Deckblatt vom Jahresbericht

Jahresbericht 2024

Liebe Leserin, lieber Leser,

Der Jahres- und Spendenbericht für das Jahr 2024 ist prall gefüllt mit den Informationen, Berichten und Emotionen über unser Leben und Arbeiten in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

In all unserem Handeln sind wir nicht allein, sondern wir gestalten dieses Unternehmen mit unseren Führungskräften, mit dem Stiftungsrat, mit Freunden und Förderern und mit vielen Kooperationspartner*innen. Natürlich gestalten wir es auch mit den vielen Menschen, die tagtäglich unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Wir beziehen sie in unsere tägliche Arbeit ein. Wir klären mit ihnen unsere Dienstleistung und entwickeln sie mit ihnen gemeinsam passgenau weiter. Im Austausch erfahren wir, an welche Themen wir herangehen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben.

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Bericht des Stiftungsrates

2024 war aus Sicht des Stiftungsrates ein bedeutendes Jahr für die Evangelische Stiftung Alsterdorf. Mit der Eröffnung des Neubaus Psychiatrie am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf und dem Einzug der ersten

Mieter*innen im Koops-Quartier auf dem Stiftungsgelände wurden die größten Investitionsprojekte der Stiftungsgeschichte erfolgreich abgeschlossen. Die ESA stellt so strategische Weichen: mit dem gezielten Ausbau der inklusiven medizinischen Versorgung und der modellhaften Entwicklung eines inklusiven Wohnquartiers. Nachmachen ausdrücklich erwünscht!

Wirtschaftlich ist die Situation der ESA stabil: Erstmals wurde die Umsatzschwelle von 400 Mio. Euro überschritten. Die Herausforderungen angesichts schwieriger Rahmenbedingungen bleiben jedoch enorm. Mit ihrer Unternehmensstrategie „zusammenWIRken“ 2024–2028 hat die ESA klar formuliert, wie sie diesen Herausforderungen begegnen und die Organisation zukunftsfähig entwickeln will. Zu den Handlungsfeldern gehören u. a. die Anpassung von Managementstrukturen, die Digitalisierung als Unterstützung von Arbeitsprozessen zu nutzen, die Unterstützung von psychisch erkrankten Menschen auszubauen, die barrierefreie Kommunikation zu standardisieren und Nachhaltigkeit über alle Handlungsfelder zu fördern.

Der Wechsel im Vorstand ist mit Einführung von Stefani Burmeister im Oktober 2023 und der Verabschiedung von Hanne Stiefvater im Januar 2024 offiziell vollzogen. Die Zusammenarbeit des Vorstands in der neuen Zusammensetzung mit dem Stiftungsrat läuft reibungslos und hat sich im Alltag bereits bewährt.

Auch im Vorsitz des Stiftungsrates gab es nach vielen Jahren der Beständigkeit eine Veränderung: Bernd Seguin wurde nach 16 Jahren ehrenamtlichen Einsatzes für die ESA in den Ruhestand verabschiedet. In seine Amtszeit von 2008 bis 2024 fielen u. a. der Beschluss der Erweiterung des Vorstands von zwei auf vier Personen, eine Weiterentwicklung der Stiftungssatzung, die Einführung des Angebots „Pause inklusiv“ auf dem Kirchentag, bauliche Großprojekte wie die Barakiel-Halle, Neubauten am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf oder der Umbau der Kirche St. Nicolaus und die Einrichtung des Lern- und Gedenkortes sowie die Coronazeit mit ihren Herausforderungen. Bernd Seguin war dabei ein wichtiges Bindeglied zwischen Stiftungsrat, Vorstand, Kirche und Diakonie, Stadt und Politik, zivilgesellschaftlichen Institutionen und der Sozialwirtschaft. Seine Nachfolgerin als stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende ist Maren Puttfarcken – eine Kennerin der Sozialpolitik Hamburgs.

Gremiensitzungen

Der Stiftungsrat traf sich 2024 zu vier regulären Sitzungen. Neu im Stiftungsrat sind Britta Buhck, Thomas Götze, Landespastorin Annika Woydack und Anja Würzberg-Wollermann. Damit stellen zum ersten Mal in der Geschichte der Stiftung Frauen die Mehrheit in diesem Gremium.

Der Hauptausschuss tagte sechs Mal. Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2024 zu vier Sitzungen zusammen.

Neben die wichtige Aufgabe der Entgegennahme der Jahresabschlüsse für die Tochtergesellschaften gehörte die Begleitung der Arbeit der internen Revision. Die Arbeit des Hauptausschusses und des Prüfungsausschusses wird transparent in den Stiftungsrat eingebracht. Im Rahmen der Aufgabenverteilung der unterschiedlichen Gremien hat sich die Aufteilung der zu übernehmenden Aufgaben für die Stiftungsarbeit sehr bewährt.

Der Stiftungsrat stellte den Jahresabschluss 2024 fest und erteilte dem Vorstand Entlastung. Die Jahresabschlüsse 2024 der Stiftung, des Konzerns und der bedeutenden Tochtergesellschaften wurden erneut von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz geprüft und uneingeschränkt testiert. Der Stiftungsrat hat den Prüfern für die geleistete intensive Arbeit gedankt.

Der Stiftungsrat wünscht dem gesamten Vorstand, allen Führungskräften und Mitarbeiter*innen viel Erfolg und Gottes Segen bei der Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgaben.

Uwe Kruschinski

Wirtschaftsbericht

Wesentliche Vorgänge des Geschäftsjahres

Trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds verlief das Jahr 2024 für die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) positiv. Die Mitarbeiter*innen haben mit großer Einsatzbereitschaft und sehr flexibel auf die unterschiedlichsten Herausforderungen reagiert. Mit hohem Engagement haben die Mitarbeiter*innen die Umsetzung laufender und neu begonnener Projekte und Vorhaben ermöglicht.

Ein vertrauensvolles Miteinander, ein respektvoller und wertschätzender Umgang, Offenheit sowie die Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung prägten die Arbeit.

Unternehmensstrategie

Im Jahr 2023 ist eine ESA-Unternehmensstrategie für die Jahre 2024 bis 2028 im Dialog zusammen mit den Geschäftsführer*innen, Bereichsleiter*innen und den Führungskräften aller Ebenen der ESA erarbeitet und im Dezember 2023 durch den Stiftungsrat verabschiedet worden. Unter der Überschrift „zusammenWIRken“ werden acht strategische Handlungsfelder beschrieben (s. auch S. 12). Die bereichsübergreifende Unternehmensstrategie dient als Orientierungs- und Handlungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Tochtergesellschaften und Bereiche. Im Mittelpunkt steht ein proaktiver Umgang mit aktuellen und insbesondere zukünftigen Herausforderungen, wie den innen- und geopolitischen Spannungen, dem Fachkräftemangel und der fortschreitenden Digitalisierung. Im Jahr 2024 wurde mit der Umsetzung der strategischen Handlungsfelder begonnen und alle Tochtergesellschaften und Bereiche haben die Strategie auf ihre Geschäftsfelder hin angewandt und weiterentwickelt. Die Umsetzung der Strategie ist damit ESA-übergreifend sehr gut gestartet.

Personal

Der insgesamt angespannte Arbeitsmarkt, der zunehmende Mangel an Arbeits- und Fachkräften und die zunehmende Wechselbereitschaft von Mitarbeiter*innen stellte auch im Jahr 2024 unverändert eine große Herausforderung dar. Die Besetzung offener Stellen gestaltete sich immer schwieriger, was zu einer zusätzlichen Belastung in der bestehenden Mitarbeiterschaft führte. Die Stärkung der Arbeitgebermarke ESA war und ist daher weiterhin ein zentrales Thema. Im Fokus stehen dabei vor allem der Auf- und Ausbau der diakonischen Unternehmenskultur, die Förderung der Chancengleichheit, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Gesundheitsförderung sowie die Personalgewinnung und -bindung. Auch im Jahr 2024 wurden gezielte interne und externe Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung sowie zur Erhöhung der Arbeitgeberinattraktivität (weiter-)entwickelt und ergriffen. So wurde zum Januar 2024 eine durchschnittliche Entgeltsteigerung von 10 % vereinbart, basierend auf dem Tarifabschluss 2024/2025 zum Tarifvertrag KTD.

  • Für die Rekrutierung und Bindung von Mitarbeiter*innen – besonders in einem immer stärkeren Wettbewerb um Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt – ist eine laufende Weiterentwicklung der operativen und strategischen Personalarbeit in den Feldern „Gewinnung“, „Entwicklung“ und „Bindung“ essenziell. In den letzten Jahren hat sich im Bereich Mitarbeiter*innen-Gewinnung viel verändert, insbesondere hat die Bedeutung digitaler Rekrutierung stark zugenommen. Die bisherigen Aktivitäten im Bereich Social Media wurden daher auch im Jahr 2024 weiter ausgebaut. Ziel ist dabei u. , die Arbeit der ESA der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen und sich als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Inhalt und Gestaltung wurden den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen (z. B. Instagram, Facebook, LinkedIn) und den dort erreichbaren Zielgruppen angepasst, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen. Im Jahr 2024 wurde zudem eine umfangreiche Image- und Recruitingkampagne für das Jahr 2025 vorbereitet.
  • Die interne Kommunikationsplattform myESA hat sich im Jahr 2024 weiterhin positiv entwickelt; die Zahl der Beiträge und Interaktionen von Mitarbeiter*innen nahm stetig zu. Die zunehmende Akzeptanz trägt zu einer verbesserten bereichsübergreifenden Kommunikation bei und stärkt maßgeblich das „Wir-Gefühl“ im ESA-Verbund.

IT und Digitalisierung

Die Digitalisierung stellt für die ESA einerseits eine Herausforderung dar, sie schafft aber auch neue Möglichkeiten. Zukunftsorientierte und innovative Projekte sollen dabei unterstützen, nicht nur die Arbeitswelt zu modernisieren, sondern auch den sozialen Zusammenhalt – und damit verbunden die Arbeit mit und am Menschen – zu fördern und weiterzuentwickeln.

  • Durch eine stärkere Digitalisierung sollen die personalwirtschaftlichen Prozesse besser und kundenfreundlicher gestaltet sowie die digitalen Recruiting- und Onboarding-Prozesse vorangetrieben werden. Das Projekt ESA-PM.digital wurde im Jahr 2024 fortgeführt. Wesentlicher Projektinhalt ist die Modernisierung der bestehenden personalwirtschaftlichen IT-Systeme, insbesondere des Entgeltabrechnungssystems. Der Bereich Personal soll entsprechend den veränderten Anforderungen zu einer effektiveren Steuerungs- und Dienstleistungsfunktion im ESA-Unternehmensverbund weiterentwickelt werden. Die Umstellung der Entgeltabrechnung ist am 1. März 2024 erfolgt. Ebenfalls wurden die Einführungsarbeiten für das E-Recruiting, die digitale Personalakte sowie für die Personalkostenplanung und das -controlling im Jahr 2024 fortgesetzt. Die vollständige Implementierung dieser Zusatzmodule ist für das Jahr 2025 geplant.
  • Um die IT-Sicherheit gewährleisten zu können, wurden im Jahr 2024 bestehende IT-Lösungen einer permanenten Überprüfung unterzogen. Weitere Investitionen in die IT-Sicherheit sind in Planung und für das Jahr 2025 vorgesehen.

Nachhaltigkeit

Als diakonisches Unternehmen sieht die ESA sich verpflichtet, achtsam mit Gottes Schöpfung und ihrer Bewahrung umzugehen. Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung haben im Rahmen der ESA-Strategie eine sehr hohe Priorität. Die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte in Geschäftsprozesse und -praktiken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 2024 wurde die Entwicklung einer ESA-weiten Nachhaltigkeitsstrategie angestoßen und Planungsworkshops mit den Gesellschaften und Bereichen durchgeführt, in denen erste bereichsübergreifende (Umsetzungs-)Maßnahmen erarbeitet wurden. Verbundweit soll das Bewusstsein hinsichtlich der Signifikanz nachhaltigen Handelns gestärkt und gefördert werden.

Eingliederungshilfe

Mit der Reformierung der Eingliederungshilfe durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) soll die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen im Sinne von mehr Teilhabe und Selbstbestimmung verbessert werden. Die vollständige Umsetzung konnte auch im Jahr 2024 noch nicht abgeschlossen werden. Das BTHG schreitet mit seiner 3. Reformstufe in den einzelnen Bundesländern weiterhin in unterschiedlichen Schritten und Geschwindigkeiten voran. In den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden im Rahmen der BTHG-Einführung im Jahr 2020 bis 2023 Leistungsvereinbarungen geschlossen, die lediglich Übergangslösungen darstellen.

  • Das Thema Sozialraumorientierung hat für den Unternehmensverbund der ESA eine besonders hohe strategische Relevanz. Ziel ist es, tragfähige und langfristig effektive Lösungen zu finden, persönliche Ressourcen, Quartierspotenziale und professionelle Dienstleistungen neu zu verknüpfen. Unterstützt werden u.  die trägerübergreifende Weiterentwicklung sozialraumorientierter Eingliederungshilfe, die Weiterentwicklung inklusiver Quartiersstrukturen sowie der Ausbau von Schulungen, Trainings und Beratung zur Sozialraumorientierung. Mit den bisherigen Rahmenvereinbarungen von 2014 bis 2024 wurden die Leistungen und Strukturen der Eingliederungshilfe sozialräumlich vernetzt und personenzentriert umgesetzt. Basierend auf diesen Vereinbarungen wurden im Jahr 2023 die Verhandlungen über die Rahmenbedingungen und die Fortschreibung des Trägerbudgets für Hamburg für den Zeitraum 2024 bis 2028 erfolgreich abgeschlossen. Schwerpunkte sind die weitere Stärkung von Selbstvertretung und Selbstbestimmung der Leistungsberechtigten sowie die Intensivierung kooperativer Ansätze, in den Quartieren und hamburgweit.
  • Das Projekt Unterstützte Kommunikation (UK) wurde im Jahr 2024 weiter fortgeführt. Ziel des Projektes ist es, ein stiftungsweites Konzept für UK zu entwickeln und zu verankern, welches die gesellschaftliche Teilhabe von UK-Nutzer*innen aller Altersstufen innerhalb des Stiftungsverbunds nachhaltig verbessert. Mithilfe von UK sollen Menschen mit einer Kommunikationsbeeinträchtigung eine erhebliche Verbesserung ihrer Verständigungsmöglichkeiten und damit ihrer Lebensqualität erreichen. Auf diese Weise sollen Selbstbestimmung und Partizipation ermöglicht werden.

Medizin

Die Krankenhäuser stehen weiterhin unter einem anhaltenden Kostendruck und sehen sich mit häufig ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen, zunehmender Bürokratisierung sowie Vorgaben für Personaluntergrenzen konfrontiert. Der Fachkräftemangel bleibt nach wie vor eine zentrale Herausforderung für die Krankenhäuser.

  • Die geplante Krankenhausreform des Bundesgesund-
    heitsministeriums (BMG) ist das zentrale Thema in der Krankenhausbranche. Nach 2,5 Jahren intensiver Beratung wurde der Entwurf der Reform im Oktober 2024 im Bundestag verabschiedet und hat den Bundesrat im November passiert. Dennoch bleibt die Unsicherheit bestehen, welche konkreten Auswirkungen die Reform auf die beiden Krankenhäuser, das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf (EKA) und die Heinrich Sengelmann Kliniken (HSK), haben wird.
  • Im Oktober 2020 trat das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) in Kraft, das v.  Investitionen in Notfallkapazitäten und in Digitalisierungsprojekte ermöglichen soll. Die Dokumentation im Krankenhaus wird zukünftig verbindlich digital erfolgen. Es ist nicht zeitgemäß, die Behandlung von Patient*innen, wie es bisher im EKA und in den HSK der Fall ist, in Papierform zu dokumentieren. Es ist daher erforderlich, das derzeit in den beiden Krankenhäusern verwendete Krankenhausinformationssystem (KIS) zu modernisieren. Im Jahr 2023 wurde ein neues und zum größten Teil aus Fördermitteln des KHZG refinanziertes Krankenhausinformationssystem angeschafft, dessen Implementierung bis spätestens Ende 2025 in beiden Krankenhäusern abgeschlossen sein wird. Somit werden dann die Prozesse beider Krankenhäuser der ESA nach Abschluss der
    Einführung des neuen KIS umfassend digitalisiert sein.
  • Beim EKA konnten im Jahr 2024 die Budgetverhandlungen in der Somatik und beim HSK das Krankenhausbudget jeweils für das Jahr 2022 mit den Krankenkassen vereinbart und umgesetzt werden.
  • Die Baumaßnahmen des Neubaus für das EKA konnten im Januar 2024 abgeschlossen werden, was zu einer Kapazitäts- und Leistungsausweitung in der Erwachsenen-Psychiatrie und Epileptologie führte.
  • Im Jahr 2024 wurde das Epilepsiezentrum des EKA technisch modernisiert und mit neuer Hard- und Software für den Betrieb des Langzeit-EEG ausgestattet. Zusätzlich wurde das diagnostische und therapeutische Angebot erweitert, unter anderem durch Leistungen für autoimmunbedingte Gehirnentzündungen sowie – in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) – durch die Möglichkeit,
    MRT-Untersuchungen unter Vollnarkose für Patient*innen mit schweren und mehrfachen Behinderungen durchzuführen.
  • Bei den Heinrich Sengelmann Kliniken war das Geschäftsjahr stark geprägt durch Instandhaltungsmaßnahmen. Insbesondere konnte auf dem Gelände die Sanierung des Regen- und Abwassernetzes nahezu abgeschlossen werden.

Bildung

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur bei den Schulstandorten wurde auch im Jahr 2024 weiter vorangetrieben. Auf Grundlage des „Digitalpakts Schule“ investierte der Bildungsbereich etwa 395 T€ in IT-Infrastruktur und Ausstattung für Schüler*innen und Lehrkräfte. Mit einem deutlichen Anstieg bei der Anzahl der Schüler*innen von durchschnittlich 41 Schüler*innen zum Vorjahr können die allgemeinbildenden Schulen im Jahr 2024 zum siebten Mal in Folge ein Wachstum bei den Schüler*innen ausweisen. Die Anzahl der Kitakinder sowie der Plätze für „Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen“ (GBS) konnte im Jahresdurchschnitt um 18 Plätze gesteigert werden.

Sport und Inklusion

Der Bereich hat durch verschiedene Veranstaltungen, Sportkurse, Fortbildungen und innovative Projekte seine Sichtbarkeit und Bedeutung für den inklusiven Sport in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft Hamburgs erheblich gesteigert. Im vergangenen Jahr wurde eine renommierte Stiftung als Kooperationspartnerin gewonnen, die den Bereich in den kommenden drei Jahren finanziell unterstützen wird. Darüber hinaus fördert der Stadtentwicklungsfonds der Stadt Hamburg das Sportlotsenprojekt des Bereichs bis einschließlich 2026.

Wesentliche Bau- und Investitionsmaßnahmen 2024

Anfang des Berichtsjahres wurde in Bargfeld-Stegen auf dem Gut Stegen ein Baukörper mit einer Tagesförderung sowie elf Wohnungen für Klient*innen fertiggestellt und an die Tochtergesellschaft klaarnoord übergeben.

Weiterhin wurde das im Jahr 2022 gestartete Bauprojekt Koops-Quartier zum 31.12.2024 fertiggestellt und die 90 Wohnungen sowie 114 Tiefgaragenplätze in die Vermietung übernommen. Die vollständige Vermietung und Abrechnung werden für das 2. Quartal 2025 erwartet.

In Kiel wurden die Arbeiten am van der Camer-Haus in der Hasseer Straße 22 fortgesetzt. Es handelt sich dabei um eine umfassende Sanierung des Objekts im bewohnten Zustand. Die Fertigstellung wird für Juni 2025 erwartet.

Das Projekt „Straße der Inklusion“ konnte aufgrund der Bearbeitung der Förderanträge in den Behörden bei Bund und Land nicht weiter vorangetrieben werden. Das Projekt umfasst die Sanierung von sechs teilweise denkmalgeschützten Gebäuden rund um die Stiftungskirche St. Nicolaus. Die Gebäude bilden gemeinsam die mittlerweile über 150-jährige Geschichte der ehemaligen Alsterdorfer Anstalten und heutigen ESA gut ab. Sie zeigen exemplarisch, wie sich jeweils in ihrer Zeit das Verständnis und der Umgang mit Menschen mit Behinderung darstellten und veränderten. Gemäß Vorbescheiden vom Bund und dem Land Hamburg werden für das Projekt Fördermittel in Höhe von 12,9 Mio. € bereitgestellt. Die Baugenehmigungen liegen vor und auch die Abstimmung und das Einvernehmen mit dem Denkmalschutz sind erfolgt. Die formalen Förderanträge wurden eingereicht. Die Bearbeitung in den Behörden dauert an.

Vorstand

Am 1. Oktober 2023 hat Stefani Burmeister ihre Tätigkeit als Vorständin für die Stiftung im Rahmen einer geplanten ruhestandsbedingten Nachfolge für Hanne Stiefvater aufgenommen. Am 30. Januar 2024 wurde Hanne Stiefvater als Vorständin entpflichtet und aus dem Dienst der Stiftung verabschiedet.

Kaufmännische Leitung

Im Berichtsjahr erfolgte ein Wechsel in der kaufmännischen Leitung. Ab 01. April 2024 übernahm Thomas Haller die Position des kaufmännischen Leiters der ESA von Maike Nimtz.

Leistungsentwicklung und Jahresergebnis

Die ESA blickt auf ein anspruchsvolles Jahr 2024 zurück, das trotz vieler Unwägbarkeiten nach Einschätzung des Vorstands gut bewältigt wurde. Die ESA-Leistungsbereiche und die Tochtergesellschaften verzeichneten insgesamt eine positive Entwicklung, gleichwohl sie mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert waren, darunter erheblichen Kostensteigerungen, dem fortwährenden Fachkräftemangel sowie der zunehmenden Arbeitsbelastung bei den Mitarbeiter*innen. Die Erlössituation hat sich in allen Geschäftsbereichen im Vergleich zum Vorjahr verbessert: Steigerungen bei den Leistungsentgelten und Refinanzierungssätzen, höhere Auslastungen, gestiegene laufende Leistungserbringung sowie die Ausweitung der Leistungsangebote erhöhten die Umsatzerlöse um 32,2 Mio. € auf 411,2 Mio. €. Bei alsterarbeit standen Erlössteigerungen bei der Eingliederungshilfe geringere Werkstatterlöse gegenüber, da im Geschäftsbereich alsterarbeit-it eine Kaufzurückhaltung die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr bremste.

Die übrigen Betriebserträge erhöhten sich um 3,0 Mio. € auf 20,0 Mio. €. Der Anstieg basiert primär auf höheren Erträgen im Fördermittelbereich aus der Auflösung von Sonderposten im Zuge der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Neubaus des EKA Anfang 2024. Den Erträgen aus Fördermitteln stehen in gleicher Höhe Aufwendungen gegenüber.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 39,0 Mio. € auf 289,1 Mio. €. Wesentliche Gründe für die Erhöhung waren vor allem die Tariflohnsteigerung von rund 10 % ab 01. Januar 2024 und die gestiegene Anzahl von Mitarbeiter*innen von 6.928 auf 7.306.

Der Rückgang beim Materialaufwand um – 8,1 Mio. € ist primär bedingt durch das geringere Geschäftsvolumen bei alsterarbeit-it und dem damit verbundenen niedrigeren Wareneinsatz. Zudem verringerten sich die Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen sowie für Zeitarbeit.

Die Aufwendungen für Zeitarbeit konnten vor allem durch verbesserte Personaleinsatzsteuerung reduziert werden.

Bei einer Gesamtleistung von 431,3 Mio. € und Aufwendungen von insgesamt 428,4 Mio. € erzielte der ESA-Unternehmensverbund ein Jahresergebnis 2024 in Höhe von rund 2.865 T€, nach 4.667 T€ im Vorjahr.

Finanz- und Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 erhöhte sich die Bilanzsumme um rund 14,6 Mio. € auf 356,7 Mio. €.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2024 auf rund 33,6 Mio. €. Die Investitionen entfielen zum Großteil auf Anlagen im Bau, die die Planungs- und Baukosten für die laufenden Neubau- bzw. Sanierungsprojekte – wie zuvor erläutert – enthalten. Weitere Investitionen betrafen Investitionen in Einrichtung und Ausstattung, vorrangig in die EDV-Ausstattung und die IT-Systeme. Die im Jahr 2024 getätigten Investitionen wurden aus Fördermitteln, Spenden, Kreditaufnahmen sowie aus Eigenmitteln finanziert. Das Anlagevermögen hatte zum Bilanzstichtag einen Anteil von 78 % am Gesamtvermögen (Vj.: 75 %), der Anlagendeckungsgrad lag bei rund 88 % (Vj.: 88 %).

Die Zunahme des Eigenkapitals um 2,9 Mio. € auf 61,6 Mio. € ergibt sich im Wesentlichen aus dem Jahresergebnis 2024. Die Eigenkapitalquote lag mit rund 17 % auf Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung des Sonderpostens ergibt sich eine Eigenkapitalquote von rund 48 % (Vj.: 46 %), bedingt durch den Anstieg der Einzelfördermittel für die Neubauten, insbesondere des Neubaus im EKA.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich durch Kreditaufnahmen in Verbindung mit Neubau- und Sanierungsprojekten, denen geringere planmäßige Tilgungen und Sondertilgungen gegenüberstanden, auf 81,9 Mio. € (+6,2 Mio. €). Die flüssigen Mittel in Form von Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind gegenüber dem Vorjahresstichtag um rund – 5,6 Mio. € auf 15,6 Mio. € zurückgegangen.

Die Vermögens- und Kapitalstruktur ist insgesamt als stabil zu bezeichnen. Durch ein angemessenes Finanzmanagement und eine zentrale Liquiditätssteuerung stehen weiterhin ausreichend liquide Mittel zur Erfüllung des operativen und strategischen Finanzbedarfs des ESA-Unternehmensverbunds zur Verfügung. Durch eine gezielte Liquiditätssteuerung ist eine zuverlässige und dauerhafte Liquiditätsversorgung zu gewährleisten.

Ausblick 2025

Die Entwicklung der Sozial- und Gesundheitswirtschaft wird hauptsächlich bestimmt durch die demografische Entwicklung, Gesetzesänderungen und, damit verbunden, sich verändernde Rahmenbedingungen in der Leistungserbringung und -finanzierung. Die Sicherstellung einer hohen Leistungs- und Betreuungsqualität gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung ist anzunehmen, dass die sozialen Dienstleistungen des ESA-Unternehmensverbunds weiterhin in Anspruch genommen und die Nachfrage darüber hinaus zunehmen wird. Daher wird kontinuierlich in den Erhalt der für die Angebote der ESA notwendigen Gebäude, die Schaffung inklusiver Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Assistenzbedarf, den Ausbau bedarfsorientierter medizinischer Angebote sowie in die Entwicklung fachlich innovativer Konzepte investiert. Auf diese Weise sichert die ESA ihre Leistungsfähigkeit für die Zukunft. Dabei wird die Entwicklung der Länderfinanzen, insbesondere in Hamburg und Schleswig-Holstein, einen zunehmenden Einfluss auf die Refinanzierungsmöglichkeiten der Leistungsangebote des ESA-Unternehmensverbunds haben.

Ebenfalls werden die Umsetzungen bundespolitischer Maßnahmen, wie beispielsweise durch das BTHG oder die regulatorischen Eingriffe durch den Gesetzgeber im Krankenhaussektor, die Arbeit der ESA auch im Jahr 2025 beeinflussen. Der anhaltende Kostendruck, die sich häufig ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die zunehmende Bürokratisierung stellen auch im Jahr 2025 hohe Anforderungen an alle Mitarbeiter*innen im ESA-Unternehmensverbund dar und fordern Flexibilität und Kreativität.

Der insgesamt angespannte Arbeitsmarkt und der zunehmende Mangel an Arbeits- und Fachkräften, die für die Erbringung der Dienstleistungen der ESA erforderlich sind, kommen erschwerend hinzu. Die Besetzung offener Stellen gestaltet sich immer schwieriger. Daher wird die Stärkung der Arbeitgebermarke ESA auch im Jahr 2025 ein zentrales Thema sein.

Darüber hinaus werden erneut Themenschwerpunkte wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Formen der Zusammenarbeit das Jahr 2025 prägen. Die bisherigen Aktivitäten auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen (z. B. Instagram, Facebook, LinkedIn) werden weiter ausgebaut. Ziel ist es dabei, u. a. die Arbeit der ESA der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen und sich als attraktive Arbeitgeberin sowie moderne soziale Dienstleisterin zu positionieren.

Der Fachbereich Q8-Sozialraumorientierung wird auch in den Jahren 2025 und darüber hinaus eine zentrale Rolle als Impulsgeberin für Sozialraumorientierung und Innovation übernehmen – sowohl innerhalb des Stiftungsverbunds als auch trägerübergreifend und direkt vor Ort in den Quartieren. In diesem Zusammenhang ist das Thema „Inklusion durch Sozialraumorientierung“ als wesentlicher Bestandteil in die Strategie der ESA integriert worden.

Die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch im Jahr 2025 anhalten. Geopolitische Krisen, unsichere politische Rahmenbedingungen, steigende Kosten sowie der anhaltende Mangel an Arbeits- und Fachkräften werden die Ergebnisentwicklung im Jahr 2025 beeinflussen.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2025 unterliegt weiterhin einer höheren Unsicherheit und Volatilität, als dies normalerweise der Fall ist. Durch Investitionen in wichtige Zukunftsthemen soll die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der ESA gesichert und gesteigert werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die ESA im Jahr 2025 ein positives Ergebnis erzielen wird, das aber aufgrund der zum Zeitpunkt der Planung erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zugrunde liegenden Annahmen unter dem des Vorjahres liegen wird.

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Spendenbericht

Im Jahr 2024 lautete die Jahreslosung: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1. Kor. 16,14). Das klingt fast banal. Was wünschen wir uns denn anderes als Frieden, Ruhe und ein gutes Miteinander bei aller Verschiedenheit an Meinungen und Einstellungen? Die Welt allerdings sieht leider anders aus: Wir haben ein drittes Kriegsjahr zwischen Russland und der Ukraine erlebt. Und wir sehen weitere große Konflikte auf der Welt, die sich nicht einfach werden lösen lassen. Im eigenen Land nehmen Hass und Hetze zu, Aggression wird zunehmend personalisiert und häufig wird das Gefühl erzeugt, für jedes Problem gäbe es wenige schuldige Personen, an denen man sich abarbeiten kann.

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe! Ich sehe darin ein Gegenmodell zu den Wahrnehmungen unserer Zeit. Was könnte das heute konkret bedeuten?

Dialogbereitschaft anbieten statt stumpfen Protest. Unterschiedliche Meinungen aushalten und gemeinsam nach einer neuen Idee Ausschau halten. Für andere Personen aktiv einstehen, wenn deren Würde verletzt wird. Das eigene Handeln reflektieren und fragen, ob es zum Guten dient und Liebe und Frieden untereinander fördert. Und nicht nur danach fragen, ob etwas für mich gut ist, sondern ob es dem Wohl möglichst vieler Menschen dient.

Dass sie das Wohl anderer Menschen stets im Blick haben, dies haben wieder sehr eindrücklich unsere Spenderinnen und Spender gezeigt. Dank Ihres Engagements konnten wir gemeinsam 2024 viel auf den Weg bringen. Und viele unterstützende Projekte realisieren.

Wir danken Ihnen sehr herzlich dafür!

Ihr Pastor Uwe Mletzko

 

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Viel Unterstützung für inklusive Projekte

Das Jahr 2024 zeigt dank der großen finanziellen Unterstützung von Privatpersonen, Stiftungen, Soziallotterien und Unternehmen ein positives Ergebnis im Teilbereich Spenden. Insbesondere sind wir auch dankbar für das uns entgegengebrachte Vertrauen durch Zuwendungen, die uns als Vermächtnisse und Erbschaften weitergegeben wurden. Mit diesen Geldern können wir etwa Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Seniorenarbeit und -pflege, im Medizin- und Bildungsbereich sowie Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit realisieren. Auch in der Quartiers- und Sozialraumentwicklung haben größere Spenden und Testamente innovative Angebote ermöglicht. Wir freuen uns sehr, mit Spendenunterstützung viele Projekte für unsere Klient*innen umsetzen und die Stiftung zukunftssicherer aufstellen zu können.

Die nicht zweckgebundenen Spenden wurden nach Deckung der Aufwendungen für mittelbare Tätigkeiten zudem für barrierefreie Events, Digitalisierungsvorhaben und den Hilfsfonds zur kurzfristigen Finanzierung dringender Projekte sowie für direkte Unterstützung von Klient*innen eingesetzt. Viele längerfristig angelegte Projekte der Stiftung erstrecken sich über einen Umsetzungszeitraum von mehreren Monaten oder auch Jahren. Somit fließen Spendenmittel je nach Projektfortschritt über einen längeren Zeitraum und schrittweise ein. Die zeitnahe Mittelverwendung bleibt für uns verpflichtend, gleichwohl ist es für uns auch entscheidend, dass die zu fördernden Projekte nachhaltig und gut vorbereitet sind, wenn sie in die Umsetzung gehen. Hier zu-nächst ein Blick auf die Spendeneinnahmen insgesamt:

Spendenaufkommen und -verwendung

Die Einnahmen des Teilbereichs Spenden umfassen insgesamt 3.545 T€ (Vj.: 4.946 T€), darin enthalten sind Zuweisungen aus dem Sammelfonds für Bußgelder der Stadt Hamburg in Höhe von 3 T€, Testamentsspenden von 843 T€ sowie Zuwendungen von Soziallotterien, öffentlicher Hand, Stiftungen und Dritter in Höhe von 1.432 T€. Von den eingenommenen Spenden entfallen 1.331 T€ auf Zugänge freier Spenden (Vj.: 2.717 T€) und 2.214 T€ (Vj.: 2.230 T€) auf Zugänge zweckgebundener Spenden. Aus der bestimmungsgemäßen Verwendung der Spenden wurden Erträge in Höhe von 3.494 T€ (VJ: 2.707 T€) realisiert.

Nach Deckung der Aufwendungen für die mittelbaren Tätigkeiten wurden freie Spenden in Höhe von insgesamt 463 T€ (Vj.: 69 T€) unter anderem ausgegeben für Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit (147 T€), verstärkte Imagearbeit der Stiftung (117 T€), strategische Unternehmensentwicklung (104 T€) und ergänzende Finanzierungsbedarfe im Bildungsbereich (22 T€).

Im Jahr 2024 haben wir nach thematischen Bereichen wie folgt 2.265.000 Euro Spendenmittel wirksam eingesetzt.

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Große Unterstützung von Stiftungen und Soziallotterien

Dank der großzügigen Förderung vieler Geldgeber und ihrer Wertschätzung für unsere Arbeit wurden wieder viele Maßnahmen für mehr und bessere Inklusion möglich. Einige Projekte möchten wir Ihnen beispielhaft vorstellen. Insbesondere mit Stiftungsgeldern konnten wir auch 2024 wieder viele Angebote u. a. in den Bereichen Werkstätten, inklusive Sportkurse, Assistenzangebote, Seniorenhilfe, Sozialraum- und Quartiersentwicklung, Bildung sowie Kunst und Kultur ermöglichen. Hier fünf Beispiele:

Die Schatzkiste – ein Begegnungsort

Mit der Schatzkiste bietet das Beratungszentrum Alsterdorf wöchentlich einen Ort der Begegnung und des Austauschs für Menschen mit Behinderung. Begleitet von pädagogischen Fachkräften können die Gäste in einer sicheren Umgebung über ihre Wünsche und Ängste sprechen, wertvolle soziale Kontakte knüpfen und gemeinsam lachen und Spaß haben. Dank einer mehrsäuligen Finanzierung u. a. durch die Stiftung Hamburger Wohnen und auch viele Privatspenden konnte die Schatzkiste im Jahr 2024 in die neuen barrierefreien Räumlichkeiten der Kulturküche auf dem Alsterdorfer Markt umziehen. Die neuen Räume sind nun auch mit Licht- und Soundeffekten sowie einer Karaoke-Maschine ausgestattet – und bieten damit zusätzliche kreative Möglichkeiten.

Für das Jahr 2025 ist eine digitale, barrierefreie Plattform der Schatzkiste geplant, um noch mehr Menschen über das Angebot zu informieren und den kosten- und barrierefreien Zugang bekannter zu machen.

Inklusiver Umbau des Kinderhauses St. Nicolaus

Die Kita St. Nicolaus in Mümmelmannsberg betreut rund 100 Kinder, darunter 20 Kinder mit Behinderung und erhöhtem Sprachförderbedarf. Der Umbau der Gruppenräume zu einer inklusiven Elementargruppe mit passenden Materialien schafft nun eine stabile Umgebung, in der alle Kinder entwicklungs- und altersgerecht gut betreut werden können. Unter anderem wurden Böden, Spiel- und Lernbereiche erneuert sowie ein neuer Wickelraum angeschafft. Ermöglicht wurde der Umbau 2024 u. a. durch Gelder der Christof-Husen-Stiftung sowie über Testamentsspenden.

Wohnangebot Hermine-Albers-Straße

Auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld entsteht das neue Wohn- und Assistenzangebot „Hermine-Albers-Straße“ der alsterdorf assistenz ost. Hier erhalten 32 Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben mit sozialer Teilhabe. Viele Gemeinschaftsräume sowie ein gemeinschaftlich nutzbarer Garten mit Grillplatz und Nestschaukel sorgen für eine angenehme Wohnatmosphäre und Entspannung, besonders für Bewohner*innen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Das Gartengelände bietet mit rund 2400 m² viel Fläche und ist direkt aus dem Wohnhaus barrierefrei erreichbar. Das Projekt wird durch Förderungen von Stiftungen und Soziallotterien, etwa dem Haspa Lotteriesparen, mit gesamt rund 200.000 € unterstützt. Fertiggestellt soll alles Mitte 2025 sein, wobei die Innenräume und der Gartenbereich fortlaufend weiter gestaltet werden können und sollen.

Besonderes Fotoprojekt in Steilshoop

Beim inklusiven Fotoprojekt „Mein Blick auf Steilshoop“ begleitete eine Fotografin die interessierten Klient*innen der alsterdorf assistenz ost beim Erkunden und Fotografieren ihres Stadtteils. Die Gruppe warf dabei mit unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf das multikulturelle Brennpunktviertel und war auch an anderen Orten in Hamburg unterwegs. Die „Aktion Mensch“ fördert das Projekt, das 2025 fortgesetzt wird, mit 10.000 €.

Höhere Mobilität durch E-Bikes

E-Bikes, mit denen zwei Personen gleichzeitig fahren können oder ein Rollstuhl befördert werden kann, ermöglichen Menschen mit Behinderung eine neue Form der Mobilität, der Selbsterfahrung und neue Sinneswahrnehmungen. Sie können durch solche Räder ihren Sozialraum deutlich stärker nutzen und ihren persönlichen Radius erweitern.

2024 konnte durch eine Förderung der Aktion Mensch mit rund 100.000 € die alsterdorf assistenz west insgesamt sechs Räder für verschiedene Wohn- und Assistenzangebote anschaffen. Ob für den Einkauf, den Arztbesuch oder einfach für eine entspannte Tour durch die Natur – die Räder haben den Alltag der Klient*innen deutlich bereichert.

Gemeinsam Großes bewegen

Mehrmals im Jahr versenden wir Spendenbriefe, die konkrete Angebote und Hilfsprojekte der Stiftung vorstellen, die eine zusätzliche Finanzierung benötigen. Auf unsere Post und digitalen Infos per Newsletter erhielten wir auch 2024 vielfache Spenden und eine sehr positive Resonanz. Wir danken herzlich allen Menschen, die uns mit ihren Zuwendungen den Rücken stärken. Sie machen damit viele unserer Projekte überhaupt erst möglich. Hier zwei Beispiele, für die 2024 viele Spenden bei uns eingegangen sind:

Sport und Inklusion – Tischtennisturnier

Sport hat nachweislich viele positive Auswirkungen auf das Leben von Menschen mit Behinderung. Deshalb freut es uns besonders, dass wir dank zahlreicher Spendengelder erneut ein inklusives Tischtennisturnier in der Barakiel-Halle veranstalten konnten. Das Event war wieder gut besucht und hat viel Begeisterung bei den Teilnehmenden ausgelöst.

Kunst und Kultur – Kurse am Konservatorium

Im Sommer baten wir um Spenden und Unterstützung, damit sechs Künstler*innen der barner 16 die Chance erhalten, die Grundlagen der professionellen Musikproduktion am Hamburger Konservatorium zu lernen. Wir waren überwältigt von Ihren Reaktionen und der großartigen Hilfe, nun konnten sechs Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen im November 2024 mit dem Unterricht beginnen. Alle Teilnehmer*innen sind mit großer Freude und viel Elan dabei.

Gemeinsam können wir viel bewegen!

 


 

Engagierte Unternehmenspartner: gemeinsam aktiv

Partnerschaftliche Zusammenarbeit, die Wertvolles bewirkt und alle Beteiligten bereichert: Auch 2024 setzten sich wieder zahlreiche Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen für Stiftungsprojekte ein. Das reichte von der Spendenlauf-Teilnahme über Patenschaften für inklusive Sportkurse und Weihnachtsgeschenke für Kinder, Jugendliche und Senioren bis hin zum ehrenamtlichen Einsatz von Auszubildenden.

Für mehr Teilhabe im Sport

Der Bereich Sport und Inklusion der ESA setzt sich dafür ein, dass auch Menschen mit Behinderung selbstverständlich und gleichberechtigt am Sport teilhaben können. Viele der inklusiven Bewegungsangebote sind ausschließlich dank großzügiger Spenden möglich, denn für Sportmaterial ebenso wie für Hallen- oder Trainerkosten brauchen wir zusätzliche Mittel. Dank der engagierten Spendenlaufbeteiligung von zehn Unternehmen mit insgesamt rund 200 Läufer*innen konnte 2024 zum Beispiel dringend benötigte Kletterausrüstung angeschafft werden. Außerdem werden u. a. folgende Angebote bereits seit mehreren Jahren durch Sportpatenschaften von Unternehmensseite ermöglicht:

„Wheel-Soccer – Fußball für alle“

Jeden Mittwoch kommen 10–15 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung beim Angebot „Wheel-Soccer – Fußball für alle“ in Bewegung. Dieser Rollstuhlsportkurs konnte auch 2024 für ein weiteres Jahr realisiert werden. Dank des hohen Trainer- und Betreuerschlüssel kann bei den Spielen sehr individuell auf die Kinder mit unterschiedlichen Handicaps eingegangen werden. Aber auch die Kinder selbst unterstützen sich gegenseitig.

Kinder ohne Behinderung helfen selbstverständlich Kindern mit Behinderung – indem zum Beispiel Rollstühle geschoben oder Bälle gemeinsam gefangen und geworfen werden.

Die Nutzung der Rollstühle durch alle Teilnehmenden führt zu spannenden Erfahrungen – auf allen Seiten und trotz unterschiedlicher Behinderungen. Die Kids erleben in dem Kurs Normalität und Zugehörigkeit. Neben dem Spaß wird dadurch auch das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt.

Jedes Kind kann klettern lernen

Eine weitere Sportpatenschaft ermöglicht schon seit 2018 die Klettergruppe „Turnmäuse“. Der Kurs für Kinder mit Behinderungen ist ein Gemeinschaftsangebot des Bereichs Sport und Inklusion der Ev. Stiftung Alsterdorf und des Werner Otto Instituts (WOI). Auch 2024 konnte dies Angebot fortlaufen – hier lernen die Kinder in einer unterstützenden und inklusiven Atmosphäre nicht nur das Klettern, sondern auch wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Jeden Freitag klettern sechs Kinder zusammen mit drei Therapeutinnen aus verschiedenen Fachbereichen wie Ergotherapie, Psychomotorik und Sozialpädagogik.

Die Klettertherapeutin Laura Karl, die die Gruppe seit Beginn anleitet, sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass jedes Kind klettern lernen kann, und dies ganz unabhängig von einer Behinderung. Besonders freue ich mich, wenn ich miterleben kann, wie Kinder oder Jugendliche im Verlauf der Gruppe ‚wachsen‘, ihre selbst gesteckten Ziele schaffen und sich über das Erreichte freuen können.“

Förderung neues Zentrum KuBi in Lurup 

Wie die engagierte Unterstützung eines Unternehmens hilft, zeigt auch der Aufbau des Kultur- und Bildungszentrums (KuBi) Lurup. Hierbei handelt es sich um ein Projekt der Kita Moorwisch und des Bildungshauses Lurup, das im Sommer 2025 feierlich eröffnen wird. Es ist ein Ort der Begegnungen im Luruper Quartier am Lüdersring. Neben einem Eltern-Kind-Zentrum sowie einem Beratungsforum, der sogenannten Servicestelle Lurup Süd-Ost, bietet das KuBi verschiedene Angebote. Dabei sind diese so vielfältig wie der Stadtteil selbst – von Sportkursen für Jung und Alt über Sprachkurse bis zu Hilfen zur Erziehung sowie Elternkursen zu verschiedenen Themen. Der Umbau und die Ausstattung dieses besonderen Orts waren nur dank der Förderung verschiedener Unterstützer*innen möglich, darunter auch eine großzügige Unternehmensspende.

Ein Wunschbaum zu Weihnachten

320 Geschenke sorgten zu Weihnachten 2024 für lauter strahlende Kinder, Jugendliche und Senior*innen in unseren Einrichtungen. Im Rahmen der bekannten und beliebten Wunschbaumaktion konnten auch 2024 wieder zahlreiche Herzenswünsche erfüllt werden.

Ob Spielzeuge, Bücher oder kuschelige Winterjacken – die Freude über ihre liebevoll verpackten Päckchen war riesig! Ein großes Dankeschön an alle Mitmacher*innen – auch im Namen aller Beschenkten.

 


 

Förderkreis: 50 Jahre Engagement für die Stiftung

Bereits seit 1975 engagiert sich der Förderkreis für die Anliegen und Projekte der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und setzt neue Impulse im Bereich Inklusion. Im Herbst 2025 steht die Feier zum großen Vereinsjubiläum an, wir feiern 50 Jahre Förderkreis. Auch 2024 konnten wir wieder dank der großzügigen Zuwendungen und des Engagements der Vereinsmitglieder ganz gezielt helfen.

Jahresprojekt 2024 war die Förderung eines MotionComposers für die Tagesförderung (Tafö) Manshardtstraße. Dieses Gerät wandelt Bewegung in Musik um. So können auch Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf selbstbestimmt musizieren und werden zu Bewegung motiviert. Ein Beispiel dafür ist ein Klient aus der Tafö, der im Rollstuhl sitzt und darüber hinaus nur eingeschränkt bewegungsfähig ist. Er hat das virtuelle Motorradfahren mit dem MotionComposer für sich entdeckt. Wenn er den Motor aufheulen lässt, hilft ihm seine Begeisterung, den Arm noch ein kleines Stückchen mehr als sonst anzuheben. Die Finanzierung des MotionComposers wurde u. a. durch eine große Spendensumme möglich, die einige Mitgliedsunternehmen beim ESA-Spendenlauf erzielten.

Außerdem erreichte der Verein mit zwei erfolgreichen Veranstaltungen Aufmerksamkeit in Hamburg für die Stiftung und ihre Themen. Beim „Alsterdorfer Gespräch“ im Oktober wurde mit den Menschen dieser Stadt über das Thema Inklusion und Kommunikation diskutiert. Auf dem Podium sprachen die Staatsrätin der Sozialbehörde Petra Lotzkat, Ursula Heerdegen-Wessel, zuständig für barrierefreie Angebote beim NDR, Torben Germis von Ahoi Bullis GmbH, Talker-Experte Oscar Whyman und ESA-Vorstand Pastor Uwe Mletzko. Begrüßt wurden die Gäste von Ralf Sommer, Vorstand des Förderkreises. Es war ein spannender und impulsgebender Abend, an dem rund 70 Gäste teilhatten, die sich im Anschluss noch rege über das Thema austauschten.

Mitte November gab das Charity-Event „Ein Abend für alle Sinne“ einen Einblick in die kulturelle Arbeit der ESA. In der außergewöhnlichen Location des resonanzraums St. Pauli begeisterten die Musiker*innen von barner 16 und die Künstler*innen des ateliers lichtzeichen. Der Abend fand zugunsten der beteiligten Künstler*innen statt und ermöglichte barrierefreie PC-Arbeit für blinde Musikerinnen und Musiker sowie die Anschaffung ergonomischer Sitzgelegenheiten für das Atelier.

 


 

Medizin: zwei Projektbeispiele

Zahnmedizin im Ev. Krankenhaus Alsterdorf (EKA)

Wir danken sehr herzlich allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung der zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderung. Die medizinische Versorgung dieser Patientengruppe an sich ist schon sensibel, die Zahnmedizin ist jedoch noch einmal besonders herausfordernd: Viele Menschen mit komplexen Behinderungen hatten noch nie eine zahnmedizinische Behandlung, denn diese ist oft langwierig und erfordert Geduld, Kenntnis, Erfahrung, Personal, größere Räumlichkeiten und eine spezielle Ausstattung. Oft werden diese Patient*innen nur im Notfall und dann per Zwang und mit Sedierung in der Notaufnahme behandelt.

2024 konnte nun das erste spendenfinanzierte Zahnprojekt erfolgreich abgeschlossen werden: die Anschaffung eines besonderen Zahnarztstuhls für Rollstuhlfahrer*innen. Dieser ist eine Spezialanfertigung aus Italien, die zuvor nur in München und Kiel im Einsatz war – jetzt also auch in Hamburg!

Damit ist das EKA nun ab 2025 in der Lage, im Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI) Menschen mit komplexen Behinderungen eine zahnärztliche Versorgung anzubieten. Das SIMI ist ein Medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderung (MZEB) sowie Menschen mit komplexen Behinderungen.

Durch großzügige Unterstützung insbesondere der Hubertus Wald Stiftung und der Paul, Greta und Berta Kaven-Stiftung und auch dank weiterer Spenden konnte dieses Projekt realisiert werden. Im Namen aller Patient*innen sagen wir: herzlichen Dank!

Inklusives Segeln – ein WOI-Angebot

„Was war für dich das Schönste beim Segeln?“ – „Steuern!“, ruft Jella. Das inklusive Segelprojekt für Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsstörungen aus dem Werner Otto Institut gGmbH (WOI) war 2024 ein Pilotprojekt und übertraf alle Erwartungen. Bewegung und Sport sind wichtig für die Entwicklung eines jeden Kindes. Kinder mit Beeinträchtigung hören zu oft: „Das geht bei uns leider nicht.“ Geht nicht? Geht doch! Segeln ist eine der inklusivsten Sportarten!

Für acht Kinder ab acht Jahren aus dem WOI hieß es: „Leinen los!“ Der Kurs fand von Mai bis Oktober 2024 alle zwei Wochen statt; auf zwei Segelbooten und flankiert mit einem Motorboot und mit Trainern, die viel Erfahrung mit Kindern mit Beeinträchtigungen auf dem Wasser haben. In dem Segelkurs lernten sie gemeinsam Segel setzen und trimmen, steuern und sammelten Erfahrungen mit dem Thema Windrichtung, Knoten knüpfen u. a. Ergänzt wurde der Kurs mit einem Ferienangebot, an dem auch einige Eltern und Geschwister fünf Tage teilnahmen. Hier zeigten die Kinder, was sie gelernt hatten, und die Eltern lernten, dass ihre Kinder selbstständig das Ruder übernahmen. Jella, die vor allem das Steuern schön fand, möchte nun zusammen mit einem Freund weitersegeln.

Ziel des WOI ist es, Kinder darin zu unterstützen, weitgehend selbstbestimmt und selbstständig zu leben. Echte Inklusion haben wir erreicht, indem die Kinder die erforderlichen Kompetenzen erworben haben, um nun in ganz regulären Segelkursen weitermachen zu können – als ganz reguläres Vereinsmitglied! Von den acht Kindern sind alle Kinder während der gesamten Saison dabeigeblieben und drei Kinder wollen nun auch 2025 weitermachen! Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit und großzügige Unterstützung bei der Günter und Vera Faasch Stiftung, bei der Kroschke Kinderstiftung und weiteren Spender*innen, beim Segelverein HSC und beim „Wir sind wir-Inclusion in Sailing“-Verein, mit deren Hilfe dieses tolle WOI-Projekt für die Kinder gelingen konnte.

Unverzichtbar: Stiftungsprojekte brauchen Spenden

Die Ev. Stiftung Alsterdorf erhält aus verschiedenen Quellen Finanzierung, etwa Gelder von Sozialbehörden oder Krankenkassen, und sie erwirtschaftet auch selbst Erträge. Dennoch sammelt sie zusätzlich Spendengelder. Dies geschieht, um beispielsweise im Kita- und Schulbereich, in der Altenpflege, in Werkstätten für behinderte Menschen oder auch im medizinischen Bereich zusätzliche innovative Maßnahmen umsetzen zu können.

Die Spendengelder fließen v. a. in Projekte, Maßnahmen und Sachgüter, die (noch) nicht von der Regelfinanzierung abgedeckt sind. Die Regelfinanzierung ist grundsätzlich auf einen kalkulierten Bedarf ausgerichtet. Dieser weicht jedoch oftmals vom individuellen Bedarf eines Menschen ab. Gerade auch über Spenden ist es uns dankenswerterweise möglich, flexibel auf besondere und individuelle Bedarfe unserer Klient*innen einzugehen und gezielt zu helfen, um den Alltag inklusiver zu machen.

Von der ersten Idee zum Spendenprojekt

Spendenprojekte haben ihren Ursprung vor Ort in den Gesellschaften, wo die Menschen miteinander arbeiten, wo Pflege, Eingliederungshilfe und Ausbildung stattfinden. Die Mitarbeiter*innen der ESA kommen in ihrem Arbeitsleben auf neue Ideen, wie sich Prozesse verbessern und Bedarfe decken lassen. Auch Klient*innen selbst geben mit ihren Wünschen und Ideen immer wieder neue Anregungen. Diese Ideen entwickeln sich zu Projektbeschreibungen, Finanzierungspläne werden erstellt. Verschiedene Geldgeber wirken oftmals zusammen, um ein neues Projekt an den Start zu bringen. So werden große Maßnahmen häufig anteilig mit Geldern aus privaten Stiftungen, über Unternehmensspenden sowie Geldmitteln aus freien Spenden von Privatpersonen ermöglicht. Immer wieder sind auch Soziallotterien wie etwa die Aktion Mensch, die Fernsehlotterie oder die Glücksspirale dabei und sichern einen Teil der Finanzierung. Investitionen für komplexe Projekte stehen also auf mehreren Säulen. Mehrere Geldquellen arbeiten hier konstruktiv Hand in Hand, um Innovationen und echte Leuchtturm-Projekte zu schaffen. Gebündelt werden diese mehrteiligen Finanzierungen im Team Fundraising der Stiftung.

Das Fundraising-Team prüft Projektskizzen und auch Einzelmaßnahmen, für die ein Spendenbedarf gemeldet wird. Hierbei ermöglichen uns gerade auch freie Spenden eine schnelle Hilfe. Denn sind Geräte etwa in Werkstätten, medizinischen Einrichtungen oder auch Hilfsmittel in Wohngruppen oder Betreuungseinrichtungen defekt, muss oft sehr schnell Ersatz her. Sei es etwa für einen Braille-Drucker für Blindenschrift, eine Treppensteighilfe, um Stufen zu überwinden, oder auch für einen Sonnenschutz, damit Menschen gefahrlos gemeinsame Stunden im Garten verbringen können. Geldmittel aus dem Fördertopf der freien Spenden sind 2024 auch genutzt worden, um etwa in der Stiftungsbäckerei eine neue Teigknetmaschine anzuschaffen – rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft und die Kekse-Backsaison.

Dank vieler Spender*innen sind wir auch für das Jahr 2025 gut aufgestellt, um neue innovative Vorhaben zu starten. Wir danken allen herzlich für ihre engagierte Hilfe – stärken Sie uns bitte auch weiterhin so tatkräftig den Rücken.

Für noch mehr innovative, inklusive Projekte, die wir gemeinsam umsetzen können.

 


 

Nachfolgend finden Sie unseren Finanzbericht mit einer Mehrspartenrechnung (GuV), Bilanz und dem Prüfbericht der unabhängigen Prüfungsgesellschaft.

Mehrspartenrechnung 2024 herunterladen

 

Allgemeine Erläuterungen

Allgemeine Angaben und Erläuterungen

Als Mitglied des Deutschen Spendenrats bekennt sich die Evangelische Stiftung Alsterdorf zu Transparenz und ethischen Grundsätzen im Spendenwesen und erklärt mit der Selbstverpflichtungserklärung, dass den Grundsätzen des Deutschen Spendenrats entsprochen wurde.

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf verpflichtet sich:

  • nicht mit Geschenken, Vergünstigungen oder Vorteilen zu werben, die inhaltlich oder im finanziellen Aufwand nicht dem Satzungszweck entsprechen
  • nur in angemessener Form zu werben
  • den Verbraucherschutz in jeder Hinsicht zu achten
  • den Schutz der Spenderadressen zu respektieren
  • sich mit Buchführung und Jahresabschluss nach den
    Grundsätzen des Institutes der Wirtschaftsprüfer (IDW) prüfen zu lassen
  • jährlich einen Bericht zu veröffentlichen, u. a. zu Erträgen/Aufwendungen und projektgebundenen Spenden
  • jährlich den Wirtschaftsprüfer im Rahmen einer erweiterten Prüfung hinsichtlich unserer Einhaltung der Grundsätze des Deutschen Spendenrats e. V. zu beauftragen, soweit es die Rechnungslegung betrifft.

Personal- und Vergütungsstruktur des Bereichs Spende

Im Jahresdurchschnitt waren elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Teilbereich Spende der Evangelischen Stiftung Alsterdorf angestellt. Die Vergütung im Bereich Spenden unserer Stiftung erfolgt nach dem Tarifvertrag KTD. Es werden keine Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Einwerbung von Spenden gezahlt.

I. Finanzbericht

Der Spendenbereich ist ein Teilbereich der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, Hamburg – ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Die der Geschäftstätigkeit des Teilbereichs zuzuordnenden Vermögensgegenstände und Schulden werden wie folgt separiert: Die laufenden Geschäftsvorfälle, Vermögensgegenstände und Schulden werden unter sachgerechter Abgrenzung in zwei separaten Buchungskreisen der Stiftung geführt. Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen dem Teilbereich und der Stiftung werden als Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Erträge und Aufwendungen erfasst. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und zur transparenteren Darstellung um die Posten „Erträge aus Spenden“ und „verwendete Spendenmittel“ erweitert.

 

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden analog zum HGB und zu den Regelungen des IDW RS HFA 21 angewendet

III. Erläuterung zur Bilanz

  1. Anlagevermögen
    Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ist dem vorliegenden Anlagenspiegel zu entnehmen (als Download auf www.alsterdorf.de abrufbar).
  1. Eigenkapital
    Aufgrund von Zustiftungen von 3.400,00 € beträgt das festgesetzte Kapital zum 31.12.2024 1.129.902,82 €.
  1. Sonderposten
    Der Sonderposten für noch nicht aufwandswirksam verwendete Spenden hat sich aufgrund von Eingängen des Jahres in Höhe von 1.331 T€ und Verwendungen in Höhe von 1.228 T€ von 3.091 T€ auf 3.194 T€ erhöht.
  1. Sonstige Rückstellungen
    Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von insgesamt 21 T€ betreffen Rückstellungen für Personalansprüche (17 T€) und ausstehende Rechnungen (4 T€).
  1. Verbindlichkeiten
    Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit 1.569 T€ Spendenweitergaben (Vj.: 1.162 T€) und mit 170 T€ Lieferungen und Leistungen (Vj.: 90 T€). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen in Höhe von 1.407 T€ (Vj.: 1.127 T€) auf die anderen Geschäftsbereiche der ESA und mit 332 T€ (Vj.: 125 T€) auf die Tochtergesellschaften der ESA.Aufgrund von Eingängen des Jahres in Höhe von 2.214 T€ (davon Zinsen von 37 T€) und Verwendungen in Höhe von 2.261 T€ haben sich die Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden von 2.854 T€ auf 2.807 T€ verringert. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus noch nicht abgerechneten Nachlässen in Höhe von 314 T€ (Vj.: 455 T€) enthalten.
  1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
    Wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Dienstleistungsverträgen bestehen am Abschlussstichtag in Höhe von 11 T€.

Abschlussbemerkungen

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Hamburg-Nord vom 20. Februar 2025, Steuernummer 17/409/00559, als ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf zahlt weder an fest angestellte Mitarbeitende noch an Dienstleister erfolgsabhängige Provisionen. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V. und garantiert damit, dass alle Spendengelder bestimmungsgemäß und sachgerecht verwendet werden. Der Jahresabschluss des Teilbereiches Spenden der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Mehrspartenrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024, wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RMS Ebner Stolz GmbH & Co.KG geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

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Spendenzertifikat für die Evangelische Stiftung Alsterdorf

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist langjähriges Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V., der sich gemeinsam mit den ihm angehörenden Spenden sammelnden Organisationen das Ziel gesetzt hat, die ethischen Grundsätze im Spendenwesen in Deutschland zu wahren und zu fördern sowie den ordnungsgemäßen treuhänderischen Umgang mit Spendengeldern durch freiwillige Selbstkontrolle – gemäß seinen Grundsätzen – sicherzustellen. Denn wer spendet, will sich sicher sein: Die Hilfe kommt an. Wir setzen Ihre Spende effizient ein und berichten darüber transparent. Das bestätigen uns unabhängige Prüfer. Die Einhaltung dieser Grundsätze wurde auch von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfergesellschaft im Auftrag des Vorstands des Deutschen Spendenrats geprüft und hat zu keinerlei Beanstandungen geführt. Das Spendenzertifikat können nur Mitglieder des Deutschen Spendenrats erhalten. Der Vergabe geht ein mehrstufiges Verfahren voraus. Die Kriterien für die Vergabe des Spendenzertifikats orientieren sich an den Grundsätzen des Deutschen Spendenrats. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf bestätigt mit der Verwendung dieses Zertifikats nach bestem Wissen und Gewissen den ordnungsgemäßen treuhänderischen und verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Sie wird auch weiterhin die Satzung mit den Grundsätzen nebst Anlagen und Selbstverpflichtung des Deutschen Spendenrats e. V. beachten und einhalten.

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Zahlen und Fakten

7.306

Mitarbeiter*innen

431

Mio. Bilanzsumme

180

Standorte in Hamburg

Tobias Gaiser und Sandra Waschinski sitzen nebeneinander an einem Tisch. Sie lächeln in die Kamera.

Ein Jahr klaarnoord: Rückblick und Ausblick

Die neue Tochtergesellschaft der ESA vereinigte ab dem 01. Januar 2024 die tohus gGmbH und die Standorte der alsterdorf assistenz ost in Schleswig-Holstein. Knapp 400 Mitarbeiter*innen waren und sind Teil dieses großen Veränderungsprozesses und geben der klaarnoord Identität und Profil. Im Interview blickt die Geschäftsführung Tobias Gaiser und Sandra Waschinski auf das erste Jahr klaarnoord zurück und gibt Ausblick auf das, was noch kommen soll.

Wie hat der Zusammenschluss der tohus und aaost zur klaarnoord das fachliche Profil der neuen Gesellschaft verändert?

Sandra Waschinski: Der Zusammenschluss war für uns ein mutiger Schritt nach vorn – und rückblickend genau der richtige. Die gebündelten Erfahrungen und Kompetenzen bringen neue Impulse, die unsere Arbeit lebendig machen. In der täglichen Zusammenarbeit erleben wir, wie viel Energie, frischer Wind und Freude in dieser neuen Gesellschaft stecken. Wir vereinen mehr Wissen, mehr Perspektiven und ganz viel Herz. Es ist schön, zu sehen, wie aus dieser Vielfalt Entwicklung wird. Das begeistert uns und das spüren auch die Menschen, die wir begleiten.

Tobias Gaiser: Die tohus und die aaost hatten auch vorher schon ein klares Profil, aus der Historie heraus aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die klaarnoord bündelt dies als neue Gesellschaft. Sie ist dadurch gestärkt und verbindet fachliche Tiefe mit echter Vielfalt: Wir sind breiter aufgestellt und dennoch spezialisierter, wir arbeiten enger und vernetzter zusammen. Wir lernen sehr viel voneinander, entwickeln gemeinsam Ideen und gestalten unsere Angebote gezielt weiter. Und dies in nun fünf Landkreisen in Schleswig-Holstein. Auch das ist ein Teil unseres Profils mit klarer Fokussierung in diesem Bundesland.

Was waren die größten Herausforderungen nach dem Zusammenschluss zu klaarnoord?

Tobias Gaiser: Ein Zusammenschluss zweier so großer Einheiten zieht immer Veränderungen nach sich: eine neue, gemeinsame Unternehmenskultur, eine neue Organisationsstruktur, neue Personen oder einheitliche Prozesse – dies alles bringt Bewegung und erfordert Geduld wie auch Agilität. Die Anforderungen des Arbeits-alltags gehen jedoch weiter und nehmen darauf keine Rücksicht. Denn Dienste müssen trotzdem besetzt und Rechnungen bezahlt werden. Hier das richtige Tempo und die richtigen Zeitpunkte für Entscheidungen zu finden, empfanden wir als sehr große Herausforderung.

Sandra Waschinski: Die größte Herausforderung war – und ist – das Zusammenführen zweier gewachsener Kulturen mit eigener Identität, eigenen Strukturen und Arbeitsweisen. Für viele Mitarbeitende bedeutete das, Vertrautes loszulassen und sich auf Neues einzulassen. So ein Prozess braucht Zeit, Vertrauen und einen offenen Umgang miteinander. Veränderungen lösen ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Deshalb war es uns wichtig, diesen Weg transparent zu gestalten, zuzuhören und möglichst viele mitzunehmen. Gleichzeitig kommen neue Kolleg*innen zu uns, die die klaarnoord von Beginn an erleben. Sie bringen einen frischen Blick mit und begegnen der neuen Kultur ohne Vergleich, aber mit viel Offenheit. Für sie ist unsere neue Kultur selbstverständlich. Dieses Zusammenspiel aus Erfahrung und Neuanfang tut uns gut und bereichert uns.

Was ist das Beste, was nach dem Zusammenschluss passiert ist?

Sandra Waschinski: Für mich ganz klar: die Begegnungen. Zu erleben, wie in der klaarnoord Schritt für Schritt ein neues Miteinander entsteht, ist etwas Besonderes. Wir haben so viele engagierte Kolleg*innen, die ihre Arbeit mit echter Überzeugung machen! Ich freue mich sehr über die Offenheit, mit der sich viele Kolleg*innen auf die neue Gesellschaft eingelassen haben. Da ist viel Bereitschaft, umzudenken, Neues auszuprobieren, sich einzubringen. Das ist nicht selbstverständlich und gerade deshalb so wertvoll. In Gesprächen, in der Zusammenarbeit, in kleinen Momenten im Alltag spürt man: Da bewegt sich was. Und genau das macht Lust auf das, was wir gemeinsam noch vorhaben.

Tobias Gaiser: Mich hat zu Beginn sehr beschäftigt, wie diese neue Gesellschaft mit neuem Namen angenommen wird, sowohl bei den Kolleg*innen der klaarnoord, aber auch in der ESA und bei unseren Partnern in Schleswig-Holstein. Es hat uns sehr gefreut, dass die klaarnoord sich so schnell etablieren konnte. Nicht nur bei den neuen Mitarbeiter*innen, die im Laufe des Jahres in der klaarnoord begonnen haben. Sondern auch bei den vielen Kolleg*innen, die sich der aaost oder der tohus sehr zugehörig fühlten und sich dennoch auf das Neue eingelassen haben und jetzt mit uns zusammen die klaarnoord gestalten. Positiv überrascht hat mich auch, wie schnell die klaarnoord als neue Gesellschaft im Umfeld in Schleswig-Holstein angenommen und akzeptiert wurde. Wir spüren hier viel Vertrauen und profitieren sicher von der guten Arbeit, die vorher von der aaost und der tohus geleistet wurde.

Welche Relevanz hat klaarnoord in Schleswig-Holstein?

Sandra Waschinski: Die klaarnoord hat in Schleswig-Holstein eine echte Präsenz, und das nicht nur, weil wir nach dem Zusammenschluss gewachsen sind, sondern weil wir ein breites und differenziertes Angebot machen können. Wir unterstützen Menschen mit sehr unterschiedlichen Bedarfen und bringen dabei viele fachliche Perspektiven zusammen. Was uns besonders macht, ist diese Kombination: individuell denken, passgenaue Lösungen anbieten und gleichzeitig groß genug sein, um auch strukturell mitzugestalten. Wir sind verlässlich, gut vernetzt, im Sozialraum etabliert und offen für neue Ideen. Und wir wissen: Unsere Verantwortung endet nicht an unseren Türschwellen: Wir arbeiten für die Menschen, die wir begleiten, und für eine Gesellschaft, in der Teilhabe möglich wird.

Tobias Gaiser: Diese Präsenz bringt uns sowohl in den Landkreisen, aber auch auf Landes- und Verbandsebene in eine Position, die es uns ermöglicht, mehr Einfluss zu nehmen. Wir merken dies in politischen Diskussionen, aber auch in den aktuellen Leistungsverhandlungen mit den Landkreisen. Das ist wichtig für die klaarnoord, aber besonders für die Menschen in unseren Angeboten, die häufig darauf angewiesen sind, dass wir uns starkmachen.

Wo soll klaarnoord in fünf Jahren stehen?

Tobias Gaiser: In fünf Jahren wollen wir als starke Gesellschaft in Schleswig-Holstein sichtbar sein. Wir wollen Einfluss nehmen, gute Entwicklungen initiieren und weiterentwickeln, uns aber auch den weniger guten Bewegungen entgegenstellen. Wir möchten zeigen, dass wir fachlich etwas zu sagen haben und dass wir den Mut haben, neue Wege zu gehen, wenn Menschen dadurch besser unterstützt werden. Als Gesellschaft, die beweglich und innovativ ist und viel Raum für neue Ideen öffnet.

Sandra Waschinski: Gleichzeitig wollen wir als Arbeitgeber überzeugen: mit einer Kultur, die Vertrauen, Wertschätzung und echtes Miteinander lebt. Ein Ort, an dem Menschen gern arbeiten, weil sie spüren, dass sie gesehen werden und dass ihre Arbeit Sinn ergibt. Denn dort, wo Menschen Verantwortung teilen, sich weiterentwickeln und mit Freude gestalten, entsteht eine Kultur, die wirklich trägt.

Mitarbeiter*innen und Klient*innen der Evangelischen Stiftung Alsterdorf tanzen und sitzen auf einem Sofa.

zusammenWIRken: die ESA Unternehmensstrategie 2024–2028

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) hat strategische Ziele in acht Handlungsfeldern entwickelt, die bis 2028 umgesetzt werden sollen. In einem Beteiligungsprozess haben Vorstand, rund 400 Führungskräfte und der Stiftungsrat diese Ziele festgelegt. Im Jahr 2024 startete die Umsetzung. Erfahren Sie hier mehr über die Schwerpunkte.

Ausgangspunkt der Strategie ist unsere stiftungsweite Vision einer inklusiven, gerechten Gesellschaft, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sein volles Potenzial zu entfalten und möglichst selbstbestimmt und selbstständig zu leben.

Unsere Mission als ESA ist es, Barrieren abzubauen, innovative Unterstützungsformen zu entwickeln und die individuelle Autonomie und Teilhabe in allen Lebensbereichen zu stärken.

Wir haben diese Strategie angesichts vieler Herausforderungen und Krisen entwickelt, mit denen wir umgehen müssen: Der Fach- und Arbeitskräftemangel, die Folgen der Pandemie und die Auswirkungen des Klimawandels sind nur einige davon. Wir haben diese Rahmenbedingungen mit in unsere Strategie einfließen lassen und werden unsere Ziele prüfen und anpassen, sollten sich diese Bedingungen weiter verändern.

Unsere Grundpositionierung, geprägt von unseren zentralen christlichen Werten Würde, Freiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe, hat Bestand und ist der Kompass, der uns auf unserem Weg leitet.

Das sind die acht strategischen Handlungsfelder und ausgewählten Ziele:

Mitarbeiter*innen – unsere Stärke liegt im WIR

  • Wir fördern berufliche Entwicklung und Ausbildung in sozialen Berufen
  • Wir schaffen mehr inklusive Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt – in der ESA und in anderen Unternehmen
  • Wir fördern Frauen in Führung, Diversität und Chancengleichheit
  • Wir setzen uns für eine leistungsgerechte und wertschätzende Vergütung ein

Sozialraumorientierung – zusammen inklusive Gemeinschaften gestalten

  • Wir haben auf Grundlage unserer zahlreichen Modellprojekte das Fachkonzept „Inklusion durch Sozialraumorientierung“ weiterentwickelt
  • Wir haben die Akademie für Sozialraumorientierung erfolgreich eingeführt

Partizipation durch barrierefreie Kommunikation – „wir verstehen einander“

  • Wir haben in der ESA Standards entwickelt, damit Menschen mit und ohne Behinderung sich besser verständigen können
  • Bundesweit sind wir als Expertin zum Thema „Unterstützte Kommunikation“ sichtbar und gestalten die Diskussion mit

Ausbau der Unterstützung von Menschen – Stärke in Vielfalt: psychische und körperliche Gesundheit

  • Gesundheit für alle – jetzt! Wir stärken die Gesundheit von Menschen mit Behinderung durch innovative und bedarfsgerechte Angebote
  • Wir verknüpfen unsere Kompetenzen im Feld psychische Erkrankungen und sind als Anbieter in der Metropolregion Hamburg sichtbar und anerkannt
  • Wir unterstützen Familien mit einem Kind mit Behinderung mit niedrigschwelliger Beratung und professionellen Dienstleistungen

Zusammenarbeit und Digitalisierung – gemeinsam innovativ

  • Individueller Zugang zu und sinnvoller Einsatz von digitalen Tools, um die Arbeit zu erleichtern
  • Wir setzen unsere finanziellen Mittel vollständig für die Entwicklung unseres Unternehmens und unserer Angebote ein
  • Wir haben ein effizientes und verlässliches Managementsystem etabliert

Regionalität – im Norden zu Hause

  • Unsere Leistungsangebote vernetzen und bündeln wir, wo es sinnvoll ist. So stärken wir unsere regionale Kompetenz in der Metropolregion Hamburg, Schleswig-Holstein und im Norden Niedersachsens

Immobilien und Bauen – Raum zum Leben

  • Wir setzen uns für inklusive Quartiere, bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum ein
  • Auch für Mitarbeiter*innen, vor allem Auszubildende, werden bezahlbare Wohnangebote geschaffen

Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung – Verantwortung für unsere Zukunft

  • Wir haben ein Nachhaltigkeitsmanagement etabliert
  • Wir haben unseren CO²-Abdruck deutlich reduziert
  • Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte und eine verantwortungsvolle Unternehmensführung berücksichtigt

Umsetzung der Strategie

Alle Tochtergesellschaften und Bereiche beteiligen sich in den nächsten Jahren an der Umsetzung dieser Strategie. Zu den gemeinsamen Zielen kommen je nach Arbeitsbereich noch weitere dazu, wie zum Beispiel in den Schulen oder Krankenhäusern.

So gibt es viele unterschiedliche Wege, einen Beitrag zur Umsetzung der Strategie zu leisten. Wir wollen voneinanderlernen, uns gegenseitig bestärken und unseren Fortschritt in dialogischen Austauschformaten prüfen und weiterentwickeln.

Ein Mann steht vor einem Baum und lächelt in die Kamera.

Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu den acht Handlungsfeldern der neuen ESA-Strategie. Seit Februar 2024 trägt Alexander Rüther als Referent für Nachhaltigkeit die Verantwortung für die Koordination und Zusammenführung der stiftungsweiten Nachhaltigkeitsaufgaben.

Was ist die Motivation der ESA?

Alexander Rüther: Als gemeinwohlorientierte Stiftung verfügt die ESA bereits seit vielen Jahren über große Ressourcen bürgergesellschaftlichen Engagements und zukunftsorientierten Handelns. Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA.  In meinen Gesprächen mit Kolleg*innen in den verschiedenen Gesellschaften und Bereichen der ESA erlebe ich, wie stark unterschiedliche Nachhaltigkeitsaspekte wie die aktive Teilhabe und Inklusion in den Arbeitsprozessen bereits tief verankert sind. Zudem gibt es eine hohe Motivation für umweltbewusstes Wirtschaften und bereits viele umgesetzte Alltagspraktiken. Auf diesen Grundlagen bauen wir auf, um unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren und die Umweltverträglichkeit unserer Arbeit in der Stiftung zu verbessern.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie steht!

In allen Gesellschaften fanden Workshops mit den jeweiligen Geschäftsführungen, zentralen Funktionsbereichen sowie den Nachhaltigkeitskoordinator*innen statt. Ziel war es, die strategischen Schwerpunkte der Nachhaltigkeit gemeinsam zu erarbeiten und mit den Perspektiven vor Ort zu verbinden.

Flankierend wurde eine stiftungsweite Mitarbeitendenbefragung durchgeführt. Hier zeigte sich: Nachhaltigkeit wird in allen drei Bereichen – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – als wichtig eingeschätzt, wobei soziale Nachhaltigkeit die höchste Relevanz erfährt. In den offenen Antworten lag der Fokus vor allem auf konkreten Umweltmaßnahmen wie Mülltrennung und Ressourcenschonung.

Es wurden zwei Aufforstungsaktionen nach der Miyawaki-Methode umgesetzt – mit aktiver Beteiligung von Mitarbeitenden und Klient*innen. Die Nachhaltigkeitskoordinator*innen der Gesellschaften wirken in der stiftungsweiten Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit mit, in der sowohl gemeinsame Maßnahmen als auch gesellschaftsspezifische Umsetzungen weiterentwickelt werden. Zentrale Themen dieser Zusammenarbeit sind derzeit Klimaanpassung, Energieeffizienz und die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Klient*innen.

Das strategische Ziel, bis 2026 eine CO²-Bilanz für Scope 1 und 2 zu erstellen, ist gesetzt und wird schrittweise vorbereitet. Auch wenn die Berichtspflicht nach CSRD – trotz ihrer anfänglichen Bedeutung – in den Hintergrund gerückt ist, bleibt für uns das gemeinsame Ziel, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil der Stiftungskultur zu verankern im Vordergrund.

Was ist Ihre Aufgabe als Nachhaltigkeitsreferent?

Meine Rolle umfasst eine Vielzahl von Aktivitäten, die darauf abzielen, Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen zu fördern und zu etablieren.

Durch meine Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass Nachhaltigkeit nicht nur als einzelnes Thema betrachtet wird, sondern als integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur wahrgenommen wird. Ich freue mich darauf, allen Interessierten als Ansprechpartner für Fragen und Anregungen zur Verfügung zu stehen. Die Vernetzung von Menschen, der gemeinsame Austausch und das gemeinsame Lernen sind entscheidend, um das vorhandene Wissen und die Motivation unserer Mitarbeitenden bestmöglich zu nutzen. Als ESA-weites Nachhaltigkeitsteam können wir die Themen heben und für die gesamte Stiftung nutzbar machen, an denen bereits heute vor Ort an den Standorten, in den Wohnangeboten, Schulen, Kitas oder Stationen unserer medizinischen Gesellschaften gearbeitet wird. Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit – aus dem Wirksamkeit und Energie entstehen können.

Welche Strukturen im Unternehmen sind dafür notwendig?

In meiner neuen Funktion bilde ich die Schnittstelle zum Vorstand und zur Unternehmenskonferenz, dem Leitungsgremium der Geschäftsführer*innen unserer Gesellschaften und Bereiche, für alle Nachhaltigkeitsthemen. Hier werden die Nachhaltigkeitsstrategie der ESA sowie die großen Linien für Maßnahmen und Kommunikation festgelegt. Darüber hinaus bin ich gemeinsam mit den stiftungsweiten Nachhaltigkeitskoordinator*innen verantwortlich für die Planung, Priorisierung und Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten, um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie sicherzustellen. Diese Gruppe ist von zentraler Bedeutung, da sie zum einen mit ihrer Expertise nachhaltige Projekte in ihren jeweiligen Bereichen unterstützt, zum anderen sind die Nachhaltigkeitskoordinator*innen auch Botschafter*innen in Sachen Nachhaltigkeit. Sie sollen weitere Kolleg*innen bestärken, sich selbst für nachhaltige Themen in ihrem direkten Arbeitsumfeld einzusetzen.

ESA-Truck auf dem Christopher-Street-Day. Es hängen Regenbogen-Fahnen und bunte Luftballons an dem LKW

Meldungen

Weitere Meldungen aus der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Bundesteilhabepreis für „Gesundheit für alle jetzt!“: Vernetzung weltweit

Im Juni 2024 wurde die Initiative „Gesundheit für alle – jetzt!“ mit dem Bundesteilhabepreis ausgezeichnet. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprach bei der Preisverleihung in Berlin von einem „Best-Practice-Beispiel, zum Nachahmen für ganz Deutschland“. Birgit Pohler, Leitung der Initiative: „Diese Auszeichnung ermutigt uns, die Inklusion im Gesundheitswesen weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden wir nachhaltig die Strukturen verändern.“ Gemeint ist etwa das BESSER-Projekt – ein niedrigschwelliges, aufsuchendes Präventionsangebot für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Es dient der individuellen Beratung rund um die Präventionsfelder Bewegung, Stress, Sucht und Ernährung.

Das Interesse an diesem Projekt ist auch international groß. So stellte das Team im Juni bei der 12. Europäischen Konferenz zur Gesundheitsförderung im polnischen Lodz den Ansatz und die Ergebnisse des BESSER-Projektes vor. Im August ging es nach Chicago, zum 17. IASSIDD-Weltkongress, dem weltweit führenden Forschungs- und Praxistreffen auf dem Gebiet der kognitiven und entwicklungsbedingten Behinderungen in den USA. Und im September kamen mehr als 800 Expert*innen aus aller Welt bei der ICN-Netzwerkkonferenz im schottischen Aberdeen zusammen. Die Referentinnen von „Gesundheit für alle – jetzt!“, unter ihnen Birgit Pohler und Kerstin Gemes, kamen dabei auch ins Gespräch mit Dr. Amelia Latu Afuhaamango Tuipulotu (WHO), die sich sehr für das BESSER-Projekt interessierte.

Alle vereint dabei das gleiche Ziel: die Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderung auf das gleiche Level zu bringen wie für alle anderen auch – so steht es in Artikel 25 der UN-Behindertenrechtskonvention – und damit die Teilhabe zu stärken. Denn wer gesund ist, kann besser mitreden, mitmachen, mitentscheiden.


Führungskräfte mit rückenwind³ stärken

Das vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland aufgelegte ESF-Plus-Programm „rückenwind³ für Vielfalt, Wandel und Zukunftsfähigkeit in der Sozialwirtschaft“ (kurz: rückenwind³) zielt auf die Fachkräftesicherung in sozialen Berufs- und Arbeitsfeldern. Gefördert werden Modellvorhaben der Personal- und Organisationsentwicklung und des Kulturwandels in gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen der Sozialwirtschaft.

Das Onboarding-Programm der Evangelischen Stiftung Alsterdorf „Führung (er)leben“ – unterstützt durch die EU-Förderung rückenwind³ – soll dazu beitragen, das gesellschafts-, abteilungs- und ebenenübergreifende Arbeiten zu optimieren. In dem 18-monatigen Prozess durchlaufen die Führungskräfte verschiedene Blöcke, die dazu dienen, sich zu vernetzen, die ESA und ihre Bereiche genauer kennenzulernen sowie individuelle Führungskompetenzen auszubauen. „Führung (er)leben“ hat zudem einen Schwerpunkt auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Dafür wird unter anderem ein 12-monatiges Mentoring-Programm für Frauen etabliert.

Inhalte des 18-monatigen Führungskräfte-Onboarding-Programms „Führung (er)leben“

  • Kick-off-Veranstaltung mit Impulsvorträgen und Vernetzungsmöglichkeiten
  • Hospitationen in anderen Gesellschaften des Unternehmensverbunds der Evangelischen Stiftung Alsterdorf
  • Fortbildungen zur Gestaltung der Führung im Führungsalltag und Stärkung der digitalen Kompetenzen
  • Austauschformate zur Umsetzung von Führungsaufgaben anhand von Praxisbeispielen und zur Vernetzung der Führungskräfte
  • Kollegiale Fallberatung
  • Mentoring-Programm für Frauen in Führung
  • Austauschformate für Frauen in Führung zur Stärkung des Austauschs und der Vernetzung weiblicher Führungskräfte

Anfang September 2024 ist der erste von drei Durchgängen innerhalb der dreijährigen Förderperiode gestartet.

Drohnenbild von oben mit den Führungskräften unten in einem Kreis aufgestellt

Chancen geben – damit Inklusion gelingt!

Aktivieren, stärken, Chancen geben – dieser Dreiklang gehört seit dem Start im Jahr 2014 zur DNA des Campus Uhlenhorst. Hier werden junge Menschen mit Lernschwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf und ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleitet. Im September feierte das Gemeinschaftsprojekt der Kesting-Fischer Stiftung und der Bereiche alsterarbeit und Bildung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf seinen 10. Geburtstag.

„Mach, was Du kannst!“ ist das Motto des Campus Uhlenhorst. Optimale Chancen für Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Gelegen zwischen Alster und Mundsburg bietet der Campus Uhlenhorst auf über 700 Quadratmetern viel Raum, damit die jungen Menschen ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten bestmöglich entfalten können.

„Zu uns kommen Jugendliche und junge Erwachsene ab dem Alter von 15 Jahren – in der Regel nach der zehnten Klasse“, sagt Tobias Fritze, der den Campus Uhlenhorst seit der Gründung leitet. „In der Lebenswelt der jungen Menschen stehen Themen wie Freundschaft, Partnerschaft, Wohnen oder Freizeit im Fokus. Das Thema Arbeit ist noch gar nicht so klar gefasst. Hier setzen wir an: zum einen mit einem Kurssystem, das klassische Bildungsinhalte weiter fortführt. Und zum anderen arbeiten wir ganz stark über Praktika. Wir kooperieren eng mit vielen Hamburger Unternehmen und können dabei auf ein in den Jahren gewachsenes Netzwerk von über 500 Betrieben in unterschiedlichen Branchen zurückgreifen.“

Auf dem Campus Uhlenhorst steht die Verbindung von praktischen Fähigkeiten und pädagogischer Expertise im Fokus: Für alle Teilnehmer*innen gibt es praxisnahe Coaches. „Das sind Kolleg*innen, die eine sozialpädagogische oder pädagogische Ausbildung und zusätzlich auch eine Berufsausbildung haben.

Wir haben eine Friseurin, die auch die Pädagogin ist. Andere Kolleg*innen sind Tischler*in, Koch oder kommen aus dem Landschaftsbau“, erklärt Tobias Fritze.

Die psychische und physische Gesundheit der Teilnehmer*innen ist auf dem Campus Uhlenhorst besonders wichtig: Es reicht nicht aus, einfach „nur“ einen Arbeitsplatz zu haben. Die Einbindung in Arbeitsprozesse und Teamstrukturen ist unbedingt notwendig. Wertschätzung, Miteinander und Respekt sind unabdingbare Faktoren für den Erfolg betrieblicher Integration. Ob beim gemeinsamen Mittagessen oder bei der Akzeptanz von unterschiedlichen Arbeitsgeschwindigkeiten.


Bunt – und mit Botschaft! Die ESA mit inklusivem Truck auf dem CSD

Bunte Outfits, ausgelassene Stimmung und ein sichtbares Zeichen für mehr Vielfalt und Toleranz in unserer Gesellschaft. Mehr als 250.000 Menschen feierten im August den Christopher Street Day (CSD) in Hamburg – und die Evangelische Stiftung Alsterdorf war mit einem eigenen inklusiven Truck dabei. Rund 65 Mitarbeitende, Beschäftigte und Klient*innen, mit und ohne Behinderung, queer oder nicht, feierten gemeinsam, dass jeder Mensch akzeptiert ist.

„Vielfalt macht stark – davon sind wir als Evangelische Stiftung Alsterdorf überzeugt und dafür stehen wir“, sagt Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

„Wir unterstützen Menschen mit und ohne Behinderung darin, ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges Leben zu führen. Dazu gehört auch die sexuelle Selbstbestimmung.“

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