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Unglaublich, aber wahr: Neun Jahre Bismarck Seniorenstift

In kleiner Runde wurde das Jubiläum des Seniorenstifts gefeiert.


Foto: Dr. Dagmar Lekebusch Foto: Dr. Dagmar Lekebusch

Eine Feier zum 9-jährigen Jubiläum? Aber ja! Denn im Bismarck Seniorenstift in Reinbek herrschte Einigkeit: Gerade in ungewöhnlichen Zeiten, müssen ungewöhnliche Feste gefeiert werden und das Bestehen des Hauses seit 2011 ist ein solcher Anlass!

 

Und so begann der 1. September am Morgen mit einem abwechslungsreichen Konzert der „Russischen Birke“. An an vier Stationen rund um das Haus gaben die Musikerinnen ein Potpourri aus deutschen und russischen Volkweisen zum Besten. Nicht nur ihre Darbietung erfreute die Bewohner*innen, sondern auch ihre leuchtend roten folkloristischen Kostüme.


Wiederum bei strahlendem Sonnenschein konnte am Nachmittag die Feierstunde beginnen, nachdem die Bewohner*innen zur Kaffeezeit Eis mit Schlagsahne kredenzt hatten. Besonders große Freude bereiteten den Bewohner*innen und dem Team die Ehrengäste aus Alsterdorf, die die Einladung zu dieser Feier sofort angenommen hatten: Die Vorstände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas und Thilo von Trott aus Hamburg.

  

Eröffnet wurde die besondere Stunde von der Einrichtungsleitung Regina Bargmann, die betonte, dass es ihr ganz wichtig sei, die momentane schwere Zeit einmal hinter sich zu lassen und zu feiern, dass das Bismarck Seniorenstift in den letzten Jahren für viele Menschen zu einem Zuhause geworden ist.

 

Nach diesen Grußworten wurden die Bewohner*innen, die sich auf der Terrasse und im Eingangsbereich – mit entsprechendem Abstand – eingefunden hatten, mit einer besonderen Aktion überrascht: Für jede Bewohnerin, für jeden Bewohner wurde ein Ballon vom Wind in den Sonnenschein geschickt. Es sah nicht nur wunderschön aus, sondern gleich am nächsten Morgen erhielt das Haus eine Rückmeldung von einer Bauernfamilie an der Elbe, die die Ballons auf ihrem Feld gefunden hatte und Grüße per Email nach Reinbek sandte: „Richten sie schöne Grüße an ihre Senioren aus. Vielleicht ist es für diese eine kleine Freude, dass wir die Ballons und auch die daran befestigten Wunsch- und Erinnerungskarten gefunden haben.“

 


Im Anschluss an die luftige Ballonüberraschung begrüßte Thilo von Trott alle Gäste und überbrachte herzliche Grüße aus Alsterdorf sowie der Geschäftsführerin Karin Helmer aus Kiel. Seinen besonderen Dank richtete von Trott an die zahlreichen Spender, wie die Georg & Jürgen Rickertsen-Stiftung, die Volksbank, die Haspa, die Firma Reemtsma und die vielen privaten Spender, die von Beginn an das Bismarck Seniorenstift bedenken und dadurch bereits viele Projekte, Kulturveranstaltungen und u.a. Tiertherapie möglich gemacht haben.

 

Der Flötist Hartmut Ledeboer leitete dann mit Querflöte zur Andacht über, die Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas in seiner Funktion als Theologe hielt. „Wir waren natürlich sehr verwundert, zu einem 9-jährigen Jubiläum eingeladen zu werden“, so Haas. „Doch sehr schnell erkannte ich, dass die Zahl neun auch in der Bibel von besonderer Bedeutung ist. Denn 3 x 3 ist 9 und dies steht für das vollkommen Himmlische, das Heilige und das göttliche Bewusstsein. Und was könnte daher passender sein, als den 9. Geburtstag des Bismarck Seniorenstifts zu feiern?“ Hanns-Stephan Haas ermunterte die Zuhörer*innen, Vollkommenheit im Alltäglichen zu suchen. Dies dürfen, nach seinen Worten, auch unperfekte sowie unspektakuläre Situationen und Erlebnisse sein. Der Theologe berichtete in diesem Zusammenhang von seiner Pilgerreise auf dem Jakobsweg, die ihm vor Augen führte, wie klein Vollkommenheit sein kann und wie ihm dies das Spiel eines Dudelsackspielers in einem einsamen Tal zeigte.

 

Das mit Querflöte vorgetragene Kirchenlied „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ schaffte die Möglichkeit, die Gedankenanstöße in sich wirken zu lassen und die im Lied benannte Lerche und Nachtigall durch das Flötenspiel vor dem inneren Auge sehen zu können. Es folgte eine Zeit der Stille. Es wurde den Menschen gedacht, die im Bismarck Seniorenstift auf Zeit ein neues Zuhause oder eine Arbeitsstelle gefunden haben. Mit ihnen wurde viel erlebt, es wurde mit ihnen gelacht und auch geweint. Sie haben viel dazu beigetragen, das Bismarck Seniorenstift zu dem zu machen, was es heute ist. Den Abschluss fand die Andacht in einem Gebet, das zwei langjährige Bewohner des Hauses, die namentlich nicht genannt werden möchten, für den 1. September verfasst haben:

 

„Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist: Danke für die Beschützungen dieses Hauses in allen Jahren. Danke für die Menschen, die für ihren letzten Lebensabschnitt hier Zeit für das Wesentliche gefunden haben und die kleine Freuden am Wegesrand genießen dürfen. Danke für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich trotz eigener Gefährdung für uns Bewohner unermüdlich einsetzen. Du mögest es ihnen vergelten. Danke für die großartige Leitungsebene, die Freunde und Förderer, schenke ihnen Weisheit und Weitsicht. Herr bleibe bei uns, dann hats nicht Not, Du bist das wahre Lebensbrot.“


Mit Dudelsackmusik von Jacob von Eyck, einem blinden Utrechter Musiker aus dem 17. Jahrhundert, welcher mit seinem Spiel auf dem Kirchhof die Menschen erfreute, ging die Feierstunde ihrem Ende entgegen. Der Nachmittag klang nach Austausch und anregenden Gesprächen aus. Und es herrschte einhellig die Meinung: Diese „unrunde“ Feier hat gezeigt, dass Feste gefeiert werden sollten, so wie sie fallen! Und eines steht fest: Das 10-jährige Jubiläum im nächsten Jahr wird ganz bestimmt ebenfalls gebührend begangen werden!


Diese „unrunde“ Feier hätte nicht stattfinden können, wenn nicht viele Hände mitgewirkt hätten. Daher ein Dankeschön an alle Gestalter*innen innerhalb des Bismarck Seniorenstifts sowie an Frank Pegelow, der an diesem Nachmittag ehrenamtlich als Tontechniker agierte und die technische Ausstattung hierfür zur Verfügung stellte.

 

Text und Fotos: Dr. Dagmar Lekebusch

Erstellungsdatum 08.09.2020
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Ingo Briechel
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 040 5077 3796
E-Mail: ingo.briechel@alsterdorf.de