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Zum Beispiel - Dierk Nethling

Erzieher im tagewerk.alsterdorfer markt der alsterdorf assistenz west

 

Alsterdorf Warum arbeiten Sie hier?

 

Dierk Nethling Bei meiner jetzigen Arbeit fasziniert mich, dass Menschen mit teilweise hohem Unterstützungsbedarf mit vielen Menschen aus der Nachbarschaft, mit Kunden und Besuchern des Alsterdorfer Marktes in Kontakt kommen. Das schaffen wir, indem wir Dienstleistungsangebote der unterschiedlichsten Art machen. Das ist eine Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht. Und dies ist auch genau das, was ich machen möchte.

 

Alsterdorf Über welche Stationen sind Sie nach Alsterdorf gekommen?

 

Dierk Nethling Bevor ich als Erzieher in die Stiftung Alsterdorf kam, habe ich in einem Kindertagesheim gearbeitet.

Während meines Zivildienstes in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung hatte ich gemerkt, dass diese Aufgabe mich begeistert und ich einen guten Draht zu den Menschen aufbauen kann. Deshalb habe ich mich in Alsterdorf beworben.

Ich begann im sogenannten »Wachsaal« und bin über mehrere Stationen hier gelandet. Wenn ich so zurückschaue, dann habe ich alle sieben Jahre den Arbeitsbereich gewechselt. Mittlerweile bin ich seit 30 Jahren in der Stiftung.

Was die Arbeit am Markt angeht, bin ich von Beginn an dabei. Wir haben hier eine große Entwicklung gemacht. Erst haben wir als Interventionsteams gearbeitet, dann im Informationsstudio und jetzt im Tagewerk Alte Küche.

 

Alsterdorf Was hat sie über die Jahre motiviert, ihre Tätigkeit hier auszuüben?

 

Dierk Nethling Mich haben die unterschiedlichen Aufgaben motiviert. Wenn ich irgendwann das Gefühl hatte, jetzt muss ich etwas anderes machen, konnte ich mich neuen Aufgaben stellen, von der Arbeit in den Wohngruppen, über Leitungsfunktionen bis hierhin zum Tagewerk. Mein Interesse liegt darin die Arbeit hier weiterzuentwickeln und auszubauen. Das motiviert mich sehr. Zwar sind die Aufgaben gewachsen, die Arbeit ist mehr geworden, aber der Wandel macht Spaß, und die Herausforderungen sind spannend. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern, zum Beispiel mit einem Autohaus, wo wir Geländepflege machen.

 

Alsterdorf Was sind aktuelle Herausforderungen?

 

Dierk Nethling Herausfordernd ist die Umsetzung und Verwirklichung von Ideen und Verabredungen zur Weiterentwicklung. Also, das geht mir häufig viel zu langsam. Die Bereiche wissen von einander zu wenig. Das gilt für Bereiche innerhalb einer Tochtergesellschaft, aber auch gesellschaftsübergreifend. Hier kann man noch einiges verbessern.

 

Alsterdorf Welche Wünsche oder Hoffnungen haben Sie?

 

Dierk Nethling Ich wünsche mir, dass wir auf dem Stiftungsgelände keine speziellen Wohnangebote mehr für Menschen mit Behinderung haben, sondern eine konsequente Durchmischung erreichen können. So, wie das mir als Radfahrer geht, wenn ich in anderen Stadtteilen viele Menschen wiedertreffe, die dort leben und die ich hier von meiner Arbeit in Alsterdorf kenne. Ansonsten muss ich sagen, dass wir auf einem guten Weg sind.

 

Alsterdorf Spielt es für Sie persönlich eine Rolle, dass wir eine diakonische Stiftung sind?

 

Dierk Nethling Als ich herkam gar nicht. Das hat sich aber bei mir im Laufe der Jahre geändert. Ich komme aus einem Elternhaus, wo die Kirche keine Rolle spielte. Durch die Arbeit habe ich mich selber weiterentwickelt. Es kamen Anstöße, mich mehr mit dem Thema Kirche auseinander zu setzen.

 

Alsterdorf Sofern Sie die Frage aus heutiger Sicht beantworten können, würden Sie den eingeschlagenen beruflichen Weg nochmals gehen?

 

Dierk Nethling Ja, das würde ich machen. Neben Tagen, die ein jeder kennt, wo nichts richtig zusammenläuft, komme ich eigentlich jeden Tag hier gerne zur Arbeit. Sicherlich trägt dazu bei, dass ich in den vielen Jahren meiner Tätigkeit immer darauf geachtet habe, eine gewisse Distanz zum Arbeitsalltag zu halten. In meiner Freizeit habe ich mir immer Ausgleiche geschaffen und habe zwischen Arbeit und Privatheit getrennt. Dies ist meiner Meinung nach eine gute Grundlage, um seine Motivation, seine Neugierde auf Weiterentwicklung und neue Projekte und das Interesse an den Menschen zu erhalten.