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Vorstandsempfang im Zeichen der Reformation

300 Gäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft erlebten einen musikalischen »Luther-Leckerbissen«.


Linke Seite: Die Vorstände Prof. Hanns-Stephan Haas, Ulrich Scheibel, Hanne Stiefvater und Dr. Thilo von Trott begrüßen die Gäste Linke Seite: Die Vorstände Prof. Hanns-Stephan Haas, Ulrich Scheibel, Hanne Stiefvater und Dr. Thilo von Trott begrüßen die Gäste

Vorstandsvorsitzender Pastor Prof. Hanns-Stephan Haas begrüßte die Gäste und zeichnete ein durchaus ambivalentes Bild der Reformationsbewegung. »Schön wäre es wenn Reformation ein GPS-System sein würde, geschaffen, um stets den richtigen Weg zu finden und um die Kirche und die Diakonie auf Zielkurs zu halten. So wie damals vor 500 Jahren die Reformation den Weg wies aus den dunklen Geschäften des Ablasshandelns, aus dem Missbrauch kirchlicher Macht und Prunksucht, aus den Ängsten der Menschen vor Hölle, Tod und Teufel. Aber schon damals war sie getrübt von den Grenzen der Zeit und von den Verblendungen ihrer Protagonisten.«

 

Reformatoren sind keine Heiligen
Auch Luther beschrieb er als widersprüchlich: »Luthers Leidenschaft zum Beispiel galt der Direktverbindung zwischen Gott und Mensch. Kein »Makler« sollte sich dazwischen schalten und seine Provision ziehen können. Im Kielwasser dieser Leidenschaft wurde jeder Mensch gleichwürdig und zugleich unendlich wichtig. Aber In seiner Lebensmitte verbreitete er extreme antisemitische Schriften, sprach Menschen mit Behinderung das Menschsein ab und machte mit den weltlichen Obrigkeiten gemeinsame Sache, um die Bauernaufstände brutal niederzuschlagen.«

 

Daueraufmerksamkeit als Luther-Effekt
Abschließend betonte Haas die Bedeutung der Reformation für die heutige Zeit: »Sie ist nüchtern gesehen, ein Ereignis in der Geschichte der Menschen, keine Offenbarung Gottes, aber damit für uns heute, 500 Jahre später, alles andere als bedeutungslos. Ein »Luther-Effekt« dieser Erkenntnis ist die wachsende Daueraufmerksamkeit, dort wo Menschen um ihre Rechte gebracht und reduziert werden auf ihre Behinderung oder Krankheit, statt sie, und uns alle, als das zu sehen, was wir in Gottes Augen längst sind: Liebesunikate.«

 

Abschließend bedankte sich Haas bei allen, die den Empfang möglich gemacht haben, besonders auch bei den Sponsoren, die wieder einmal dafür gesorgt haben, dass kein Cent für diesen Abend der eigentlichen Arbeit der Stiftung verloren geht: akquinet AG, Auto Wichert GmbH, Bank für Sozialwirtschaft AG, Bogdol GmbH, Hamburger Volksbank.

 

Luther-Oratorium swingt
Mit einer musikalischen Note leiteten dann die Solisten Sophie Berner und Frank Winkels, gemeinsam mit dem Komponisten des Lutheroratoriums Dieter Falk, in den zweiten Teil des Abend über und präsentierten stimmungsvoll Auszüge aus der Produktion, so dass die zahlreichen Empfangsgäste sehr bald mitsangen.

 

Beim anschließenden Get-together wurden deftige Speisen in Anlehnung an Luthers früheren Speisezettel geboten.

 
Fotos: Arndt Streckwall

Erstellungsdatum Mittwoch, 31. Mai 2017
Kontaktinfos Evangelische Stiftung Alsterdorf
Hans Georg Krings
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0 40.50 77 34 83
E-Mail: h.krings@alsterdorf.de
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