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Auf dieser schiefen Ebene …

Neubearbeitung der Dokumentation über die ehemaligen Alsterdorfer Anstalten in der NS-Zeit vorgestellt


V.l.n.r.: Hans-Stephan Haas, Michael Wunder und Harald Jenner freuen sich über die Neuauflage des Buches V.l.n.r.: Hans-Stephan Haas, Michael Wunder und Harald Jenner freuen sich über die Neuauflage des Buches

1987 erschien erstmals die Arbeit von Michael Wunder, Ingrid Genkel und Harald Jenner zur Geschichte der Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus. In dieser Woche, am Gedenktag der Reichsprogromnacht wurde die erweiterte Neuauflage der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Viele Angehörige von Alsterdorfer Euthanasieopfern und Wegbegleiterinnen waren zur Pressekonferenz gekommen auf der die Autoren Dr. Michael Wunder und Dr. Harald Jenner die Neuauflage vorstellten. Die dritte Autorin Dr. Ingrid Jenkel musste leider krankheitsbedingt absagen. Für den Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, der die Buchvorstellung moderierte, war es ein bedeutsamer Moment: »Für mich ist das Besondere, dass wir mit der Neuerscheinung des Buches »Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr« mit den Angehörigen der Opfer gemeinsam dieses Gedenken gestalten können.«

 

Bereits die ersten Auflagen des Buches, die schnell vergriffen waren, sorgten für bundesweites Interesse. Die jetzt vorgelegte Neuauflage bezieht nicht nur neue Forschungserkenntnisse mit ein, sondern dokumentiert unter der Überschrift »Kultur des Gedenkens« den Umgang mit der Geschichte in Alsterdorf seit dem  ersten Erscheinen des Buches. Dazu Dr. Michael Wunder: »Einer der Schwerpunkte der Neubearbeitung sind die Schicksale der Opfer: Menschen mit Behinderung, deren Lebens-und Leidensweg zum Teil bis in die Tötungsanstalten verfolgt wird. Hier konnten wir durch neu zugängliche Aktenbestände viele Wege der Menschen aus Alsterdorf in die Vernichtungsanstalten nachzeichnen.«

 

Gerade die Darstellung von persönlichen Schicksalen der Opfer, aber auch der Angehörigen und Familien sei ein besonderer Verdienst der Neuauflage unterstrich auch Ingrid Körner. Die Hamburger Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen verwies in diesem Zusammenhang auf ein neues Projekt des Hamburger Senats, das es sich zum Ziel gesetzt habe, alle Schicksale der Hamburger Euthanasie Opfer zu dokumentieren.

 

Der Tag endete mit einem beeindruckenden Konzert mit dem Titel Verfemte Musik verfemter Künstler. Mit Werken verfolgter jüdischer Komponisten«. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tonkünstlerverband wurden in der Alsterdorfer St. Nicolaus Kirche Werke u.a. von Weinberg, Hindemith und Krenek, jeweils mit einer kurzen Einführung zu Leben und Werk, vorgestellt. In der Konzertpause gedachten die Gäste am Mahnmal auf dem Stiftungsgelände der 26 jüdischen Alsterdorfer Euthanasieopfer, deren Namen nach einem Gebet durch Martin Kindermann (jüdische Gemeinde Pinneberg) von Schülerinnen der Bugenhagenschule Alsterdorf verlesen wurden.

 

Die erweitere Neuauflage des Buches ;Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr‹ erhalten hier Sie beim Kohlhammer Verlag, oder im Buchhandel: ›Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr‹, ISBN-Nr: 978-3-17-031532-7

Erstellungsdatum Donnerstag, 10. November 2016
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Hans Georg Krings
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0 40.50 77 34 83
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de
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