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Eltern-Kind-Klinik: Neubau eröffnet

Schutzraum zum Aufbau stabiler Beziehungen


v.l.: Dr. Christian Fricke, Tim Pohl, Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Dr. Gabriele Garz, Michael Schmitz, Cornelia Prüfer-Storcks, Dr. Catrin Mautner, Ulrich Scheibel v.l.: Dr. Christian Fricke, Tim Pohl, Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Dr. Gabriele Garz, Michael Schmitz, Cornelia Prüfer-Storcks, Dr. Catrin Mautner, Ulrich Scheibel

Mehr als 120 Gäste feierten die Eröffnung des Neubaus für die interdisziplinäre Behandlung von psychisch kranken Kindern und ihren ebenfalls erkrankten Müttern oder Vätern. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks würdigte das innovative Behandlungskonzept, das Modell ist für Kliniken in ganz Deutschland. Die Gäste zeigten sich beeindruckt: Nicht nur von den ansprechenden Räumlichkeiten, sondern vor allem von dem Konzept, das der Behandlung zugrunde liegt.

 

Ulrich Scheibel, Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, betonte, dass die Stiftung sich für innovative und inklusive Angebote einsetze – die gemeinsame Behandlung von Eltern und Kindern mit psychischen Erkrankungen sei ein sehr gutes Beispiel dafür. Dabei arbeiten die beiden Fachbereich Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie eng zusammen. Erprobt wurde das im EKA schon in einem Modellprojekt seit 2009. Durch die Finanzierung des Hamburger Senats mit 4,2 Millionen Euro wurde jetzt der Neubau ermöglicht. Dafür dankte Ulrich Scheibel Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: »Wir verstehen diese Förderung auch als Anerkennung unserer Arbeit.« Außerdem dankte er den Spenderinnen und Spendern, die mit insgesamt 170.000 Euro zusätzliches Therapiematerial und ergänzende Ausstattung ermöglichten.

 

Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks freute sich über das innovative Versorgungsangebot, das in dieser Form einmalig in Deutschland ist. »Leiden Eltern unter psychischen Erkrankungen, geht das meist auch an den Kindern nicht spurlos vorbei. Um den Kindern und ihren Eltern wirksam zu helfen, brauchen sie eine gemeinsame Therapiemöglichkeit. Die Nachfrage ist groß.«

 

Mit Strophen aus einem Lied von Bettina Wegner «Sind so klein die Hände« verstand Michael Schmitz, Geschäftsführer des EKA, die Not der kleinen Patienten vor Augen zu führen. »Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei, darf man niemals quälen, gehn‹ kaputt dabei.« Die kleinen Patienten kämen mit schwierigen Erfahrungen in die Klinik. Das Zuhause, das für andere Kinder Geborgenheit bedeute, sei für sie Stress. Angst und Unsicherheit belasteten Kinder und auch ihre oft überforderten Eltern. Die Klinik sei ein »Zuhause auf Zeit, ein Ort, an dem man stationär medizinisch versorgt wird, aber auch Luft holen kann, um zu schauen, wie es besser weitergeht. Um die Beziehung zu stärken und eine Perspektive für den Alltag zu entwickeln.«

 

Was geschieht nun genau in der Eltern-Kind-Klinik? Das schilderten die Expertinnen und Experten. Chefärztin Dr. Catrin Mautner und Oberärztin Dr. Sabine Domin beleuchteten zunächst den wissenschaftlichen und medizinischen Hintergrund. Grundsätzlich bedeute die Elternschaft immer einen Einschnitt, der zu einer psychischen Krise führen könne. Den hohen Anforderungen des Berufs »Mutter« könne nicht jede Frau genügen. Die Folge: Schuldgefühle und Selbstzweifel, Probleme im Umgang mit dem Kind, im gesamten Familienleben.

 

Für das interdisziplinäre therapeutische Team gaben Dr. Sabine Domin und Annekatrin Thies, Leitende Psychologin, einen Einblick in das Behandlungskonzept. Die Klinik biete einen Schutzraum für Eltern und Kinder, in dem sie mit Hilfe der Therapeutinnen und Therapeuten lernen, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Die Ergebnisse der bisherigen Arbeit bestätigten, dass viele Eltern und Kinder ihre Beziehung stabilisieren und so mit guten Voraussetzungen für ein gelingendes Familienleben nach Hause gehen.

 

Den Segen sprach Prof. Hanns-Stephan Haas, Vorstandsvorsitzender der ESA. Er verband damit die Bitte, dass gute Impulse von der Eltern-Kind-Klinik ausgehen, so dass sich das Leben der Menschen zum Guten wandele.

 

Beim Rundgang durch den Neubau waren die Gäste von den Räumen angetan: Ihnen gefiel der schlichte skandinavische Stil mit klarem Farbkonzept – ganz bewusst hatte man keine bunte »Kindergartenumgebung« geschaffen, um auch den Erwachsenen ein ansprechendes Umfeld zu bieten. Acht Appartements mit großzügigem Bad gestatten eine Rückzugsmöglichkeit in privater Umgebung, die Gemeinschaftsräume laden zum Miteinander ein. Auch Schulzimmer sind eingerichtet, denn bei einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt lernen die Kinder mit speziell fortgebildeten Lehrkräften in kleinen Gruppen, um später den Anschluss zu finden. Hohen Stellenwert haben auch Küche und Esszimmer. Die gemeinsamen Mahlzeiten gelten als Teil der Therapie: Normalität einüben.

 

Am kommenden Montag geht es richtig los: Dann werden die ersten Patienten die neuen Räume beziehen.

Erstellungsdatum Freitag, 19. Januar 2018
Kontaktinfos Evangl. Krankenhaus Alsterdorf
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Marion Förster
Elisabeth-Flügge-Str. 1
22337 Hamburg
Telefon: 0 40.50 77 39 65
Mobil: 01 73.2 48 19 42
E-Mail: m.foerster@eka.alsterdorf.de
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