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Segeln inklusiv - da geht noch was!

Die elfjährige Noa segelte mit ihrem Vater bei der ersten inklusiven Weltmeisterschaft auf der Alster mit.


Noa und ihr Vater Gregor Ronig, Foto: Sven Jürgensen Noa und ihr Vater Gregor Ronig, Foto: Sven Jürgensen

Noa, die die Bugenhagenschule Alsterdorf besucht, ist keine Anfängerin beim Thema Segeln. Zusammen mit Ihrem Vater Gregor Ronig, einem erfahrenen und leidenschaftlichen Segler, ist sie schon einige Regatten gesegelt. „Es macht mir einfach Spaß mit Papa zu segeln“, freut sich Noa. Und das geht ihrem Vater nicht anders. Wegen ihres Down-Syndroms hat sie einen Schwerbehinderten-Ausweis.

 

 


Großes Engagement und neue Boote

 

Gregor Ronig unterstützt den Norddeutschen Regattaverein (NRV) schon lange und befürwortet die Öffnung hin zu inklusivem Segeln und setzt sich dafür auch ein. Die Idee zu dieser ersten inklusiven Segel-WM setzte der auf Segelsport spezialisierte Fotograf Sven Jürgensen gemeinsam mit dem Norddeutschen Regattaverein (NRV) und mit Unterstützung von World Sailing (Weltverband aller Segelsportarten) um: Menschen mit und ohne Behinderung segeln in Zweier-Teams um den Sieg. Für die WM kaufte der Verein sechs neukonstruierte Kielboote der Klasse S\V 14. Eine besondere Technik gleicht bei stärkerem Wind Schräglagen des Bootes aus. Das Boot ist sehr sicher, kann nicht kentern und ist so konstruiert, um möglichst vielen Handicaps gerecht zu werden. „Es wird schon in Serie gebaut – mit dem Ziel, eine bundesweite Initiative mit weiteren Vereinen ins Leben zu rufen. Je mehr Vereine die Boote nutzen, umso mehr inklusive Segelaktivitäten sind möglich. Hierzu kooperieren wir in Hamburg mit Segelvereinen und schieben auch gerade eine Kooperation auf Bundesebene an“, schildert Sven Jürgensen. Der NRV wird im Rahmen seiner Inklusionsoffensive mit finanzieller Unterstützung von Senat, Bezirk und Hamburger Sportbund im Frühjahr 2021 seine Steganlage an der Schönen Aussicht barrierefrei umbauen.


Abenteuer inklusive Segel-WM

Ihr Vater und auch das besondere Boot geben Noa Sicherheit und mit großer Selbstverständlichkeit setzt sie das Vorsegel. In ihrem Schalensitz sitzt sie sicher und der Gurt gibt ihr den entsprechenden Halt. Es ist aber auch eine Herausforderung für beide: „Am Tag der Segel-WM waren es nur zehn Grad und Regen. Und während des Segelns konnte ich Noa nicht sehen, sie saß ja vor mir in ihrem Sitz. Da musste ich rufen: ‚Noa guck mich mal an!‘ - um zu wissen, wie es ihr geht. Vor der WM haben wir fünf- bis sechsmal trainiert, sodass Noa weiß, was sie machen muss“, schildert Gregor Ronig die Situation. Für Noa ist diese Teilnahme an der WM ein schönes Abenteuer und eine Sportart, die sie mit Begeisterung für sich entdeckt. Stolz ist sie über den sechsten Platz, den sie mit ihrem Vater bei der ersten inklusiven Segel-WM erreicht hat. Und bei der Siegerehrung wirkt Dr. Thilo von Trott, Vorstandsmitglied der Evangelischen Stiftung Alsterdorf - unter anderem für den Bereich Bildung zuständig mit. Er freute sich besonders über die Teilnahme und den sechsten Platz vom Team Noa.

Am Tag nach der WM sagte Noa: „Papa, komm, jetzt fahren wir raus!“ Da wusste Gregor Ronig, dass alles gut war und sie Spaß hatte. Für Gregor Ronig ist diese WM ein weiterer Meilenstein, Inklusion in auch im Sport zu leben und damit ein Bewusstsein dafür in der Öffentlichkeit zu schaffen: „Ich würde mich freuen, wenn es eine weitere inklusive Segel-WM geben würde.“


Der NRV ermöglicht inklusives Segeln

Nicht nur Noa profitiert von diesen neuen Möglichkeiten. Der NRV wird sogar einen Kran installieren, um bewegungseingeschränkte Segler*innen ins Boot zu heben. Senior*innen aus dem Verein waren so begeistert von dieser Aussicht, wieder segeln zu können, dass sie spontan zusagten, ein Boot zu stiften. Also segeln inklusiv – da passiert was!

Erstellungsdatum 28.10.2020
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Öffentlichkeitsarbeit
Hans Georg Krings
Telefon: 040 50773483
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de