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  • 2003 - heute
Neue Wege 1990-2003
150-jähriges Bestehen

Und heute?

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf befindet sich in einem grundlegenden Veränderungsprozess – die einstige Anstalt existiert nicht mehr. Heute steht der Mensch mit seinen ihm eigenen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Die Dienstleistungen richten sich aus an den individuellen Bedürfnissen. Die Stiftung ist im jeweiligen Quartier aktiv, vor Ort, da wo Menschen eine auf sie zugeschnittene Unterstützung brauchen – an mehr als 190 Standorten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
In den vergangenen Jahren konnte die Evangelische Stiftung Alsterdorf ihre Angebote auf allen Arbeitsfeldern kontinuierlich ausbauen. Tochtergesellschaften der Stiftung halten vielfältige Assistenzangebote bereit– in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung und Beschäftigung, Freizeit und Pflege sowohl im stationären oder ambulanten Bereich. Dazu kommen im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf und im Heinrich-Sengelmann Krankenhaus über 600 Krankenhausbetten zum Beispiel in den Bereichen Epilepsie, Orthopädie und Psychiatrie. Im Werner Otto Institut, einem Zentrum für Frühförderung und Frühdiagnostik vom Kleinkindalter an, werden jedes Jahr über 5.800 kleine Patienten behandelt.
Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben, steht dabei im Mittelpunkt.
Deshalb hat die Stiftung 2010 auch das Quartiersentwicklungsprojekt Q8 gestartet. Q8 möchte die Entwicklung der Quartiere so unterstützen, dass die Menschen dort selbstbestimmt leben können. Bis ins hohe Alter. Mit oder ohne Handicap. Richtungsweisend ist auch hier die UN-Behindertenrechtskonvention. Sie setzt sich dafür ein, dass die Benachteiligung von Menschen mit Handicap aufhört und diese als vollwertige Bürger der Gesellschaft anerkannt werden.

Diakonisch aus gutem Grund

Bei der heutigen Fülle der Anbieter im Rahmen der Behindertenhilfe kommt dem freiheitlich-protestantischen Profil der Stiftung eine immer größere Bedeutung zu. Für uns bedeutet das: Jeder Mensch, ganz gleich mit welchen Fähigkeiten ausgestattet, ist ein Ebenbild Gottes und verdient es, in seiner Einzigartigkeit gefördert zu werden. Auch heute noch findet Ausgrenzung statt. Menschen werden in Gruppen klassifiziert, etwa in ›behindert‹ oder ›nicht behindert‹, ›jung‹ oder ›alt‹, ›krank‹ oder ›gesund‹‚ ›arm‹ oder ›reich‹, ›hochbegabt‹ oder ›lernbehindert‹. Und damit wird eine automatische Bewertung vorgenommen. Diese grenzziehende Denkweise auszuhebeln und stattdessen Menschen zusammenzuführen, weil wir alle gleichermaßen Teil der göttlichen Schöpfung sind – dafür tritt die Stiftung ein.

In die Gesellschaft hinein wirken

Die Modernisierung und die damit verbundene Öffnung des Stiftungsgeländes ist ein deutlicher Schritt – weg von der Anstalt – hin zu einem neuen Zentrum für den Hamburger Norden. Der Alsterdorfer Markt zieht immer mehr Besucherinnen und Besucher an. Sie kommen wegen der einladenden Gastronomie und der vielfältigen Dienstleistungsangebote vom Supermarkt bis zum Secondhand-Shop oder Wochenmarkt. Kulturelle Veranstaltungen vom Freiluftkino über Feste für die ganze Familie haben einen festen Platz im Terminkalender viele Bürger. Auch dies ist ein Beitrag zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Handicap.