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200 Jahre Heinrich Matthias Sengelmann, Teil 3

Abschied von St. Michaelis - Pastor Sengelmann legt sein Pfarramt nieder


St. Michaelis und Pastor Heinrich Matthias Sengelmann - Foto von St. Michaelis mit freundlicher Genehmigung deren Kirchenarchivs St. Michaelis und Pastor Heinrich Matthias Sengelmann - Foto von St. Michaelis mit freundlicher Genehmigung deren Kirchenarchivs

Am 30. April 1867 kehrte Heinrich Matthias Sengelmann der Hauptkirche St. Michaelis nach 14 Jahren endgültig den Rücken zu und widmete sich als Direktor und Vorstandsvorsitzender ausschließlich seiner Arbeit in den Alsterdorfer Anstalten.

 

Mehrbelastung und kirchliche Konflikte

Vor allem die hohe Arbeitsbelastung führte letztlich zu dem Entschluss, die Gemeinde St. Michaelis zu verlassen, denn mit dem Großen Brand im Jahr 1842, der die Häuser rund um die Pfarrbezirke St. Petri und St. Nicolai zerstörte, verlagerte sich die Bevölkerung nach St. Michaelis. Ein Umzug zurück in die alten Quartiere war nur Wenigen möglich, denn beim Wiederaufbau entstanden größtenteils Kontor- und Lagerhäuser. So litten viele Menschen, die in der Kirchengemeinde St. Michaelis lebten, unter den teils menschenunwürdigen Wohnverhältnissen. Zudem führte der wirtschaftliche Aufschwung Hamburgs zu einem raschen Bevölkerungswachstum. Für die rund 50.000 Menschen, die im Bezirk lebten, waren lediglich vier Geistliche verantwortlich. Neben dem Amt als Pastor und den damit verbundenen Pflichten, kümmerte sich Sengelmann weiterhin um seine „Pfleglinge“ im Haus Schönbrunn sowie um das Nicolai-Stift, leistete seelsorgerische Arbeit, besuchte die Armenschulen im Pfarrbezirk und bemühte sich um eine Reformierung der Kirche. Fast jeden Sonntag hielt Sengelmann eine Predigt, nachmittags führte er manchmal zusätzlich bis zu 20 Trauungen und Taufen durch, betreute mehrere Konfirmand*innengruppen; er gestaltete die Liturgie und Abendgottesdienste. Diese Gottesdienste geschahen gegen den Willen der Kirche. Generell stand seine theologische und seelsorgerische Ansicht eines Pfarramts, der der kirchlichen Wirklichkeit gegenüber; Sengelmanns Vorstellungen zu einer Trennung von Kirche und Staat stießen permanent auf Kritik.

 

Rückkehr zur Arbeit in den Alsterdorfer Anstalten

Im Oktober 1866 entschied sich Sengelmann schließlich dazu, dem Senat das Ende seines Pfarramtes mitzuteilen. Nicht nur die kirchlichen Konflikte und die kräftezehrende Gemeindearbeit belasteten den Pastor, auch private Schicksalsschläge, wie der Tod seiner Mutter in 1863 veranlassten ihn zum Gehen. Außerdem zeichnete sich die Expansion der Alsterdorfer Anstalten ab, sodass er zusammen mit seiner Frau, Jenny Sengelmann, zurück auf das Anstaltsgelände zog und dort seiner Passion, der Arbeit mit geistig, körperlich und seelisch behinderten Kindern nachging.

 

Mehr Infos zur Person Heinrich Matthias Sengelmann, seinem Wirken und seiner Bedeutung für die Stiftung gibt es ab sofort zum Nachlesen unter: www.sengelmann-alsterdorf.de

Erstellungsdatum 30.04.2021
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Öffentlichkeitsarbeit
Hans Georg Krings
Telefon: 040 50773483
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de