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Digitales Service-Angebot rund um die Uhr

 

 

Jeder Mensch mit Behinderung hat ein Anrecht auf Teilhabe an Digitalisierung. Digitale Kommunikation kann anknüpfen und wertvolle Hilfestellungen bieten, um die Selbstständigkeit, das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität zu stärken.

 

Im Rahmen eines Pilotprojekts in dem Wohn- und Assistenzangebot Farmsen-Berne der alsterdorf assistenz ost gGmbH wird zurzeit ein videogestütztes Serviceangebot für Menschen mit Behinderung getestet. Neben der herkömmlichen, unmittelbaren und persönlichen Unterstützung durch Assistent*innen soll die Video-Assistenz dabei unterstützen, den Menschen mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu ermöglichen. Mithilfe der Video-Assistenz können Klient*innen 1:1 über ein Tablet, ein Smartphone oder einen Computer mit speziell geschulten Assistenten*innen in Kontakt treten. Das Pilotprojekt finanziert sich bisher noch aus Spendenmitteln.

 

Mehrwert für beide Seiten

Durch die 24-stündige Erreichbarkeit der Videoassistenz haben Klient*innen jederzeit die Möglichkeit, Unterstützung und Hilfe zu erhalten. Dadurch sind sie nicht auf ihre fest vereinbarten Assistenzzeiten angewiesen, da einzelne Unterstützungsleistungen digital und mit geringem Aufwand angeleitet werden können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben. „Für die Menschen mit Behinderung bringt der 24-stündige Service den großen Vorteil, dass sie immer dann Unterstützung erhalten, wenn sie Hilfe benötigen oder ein Gespräch suchen – etwa in akuten „Krisensituationen“, sagt Lena Grote, die das Projekt leitet. „Zudem kann das digitale Angebot ein wertvoller Begleiter, insbesondere auch in der Coronazeit, sein, die für einzelne Klient*innen aufgrund der Kontakteinschränkungen zu sozialer Isolation führen kann.“

 

Die Idee der digitalen Assistenz kommt aus den Niederlanden. Hier wurde das Angebot bereits umgesetzt und wird von verschiedenen Trägern der Eingliederungshilfe intensiv genutzt. Basis ist die App „DigiContact“, die durch visuelle Klarheit und eine Reduzierung der Funktionen und Bedienmuster für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen leicht bedienbar ist.

 

Speziell angepasste Software

Für die Anwendung im Assistenzbereich ist die Software besonders gut geeignet, da die Oberfläche und die Bedienbarkeit auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen angepasst sind. Dies zeigt sich in einer visuell sehr klaren Benutzeroberfläche und einfachen Bedienfunktionen.

 

Testphase

Momentan befindet sich das Projekt in der Testphase und es wird mit der niederländischen Version „DigiContact“ gearbeitet. Im weiteren Verlauf sind aber Übersetzung und Neugestaltung der Oberfläche geplant. Klient*innen des Pilotstandorts in Farmsen-Berne werden, wenn keine eigenen Geräte vorhanden sind, leihweise mit Hardware ausgestattet und die Klient*innen und Assistent*innen werden in der Nutzung der Hard- und Software geschult.

Zusätzlich erhalten Assistent*innen Schulungseinheiten für das professionelle Verhalten vor der Kamera, zur Bedienung der Hard- und Software, zur Dokumentation sowie zum Umgang mit Krisensituationen. Vorteile der Nutzung sind:

 

Kurzfristig

  • Psychische Stabilisierung
  • Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten
  • Besseres Verständnis für die getroffenen Maßnahmen und Einschränkungen
  • Hilfe im Umgang mit der aktuellen Situation

Mittel- bis langfristig

  • Zuwachs an Selbstständigkeit und Sicherheit
  • Stärkung von sozialen Beziehungen und des Selbstwertgefühls
  • Gesellschaftliche Akzeptanz

 

Evaluation und Zukunftsaussicht

Am Ende der Testphase wird zum einen die Software und zum anderen der daraus resultierende Mehrwert für Klient*innen evaluiert. Zudem ist im Projektzeitraum eine sukzessive Erweiterung der Nutzer*innen geplant, zunächst in Wohn-und Assistenzangeboten der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Langfristig soll es aber auch möglich sein, dass Klient*innen außerhalb der ESA von der Videoassistenz profitieren.

  

Wie Sie unterstützen können

Bisher ist Videoassistenz kein Bestandteil der Regelfinanzierung und kann nicht aus Mitteln der Eingliederungshilfe finanziert werden, daher benötigt das Projekt Spendenmittel, beispielsweise für: WLAN-Ausstattung, Bereitstellung der Hardware und Personelle Ressourcen für den Aufbau und die Implementierung.

 

Ein Video zum Projekt finden Sie auf in unserem YouTube Kanal.

 

 

  

Dieses Projekt ist ein Spendenprojekt.
Projektleitung: Lena Grote
Telefon: 01709167512
E-Mail: digiContact@alsterdorf-assistenz-ost.de