eine besondere Form des Lernens. Es richtet sich stets nach dem einzelnen Kind. Seine individuellen Fähigkeiten und Bedarfe stehen im Mittelpunkt. Jedes Kind soll sich frei entfalten und erhält genau die Förderung, die es benötigt.
Besonderer Wert wird auf das Erlernen sozialer Kompetenzen gelegt. Die Kinder und Jugendlichen lernen, Konflikte zu bewältigen, ohne dabei Gewalt als probates Mittel zu sehen. Von Anfang an setzen die Lehrkräfte auf Teamfähigkeit. Große Teile des Lernens spielen sich in Gruppen ab. Diese sind zudem mittlerweile altersgemischt. Jahrgangsübergreifender Unterricht, jeweils über drei Jahrgangsstufen, wird in der Bugenhagen-Schule inzwischen mit großem Erfolg praktiziert.
Und auch Religion spielt eine besondere Rolle. Der christliche Glaube mit seinen Orientierungen, seiner Offenheit und Neugierde für andere wird für die Kinder im Schulleben erfahrbar. Allerdings können immer auch Mädchen und Jungen mit einer anderen oder ganz ohne Konfession die Schule besuchen. Sie müssen lediglich die Offenheit mitbringen, an allen gemeinsamen Schulveranstaltungen teilzunehmen.
Zur Attraktivität der Schule trägt auch ihr umfassendes Angebot bei. Die evangelische Schule ist eine Ganztagsschule. Somit entzerren sich Unterrichtssituationen, gemeinsame Aktionen können sich auf den ganzen Tag ausdehnen. Insbesondere für berufstätige Mütter ist diese Form von besonderer Bedeutung, zumal auch für einen Teil der Ferienzeit eine Betreuung der Kinder angeboten wird.
Das monatliche Schulgeld an der Alsterdorfer Schule beträgt zur Zeit 120 Euro. Hinzu kommen 50 Euro für das tägliche gemeinsame Mittagessen. An allen Standorten wird jedoch auch bei Bedarf ganz oder teilweise Schulgeldbefreiung gewährt. So soll keinem Kind aus wirtschaftlichen Gründen der Besuch an der Bugenhagen-Schule verwehrt werden.
Alle knapp 1000 Kinder und Jugendliche werden jetzt das Jubiläum ihrer Schule gemeinsam feiern. Die Feierlichkeiten beginnen am Freitag mit gemeinsamen Schulgottesdiensten in einem extra aufgestellten Zirkuszelt und der schuleigenen Turnhalle. Nach dem offiziellen Festakt am Sonnabend treffen sich die Schülerinnen und Schüler in der nächsten Woche statt zum regulären Unterricht zu Aktionen und Projektangeboten. Die reichen von der Geschichtswerkstatt zu den vergangenen 140 Jahren bis zum Zirkus-Workshop und gemeinsamen Sponsoren-Lauf.
Termine:
5.-11. Oktober, Festwoche 140 Jahre Bugenhagen-Schule
6. Oktober, 11 Uhr: Festgottesdienst und Empfang,
Kirche St. Nicolaus, Sengelmannstraße/ Aula Schule
Kontakt
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