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Versetzen des Altarbildes

Spektakulärer Kran-Einsatz an der Baustelle der Kirche St. Nicolaus


Versetzen des Altarbild in den Lern- und Gedenkort - Fotos: Axel Nordmeier Versetzen des Altarbild in den Lern- und Gedenkort - Fotos: Axel Nordmeier

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen zur Translozierung, also dem Versetzen des Altarbildes der Kirche St. Nicolaus. Am 19. April wurde die Kirchenwand mit dem darauf befindlichen Gemälde bereits mit einer diamantbesetzten Trennscheibe aus dem Kirchenbau von St. Nicolaus herausgeschnitten und um 1,5m verschoben. Seitdem fieberten Vorstand, Mitarbeitende und alle am Projekt Beteiligten auf diesen einen Moment hin: das Versenken der Kirchenwand im neuen Lern- und Gedenkort.

 

Gründe der Translozierung

Zum 50-jährigen Bestehen der Kirche St. Nicolaus im Jahre 1938 wurde das ursprüngliche Fenster an der Ostseite der Kirche herausgeschlagen, zugemauert und durch ein problematisches Wandbild ersetzt. Es zeigt den gekreuzigten Jesus Christus, zu dessen Füßen sich 15 Menschen befinden – zwölf von ihnen tragen einen Heiligenschein, drei nicht. „Diese ausgrenzende Aussage des Altarbildes sowie dessen Entstehung in der Zeit der unsäglichen Verstrickung der damaligen Alsterdorfer Anstalten in den Nationalsozialismus beeinträchtigte bis heute die gesamte Nutzung der Kirche in hohem Maße“, sagt Hanne Stiefvater, Vorständin der ESA. „Die Evangelische Stiftung Alsterdorf setzt sich schon seit vielen Jahren offen und kritisch mit ihrer Geschichte auseinander. So entstand auch der Entschluss, im Zusammenhang mit der bevorstehenden Renovierung der Kirche das Altarbild aus der Kirche zu entfernen. Es sollte dabei nicht versteckt, sondern bewusst in die Öffentlichkeit – ‚ans Licht‘ – gebracht werden.“

 

Anheben, Drehen und Versenken des Altarbildes

Am 26. Mai wurde das Wandbild dann endgültig aus dessen Verankerung gelöst; ein gewaltiger Kran hob das 58 Tonnen schwere Konstrukt an, drehte es um 180 Grad und positionierte es letztlich vor der Kirche St. Nicolaus. Künftig schützt eine Verglasung das Altarbild vor der Witterung und rundherum werden an dem Ort des Lernens und Gedenkens Infotafeln und Vitrinen platziert, sodass eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stiftung ermöglicht wird.

Text: Nadine Wagner, Fotos: Axel Nordmeier

Erstellungsdatum 27.05.2021
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Öffentlichkeitsarbeit
Ingo Briechel
Telefon: 040 50773483
E-Mail: ingo.briechel@alsterdorf.de