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Verschub des Altarbildes aus St. Nicolaus

Unsere Geschichte tritt sichtbar hervor


Nach gut 2 1/2 Stunden war es vollbracht - echte Handhandarbeit vor imposanter Kulisse: Nachdem in der vergangenen Woche die Rückwand der Kirche, auf deren Innenseite das umstrittene Altarbild von 1938 aufgebracht ist, mit einer diamantbesetzten Trennscheibe aus dem Kirchenbau von St. Nicolaus geschnitten wurde, erfolgte gestern der Verschub des 50 Tonnen schweren Konstrukts aus Steinwand und stählerner Stützeinrichtung. Rund 1 Meter 50 ragt es nun aus der Kirche heraus.

 

Was ist der Grund für den Verschub des Altarbildes?
Die ausgrenzende Aussage des Altarbildes sowie dessen Entstehung in der Zeit der Verstrickung der damaligen Alsterdorfer Anstalten in den Nationalsozialismus beeinträchtigte bis heute die liturgische Nutzung der Kirche in hohem Maße. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf setzt sich schon seit vielen Jahren offen und kritisch mit ihrer Geschichte auseinander. Daher soll das Altarbild nicht versteckt, sondern bewusst in die Öffentlichkeit – „ans Licht“ – gebracht werden. Es wird künftig das zentrale Element eines Lern- und Gedenkorts bilden, der direkt neben St. Nicolaus entsteht.

 

Doch zurück zum gestrigen Tag: Die millimetergenauen Verschub-Arbeiten erfolgten manuell. Zwei Mitarbeiter der mit der sogenannten Translozierung (dem Versetzen) beauftragten Spezialfirma drehten im Gleichklang an zentimeterstarken Stahlgewinden, die mit dem Aufbau verbunden waren. Auf bereits vor Wochen einbetonierten Stahlschienen wurde die Kirchenwand so langsam aus St. Nicolaus gezogen. Auch die ESA-Vorstände Hanne Stiefvater, Dr. Thilo von Trott und Ulrich Scheibel ließen es sich nicht nehmen, den denkwürdigen Moment des Verschub-Beginns mitzuerleben. So wurden sie Zeugen vom Einfall der ersten Lichtstrahlen, die nach dem Zumauern des bis 1937 vorhandenen Kirchenfensters nun wieder in den Innenraum der Kirche fielen.

 

In den nächsten Tagen bekommt die freistehende Kirchenwand mit dem Altarbild einen Witterungsschutz und es wird ein Ringbalken betoniert, der wiederum in ein Stahlprofil eingefasst wird. Beides wird die Wand statisch halten, bevor sie dann voraussichtlich Ende Mai 2021 mit Hilfe eines 500 Tonnen schweren Lastkrans in die Grube des zukünftigen Lern- und Gedenkortes vor St. Nicolaus abgesenkt wird.

Erstellungsdatum 16.04.2021
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Öffentlichkeitsarbeit
Hans Georg Krings
Telefon: 040 50773483
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de