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Das Leid anerkennen

Auftaktveranstaltung der Stiftung »Anerkennung und Hilfe«


v.l.n.r.:Dr. Melanie Leonhard, Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Hanne Stiefvater, Vorstand Ev. Stiftung Alsterdorf, Renate Voss, Dr. Ulrike Winkler, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, Dr. Dirk Mellies, BASFI v.l.n.r.:Dr. Melanie Leonhard, Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Hanne Stiefvater, Vorstand Ev. Stiftung Alsterdorf, Renate Voss, Dr. Ulrike Winkler, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, Dr. Dirk Mellies, BASFI

»Die haben uns behandelt wie Gefangene« – unter dieser Überschrift stand die Auftaktveranstaltung zur ›Anerkennung der Opfer von Gewalt und Unrecht in der Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie‹, zu der die Evangelische Stiftung Alsterdorf und die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) der Freien und Hansestadt Hamburg in die Kulturküche auf dem Alsterdorfer Markt eingeladen hatten.

 

Zahlreiche Menschen mit Behinderung haben in den Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Kinder-und Jugendpsychiatrie in den 1950er-1970er-Jahren Leid und Unrecht erlebt, darunter körperliche Züchtigungen, sexuelle Übergriffe, Isolierung, Fixierung, Demütigungen oder Medikation zur Ruhigstellung.

 

Die neue Stiftung »Anerkennung und Hilfe« der Bundesregierung, der Kirchen und der Bundesländer hat das Ziel, dieses Unrecht öffentlich anzuerkennen, die damaligen Geschehnisse wissenschaftlich weiter aufzuarbeiten und die Betroffenen bei der Bewältigung der Folgewirkungen zu unterstützen.

 

Das Leid der Opfer anerkennen

»Viele Betroffene leiden noch heute an den seelischen und körperlichen Folgen des damals Erlebten. Es ist wichtig, dass dieses Leid und Unrecht nun endlich als solches anerkannt wird und Betroffene zügig eine Unterstützungsleistung erhalten, « betonte Senatorin Dr. Melanie Leonhard zum Auftakt der Veranstaltung.

 

Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, entschuldigte sich bei allen, die in den damaligen Alsterdorfer Anstalten Leid erfahren haben. Gleichzeitig unterstrich er, dass die Wunden von damals nicht mit Geld zu heilen sind und gerade deshalb eine sorgfältige Aufarbeitung dieser Geschehnisse verpflichtend sei.

 

Zutiefst bewegt waren die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung von den Schilderungen zweier früherer Bewohner der Alsterdorfer Anstalten, Renate Voss und Werner Boyens, die im Gespräch mit Dr. Michael Wunder, Leiter des Beratungszentrums Alsterdorf, über ihre Erlebnisse und ihr jahrelanges Leiden berichteten.

 

Welche Unterstützung bietet die Stiftung »Anerkennung und Hilfe« den Betroffenen:

Die Unterstützungsleistung der Stiftung »Anerkennung und Hilfe« besteht aus einem einmaligen Pauschalbetrag in Höhe von 9.000 € zum selbstbestimmten Einsatz. Zusätzlich erhalten Opfer, die gearbeitet haben und für die keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden, abhängig von der Arbeitsdauer eine Einmalzahlung von 3.000 € bis 5.000 €.

 

Betroffene, die in Hamburg wohnen, können sich bis zum 31. Dezember 2019 bei der Anlauf- und Beratungsstelle im Versorgungsamt Hamburg melden:

 

Adolph-Schönfelder-Straße 5
22083 Hamburg

Telefon: 040 115 (Mo-Fr 7:00-19:00 Uhr)
E-Mail: stiftung-anerkennung-hilfe@basfi.hamburg.de

 

Weiterführende Informationen gibt es auf der bundesweiten Webseite www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de.

Erstellungsdatum Donnerstag, 23. März 2017
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Hans Georg Krings
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0 40.50 77 34 83
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de
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