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Sport

Judith

Als Judith zu den »Turnmäusen« kam, hat sie kaum gesprochen. Die Siebenjährige, die mit einem Down-Syndrom zur Welt kam, war sehr zurückhaltend und hatte noch nie zuvor Sport gemacht. Ihr Selbstbewusstsein war gering und sie traute sich kaum etwas zu.

 

Anfangs wollte sie nur zuschauen und hat nicht mitgemacht. Durch die Ermutigung der Trainer und der anderen Kinder traute sich Judith dann mit der Zeit immer mehr zu. Sie hat langsam die Übungen mitgemacht und ist immer mutiger geworden.

 

Heute nach anderthalb Jahren ist Judith kaum wiederzuerkennen. Sie redet und lacht viel mit den anderen Kindern, hat neue Freunde gefunden und sich zu einer richtigen Sportskanone entwickelt.

Nur 3 Prozent der im Hamburger Sportbund organisierten Sportvereine bieten für Menschen mit Handicap gleichberechtigt Sport an. Das wollen wir ändern. Mit unserem Sportlotsen-Konzept bauen wir Brücken zwischen den Sportvereinen und den Menschen mit Handicap.

Die Herausforderung

Es gibt viel zu wenig inklusive Sportangebote in Hamburg! In lediglich 24 von 819 im Hamburger Sportbund organisierten Sportvereinen können Menschen mit und ohne Handicap gleichberechtigt Sport treiben.* Durch das geringe Angebot sind diese Vereine zudem meist nicht wohnortnah. Das stellt für viele Kinder mit Handicap und deren Familien eine unüberwindbare Hürde dar – und hält viele vom Sporttreiben ab!

 

Darüber hinaus trauen sich Menschen mit Handicap oftmals nicht in die Sportvereine, da sie eine Ablehnung befürchten oder einfach nicht wissen, welche Sportart zu ihnen passt. Die Folge: Sportvereine erkennen den tatsächlichen Bedarf nicht – und bieten weiterhin keine inklusiven Kurse an.

 

* Quelle: Hamburger Sportbund, 5.6.2018

Unser Ansatz

Wir möchten, dass Menschen mit Handicap selbstverständlich und gleichberechtigt an den Sportangeboten in Hamburg teilhaben können. Um ihnen den Zugang zu möglichst vielen wohnortnahen und niedrigschwelligen inklusiven Sportangeboten zu ermöglichen, gestalten wir gemeinsam mit den Hamburger Sportbund und den Sportvereinen entsprechende Kurse und Angebote. Dafür setzen wir ab 2019 einen »Sportlotsen« ein, der als Netzwerker und Bindeglied zwischen den Menschen mit Handicap und den Hamburger Sportbund fungiert. Er ermittelt den Bedarf, stellt die Verbindungen her und initiiert inklusive Sportangebote!

Die Wirkung

In den beiden letzten Jahren konnten wir in Alsterdorf sieben neue inklusive Sportkurse für ca. 100 Kinder realisieren. Darunter sind Klettern, Tanzen, Wheel Soccer, Turnen und Trampolin. Alles sind niedrigschwellige Sportangebote ohne jeglichen Leistungsdruck. Nur so kommen die Kids in die Kurse.

Für viele Kinder bedeutet es, endlich am sportlichen Leben teilhaben können. Sie finden neue Freunde und entdecken, wieviel Spaß die gemeinsame Bewegung macht. Sport fördert ihre Gesundheit, stärkt das Selbstvertrauen, vermittelt neue Fähigkeiten und trägt zum sozialen Lernen bei.

 

In den nächsten sechs Jahren wollen wir 1000 Menschen mit Behinderung in Bewegung bringen. Das bedeutet, dass wir 10-12 neue Angebote im Jahr schaffen werden, darunter auch viele Kurse für Kinder und Jugendliche.

Alle Angebote, die wir für den Bereich Inklusiven Sport entwickeln sind aus Spenden oder Eigenmitteln finanziert, da wir dafür keine Regelfinanzierung bekommen.

Beispiele für spendenfinanzierte Projekte

Inklusive Sportkurse

Aufgrund der großen Nachfrage wollen wir in der Barakiel-Halle weitere inklusive Kinder-Sportkurse für Trampolinspringen, Tanzen und Klettern anbieten.

 

Schwimmkurse

Für Kinder aus sozial schwachen Familien möchten wir Schwimmkurse anbieten, da es an vielen Schulen nicht mehr im Sportunterricht stattfindet.

Name und Alter haben wir zum Schutz der Personen in der Geschichte geändert. Das Foto ist ein beispielhaftes Motiv.