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Erinnerung an die Opfer der Medizinverbrechen im Nationalsozialismus


Gang durch die Ausstellung mit: (v.l.) Dr. Dorothee Stapelfeldt, Prof. Dr. Philipp Osten, Dr. Michael Wunder und Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus Gang durch die Ausstellung mit: (v.l.) Dr. Dorothee Stapelfeldt, Prof. Dr. Philipp Osten, Dr. Michael Wunder und Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus

„Die Opfer des Nationalsozialismus sind nicht länger ausgegrenzt und die Täter nicht länger makellos“ -  Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.

 

Mit einem Senatsempfang mit rund 200 Gästen wurde heute die neue Dauerausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“ im Medizinhistorischen Museum im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eröffnet und das „Hamburger Gedenkbuch Euthanasie. Die Toten 1939-1945“ der Öffentlichkeit präsentiert. Es enthält die Namen von mehr als 4.700 Frauen, Männern und Kindern, die im Zuge der NS-Euthanasie getötet wurden. Das Buch vermittelt einen Eindruck von dem Ausmaß an Willkür und Gewalt, denen schutz- und hilfsbedürftige Menschen in der NS-Zeit ausgesetzt waren.

 

Auf Initiative der Senatskanzlei hatte ein Arbeitskreis unter Leitung von Dr. Michael Wunder und Dr. Harald Jenner (beide Evangelische Stiftung Alsterdorf) mit Vertretern verschiedener Institutionen und Ehrenamtlicher ein Konzept zum Gedenken an die Opfer der im Nationalsozialismus in Hamburg verübten Morde an kranken und behinderten Menschen erarbeitet.

 

Im nächsten Jahr werden zur Erinnerung an die Opfer Gedenkstelen auf dem Gelände der Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll als dem zentralen Ort der staatlich organisierten Euthanasie-Verbrechen in Hamburg eingeweiht. Damit wurde eine große  Lücke in der Aufarbeitung der Verbrechen der NS-Zeit geschlossen.

 

Zusätzlich ist heute die Website www.hamburger-euthanasie-opfer.de online gegangen, die über die Verbrechen aufklärt und weitere Informationen bereithält.

 

Die Ausstellung erinnert an Hamburger Opfer der NS-Euthanasie, der Zwangssterilisationen und Humanexperimente im Nationalsozialismus und thematisiert die Verantwortung der Wissenschaften für die Herleitung eines an Eugenik, Rassenideologie und Produktivität orientierten Menschenbildes. Die Verbrechen wurden in Amtsstuben, Gerichten, Universitäten konzipiert und von Ärzten, Pastoren und Juristen durchgeführt. Jedem Opfer einen Namen: Mit dem „Hamburger Gedenkbuch Euthanasie. Die Toten 1939-1945“ ehrt Hamburg mehr als 4.700 Frauen, Männer und Kinder, die im Zuge der NS-Euthanasie getötet wurden. Das Buch vermittelt einen Eindruck von dem Ausmaß an Willkür und Gewalt, denen schutz- und hilfsbedürftige Menschen in der NS-Zeit ausgesetzt waren.

 

Der Arbeitskreis setzt sich zusammen aus Vertretern der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, der Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll, dem Medizinhistorischen Museum im UKE, der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, der Landeszentrale für politische Bildung, der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, der Behörde für Kultur und Medien, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie als Ehrenamtliche Hildegard Thevs. Das Gesamtprojekt wurde durch die ZEIT-Stiftung, die Joachim Herz-Stiftung und aus Mitteln der Senatskanzlei finanziert.

Erstellungsdatum Mittwoch, 22. November 2017
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Hans Georg Krings
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0 40.50 77 34 83
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de
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