Vielfalt macht stark

Im Rahmen des Vorstandsempfangs der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) und passend zum Diversity-Day verkündete Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der ESA, dass die Stiftung als großes diakonisches Unternehmen mit rund 6.800 Mitarbeiter*innen die Charta der Vielfalt unterzeichnet hat. „Gerade in Zeiten, in denen die bisher als sicher geglaubten Werte und Maßstäbe einer demokratischen Gesellschaft Risse bekommen, müssen wir mit einer klaren und deutlich erkennbaren Haltung für Vielfalt, Demokratie und Respekt gegenüber jedem Menschen eintreten“, sagte Mletzko vor rund 270 Gästen aus den Bereichen Politik, Soziales, Wirtschaft, Gesundheit, Kultur, Diakonie und Kirche.

„Auch aus diesem Grund haben wir uns als ESA der Charta der Vielfalt angeschlossen und wollen zudem unter dem Motto #VielfaltMachtStark unseren Beitrag im eigenen Unternehmen und in der Gesellschaft leisten, damit die Stärken aller erhalten bleiben und niemand ausgeschlossen wird. Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das Vielfalt in all ihren Facetten fördert und wertschätzt - unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft“. Dieses Zitat aus der Urkunde der „Charta der Vielfalt“ unterstreicht unser Engagement und unsere Überzeugung.“

Prominenter Gast beim Vorstandsempfang war Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Vorsitzende des Aufsichtsrats des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Sie sprach in ihrem Impulsvortrag über die Bedeutung von sogenannten „Sorgenetzen“: „Unsere Sorgestrukturen, gerade im Bereich der Pflege, kommen immer mehr an ihre Grenzen - finanziell, personell und auch ideell. Vieles, was die letzten Jahrzehnte ganz gut funktioniert hat, funktioniert immer weniger“, stellte Bischöfin Hofmann kritisch fest. Experten würden sogar von einem Kollaps des Systems in drei bis fünf Jahren sprechen. Deshalb seien neue Strukturen notwendig: „Wir müssen über Beteiligungsmöglichkeiten nachdenken und immer auch nach Sorgepotenzialen, nicht nur nach Sorgebedarfen fragen. Das ist ein Paradigmen- und ein Kulturwechsel in dem, wie wir Sorgenetze denken und gestalten.“

Dabei gelte es, die Potentiale auszuloten, die Kirche und Diakonie aus ihrer Erfahrung einbringen könnten, z.B. in der Vernetzung unterschiedlicher Hilfeformen durch die Verknüpfung mit diakonischen Einrichtungen und der Förderung von Beteiligung, um klare Leitbilder für ein soziales Miteinander zu entwickeln.

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf erprobt diese angesprochenen neuen Formen der Versorgung zum Beispiel in der Initiative QplusAlter, bei der Lotsinnen ältere Menschen dabei begleiten, einen individuellen und passgenauen Unterstützungsmix zu organisieren und dabei Ressourcen aus dem sozialen Umfeld systematisch einzubeziehen; oder im Projekt Q8 Kirche.

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