Titelbild Jahresbericht 2025

Jahresbericht 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde der Evangelischen Stiftung Alsterdorf,

große Veränderungen zeigen sich oft in kleinen Momenten. Ein Selfie vor einem Plakat. Ein unerwartetes Lachen im neuen Quartier. Ein Mensch, der mit Unterstützung einen Schritt wagt, der lange zu groß schien. 2025 war reich an solchen Augenblicken. Sie stehen beispielhaft für das, was die Arbeit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ausmacht: den gemeinsamen Weg hin zu einer inklusiveren und menschlicheren Gesellschaft.

Mit unserer Kampagne „In der besten Gesellschaft“ haben wir diesem Anspruch ein Gesicht gegeben. Menschen mit und ohne Behinderung stehen nebeneinander, schauen selbstbewusst in die Kamera und damit in die Öffentlichkeit. Die Kampagne macht sichtbar, wofür wir als Stiftung stehen: für Inklusion, Barrierefreiheit, Respekt und gleichberechtigte Teilhabe. Werte, die aus unserer Sicht unverzichtbar für eine lebendige Demokratie sind.

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Bericht des Stiftungsrates

2025 war für den Stiftungsrat ein Jahr des Übergangs. In der Dezembersitzung hat Uwe Kruschinski nach 17 Jahren sein Amt als Vorsitzender niedergelegt, Matthias Kammer hat seine Nachfolge angetreten und leitet nun gemeinsam mit Maren Puttfarcken als stellvertretender Vorsitzender den Stiftungsrat. Hier ihr Blick auf 2025:

Im Namen des gesamten Gremiums haben wir Herrn Kruschinski für seine langjährige, zugewandte und verlässliche Leitung aufrichtig gedankt. Er bleibt dem Stiftungsrat als Mitglied erhalten und wirkt weiterhin als stellvertretender Vorsitzender des Hauptausschusses mit.

Die Amtszeit von Herrn Kruschinski seit 2008 war geprägt von wichtigen strategischen Entscheidungen und der Bewältigung schwieriger Phasen. Unter seinem Vorsitz wurde der ursprünglich zweiköpfige Vorstand stabilisiert und anschließend zu einem vierköpfigen Vorstand weiterentwickelt – ein wichtiger Schritt für eine breite, kompetente und zukunftsfähige Führung. Zudem hat der Stiftungsrat in seiner Zeit die Satzung angepasst und aktualisiert, um den rechtlichen und fachlichen Rahmen der Stiftung zeitgemäß zu gestalten.

Besonders herausfordernd war die Krisenphase nach der Übernahme der Stadtmission Kiel. Unerwartete finanzielle, bilanzielle und organisatorische Belastungen stellten die Stiftung erheblich auf die Probe. Der Stiftungsrat hat diese Zeit unter der Leitung von Herrn Kruschinski intensiv begleitet und dazu beigetragen, dass die Stiftung wieder Stabilität gewinnen konnte.

In seine Vorsitzzeit fallen zentrale Großprojekte, die das Gesicht der Stiftung dauerhaft prägen: die neue Sporthalle, Krankenhausneubauten, der Umbau der Kirche mit der Einrichtung des Lern- und Gedenkorts im Rahmen einer lebendigen Gedenkkultur sowie der Bau des Koops-Quartiers. Ebenso hat er die Entwicklung der Unternehmensstrategie 2024–2028 maßgeblich mitbegleitet, die den langfristigen Rahmen für die Ausrichtung der Stiftung setzt. Auch in Krisenzeiten hat Herr Kruschinski die Evangelische Stiftung Alsterdorf intensiv begleitet und dazu beigetragen, dass die Stiftung ihre Stabilität nicht verloren hat.  Für diese Leistungen und seine verlässliche, diakonisch geprägte Haltung spricht der Stiftungsrat Herrn Kruschinski seinen ausdrücklichen Dank und Respekt aus.

Wirtschaftliche Lage und Ausblick

Wirtschaftlich ist die Evangelische Stiftung Alsterdorf weiterhin gut aufgestellt. Der Jahresabschluss 2025 fällt sehr erfreulich aus und bestätigt die eingeschlagene Linie. Für ein gemeinnütziges Unternehmen bedeutet ein positives Ergebnis vor allem: Die Stiftung bleibt handlungsfähig, kann in Qualität, Personal und Infrastruktur investieren und ihren Auftrag auch in herausfordernden Zeiten verlässlich erfüllen. Der Stiftungsrat achtet dabei darauf, dass wirtschaftlicher Erfolg klar als Mittel zur Umsetzung des diakonischen Auftrags verstanden wird – nicht als Selbstzweck.

Mit der Unternehmensstrategie 2024–2028, einer soliden wirtschaftlichen Basis und der hohen Professionalität der Mitarbeiter*innen sieht der Stiftungsrat die Stiftung für die kommenden Jahre gut gerüstet. Wir werden die Umsetzung der Strategie aufmerksam begleiten, die wirtschaftliche Entwicklung kritisch-konstruktiv unterstützen und darauf achten, dass die Menschen, für die und mit denen die Evangelische Stiftung Alsterdorf arbeitet, im Mittelpunkt allen Handelns stehen.

Mit Dankbarkeit blicken wir auf das Jahr 2025 und das Engagement vieler Beteiligter zurück – und mit Zuversicht auf die Aufgaben, die vor uns liegen.

Gremiensitzungen

Der Stiftungsrat traf sich 2025 zu vier regulären Sitzungen. Im Dezember wurde Henning-Uwe Milberg aus dem Stiftungsrat und Hauptausschuss verabschiedet – mit einem großen Dank für das langjährige Engagement!

Der Hauptausschuss tagte fünf Mal. Neben der wichtige Aufgabe der Entgegennahme der Jahresabschlüsse für die Tochtergesellschaften gehörte unter anderem die Zustimmung zu Bestellungen von Geschäftsführungen und die Erteilung von Prokura, die Begleitung der Bauvorhaben sowie die der Arbeit der internen Revision.

Die Arbeit des Hauptausschusses wird transparent in den Stiftungsrat eingebracht. Im Rahmen der Aufgabenverteilung der unterschiedlichen Gremien hat sich die Aufteilung der zu übernehmenden Aufgaben für die Stiftungsarbeit sehr bewährt.

Der Stiftungsrat stellte den Jahresabschluss 2025 fest und erteilte dem Vorstand Entlastung. Die Jahresabschlüsse 2025 der Stiftung, des Konzerns und der großen Tochtergesellschaften, die einer Prüfungspflicht unterliegen, wurden erneut von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz geprüft und uneingeschränkt testiert. Der Stiftungsrat hat den Prüfern für die geleistete intensive Arbeit gedankt.

Der Stiftungsrat wünscht dem gesamten Vorstand, allen Führungskräften und Mitarbeiter*innen viel Erfolg und Gottes Segen bei der Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgaben.

Matthias Kammer und Maren Puttfarcken
Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende
Stiftungsrat der Evangelischen Stiftung Alsterdorf

Wirtschaftsbericht

Wesentliche Vorgänge des Geschäftsjahres

Trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds verlief das Jahr 2025 für die ESA positiv. Die Mitarbeiter*innen haben mit großer Einsatzbereitschaft und sehr flexibel auf die unterschiedlichsten Herausforderungen reagiert. Mit hohem Engagement haben die Mitarbeiter*innen die Umsetzung laufender und neu begonnener Projekte und Vorhaben ermöglicht. Ein vertrauensvolles Miteinander, ein respektvoller und wertschätzender Umgang, Offenheit sowie die Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung prägten die Arbeit.

Unternehmensstrategie

In 2023 ist eine ESA-Unternehmensstrategie für die Jahre 2024 bis 2028 im Dialog zusammen mit den Geschäftsführer*innen, Bereichsleiter*innen und den Führungskräften aller Ebenen der ESA erarbeitet und im Dezember 2023 durch den Stiftungsrat verabschiedet worden. Unter der Überschrift „zusammenWIRken“ werden acht strategische Handlungsfelder beschrieben. Die bereichsübergreifende Unternehmensstrategie dient als Orientierungs- und Handlungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Tochtergesellschaften und Bereiche. Im Mittelpunkt steht ein proaktiver Umgang mit aktuellen und insbesondere zukünftigen Herausforderungen, wie den innen- und geopolitischen Spannungen, dem Fachkräftemangel und der fortschreitenden Digitalisierung. In 2024 wurde mit der Umsetzung der strategischen Handlungsfelder begonnen und alle Tochtergesellschaften und Bereiche haben die Strategie auf ihre Geschäftsfelder hin angewandt und in 2025 weiterentwickelt. Die Umsetzung der Strategie wurde damit ESA-übergreifend in 2025 sehr gut und zielgerichtet weiter betrieben.

Personal

Der insgesamt angespannte Arbeitsmarkt, der zunehmende Mangel an Arbeits- und Fachkräften und die zunehmende Wechselbereitschaft von Mitarbeiter*innen stellten auch in 2025 unverändert eine große Herausforderung dar. Die Besetzung offener Stellen gestaltete sich schwierig, was zu einer zusätzlichen Belastung in der bestehenden Mitarbeiterschaft führte. Die Stärkung der Arbeitgeberinmarke „ESA“ war und ist daher weiterhin ein zentrales Thema. Im Fokus stehen dabei vor allem der Ausbau der diakonischen Unternehmenskultur, die Förderung der Chancengleichheit, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Gesundheitsförderung sowie die Personalgewinnung und -bindung. Auch in 2025 wurden gezielt interne und externe Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung sowie zur Erhöhung der Arbeitgeberinattraktivität (weiter-)entwickelt und ergriffen.

  • Um die Bekanntheit des ESA-Unternehmensverbunds zu stärken, hat die ESA im Mai 2025 die Imagekampagne „In der besten Gesellschaft“ gestartet. Diese Dachmarkenkampagne konzentriert sich im ersten Schritt auf die Haltung und das, was ESA-übergreifend in der ESA verbindet: Die Leitwerte und die Vision einer inklusiven, vielfältigen, gerechten Gesellschaft. Ab Mitte 2026 wird der Schwerpunkt der Kampagne in Richtung Recruiting weiterentwickelt.
  • In 2025 hat die ESA Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung erarbeitet und verabschiedet:
    Auszug: „Führung in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf heißt: Menschen in ihrer Vielfalt sehen, stärken und Verantwortung teilen. Wir gestalten Führung als Beziehung – zugewandt, mutig, offen und mit klarem Blick auf das, was Menschen und die Organisation brauchen, um wirksam zu sein. Fundament unserer Führungsgrundsätze ist ein christliches Menschenbild. Uns leiten gelebte Werte: Würde, Freiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Wir achten Unterschiede, verbinden Perspektiven und handeln transparent. So schaffen wir Sicherheit, Vertrauen und Teilhabe – innen wie außen – und tragen dazu bei, eine inklusive, gerechte Gesellschaft zu gestalten“.
  • Die interne Kommunikationsplattform myESA hat sich in 2025 weiterhin positiv entwickelt; die Zahl der Beiträge und Interaktionen von Mitarbeiter*innen nahmen stetig zu. Die zunehmende Akzeptanz trägt zu einer verbesserten gesellschafts- und bereichsübergreifenden Kommunikation bei und stärkt maßgeblich das „Wir-Gefühl“ im ESA-Verbund.

IT und Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung stellt für die ESA einerseits eine Herausforderung dar, sie schafft aber auch neue Möglichkeiten. Zukunftsorientierte und innovative Projekte sollen dabei unterstützen, nicht nur die Arbeitswelt zu modernisieren, sondern auch den sozialen Zusammenhalt – und damit verbunden die Arbeit mit und am Menschen – zu fördern und weiterzuentwickeln.

  • Durch eine stärkere Digitalisierung sollen die personalwirtschaftlichen Prozesse besser und kundenfreundlicher gestaltet sowie die digitalen Recruiting- und Onboarding-Prozesse vorangetrieben werden. Das Projekt ESA-PM.digital wurde mit der vollständigen Implemen-tierung des Tools „ADP-Costplanning“ (Tool für Personalkostenplanung und -controlling) und des Jobportals „rexx“ in 2025 abgeschlossen. Interessierte können sich nun schnell und umfassend digital über die ESA und ihre Tochtergesellschaften als Arbeitgeberin informieren und offene Stellen einsehen. Die Mitarbeitenden können über ein Self-Service-Portal digitaler mit dem Personalbereich kommunizieren und ihre auf die Personalarbeit bezogenen Belange unkompliziert umsetzen.
  • SAP hat angekündigt, die Wartung für das bisherige Kernsystem SAP ERP 6.0 bis Ende 2027 einzustellen. Bereits im Jahr 2024 wurde mit der Erarbeitung der Wechselstrategie und der Erstellung eines Lastenhefts begonnen. In 2025 wurde in einem detaillierten Auswahlverfahren die Entscheidung für die Diamant/4 Software der Diamant Software GmbH getroffen und es wurde der Implementierungsprozess begonnen. Die Umstellung auf Diamant/4 soll Ende des dritten Quartals 2026 realisiert werden.
  • Um die IT-Sicherheit gewährleisten zu können, wurden in 2025 bestehende IT-Lösungen einer permanenten Überprüfung unterzogen. So wurden unter anderem die Umstellung auf Windows 11 (Windows 10 wurde ab Oktober 2025 nicht mehr unterstützt und mit Sicherheitsupdates versehen) sowie weitere notwendige Maßnahmen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit und -Effizienz vorgenommen.

Nachhaltigkeit

Als diakonisches Unternehmen sieht die ESA sich verpflichtet, achtsam mit Gottes Schöpfung und ihrer Bewahrung umzugehen. Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung haben im Rahmen der ESA-Strategie eine sehr hohe Priorität. Die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte in Geschäftsprozesse und -praktiken gewinnt zunehmend an Bedeutung. In 2024 wurde eine ESA-weite Nachhaltigkeitsstrategie angestoßen und Planungsworkshops mit den Gesellschaften und Bereichen durchgeführt, in denen erste bereichsübergreifende (Umsetzungs-)Maßnahmen erarbeitet wurden. Diese wurden in 2025 weitergeführt. Verbundweit soll das Bewusstsein hinsichtlich der Signifikanz nachhaltigen Handelns gestärkt und auch zukünftig weiterhin gefördert werden.

Eingliederungshilfe

Mit der Reformierung der Eingliederungshilfe durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) soll die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen im Sinne von mehr Teilhabe und Selbstbestimmung verbessert werden. Die vollständige Umsetzung konnte auch in 2025 noch nicht bundesweit abgeschlossen werden. Das BTHG schreitet mit seiner 3. Reformstufe in den einzelnen Bundesländern weiterhin in unterschiedlichen Schritten und Geschwindigkeiten voran. In den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden im Rahmen der BTHG-Einführung in 2020 bis 2023 Leistungsvereinbarungen geschlossen, die lediglich Übergangslösungen darstellen und in 2025 immer noch galten.

Das Thema Sozialraumorientierung hat für den Unternehmensverbund der ESA eine besonders hohe strategische Relevanz. Ziel ist es, tragfähige und langfristig effektive Lösungen zu finden, persönliche Ressourcen, Quartierspotenziale und professionelle Dienstleistungen neu zu verknüpfen. Unterstützt werden u.a. die trägerübergreifende Weiterentwicklung sozialraumorientierter Eingliederungshilfe, die Weiterentwicklung inklusiver Quartiersstrukturen sowie der Ausbau von Schulungen, Trainings und Beratung zur Sozialraumorientierung. Mit den bisherigen Rahmenvereinbarungen von 2014 bis 2023 wurden die Leistungen und Strukturen der Eingliederungshilfe sozialräumlich, vernetzt und personenzentriert umgesetzt. Basierend auf diesen Vereinbarungen wurden im Jahr 2023 die Verhandlungen über die Rahmenbedingungen und Fortschreibung des Trägerbudgets für Hamburg für den Zeitraum 2024 bis 2028 erfolgreich abgeschlossen. Schwerpunkte sind die weitere Stärkung von Selbstvertretung und Selbstbestimmung der Leistungsberechtigten sowie die Intensivierung kooperativer Ansätze, in den Quartieren und hamburgweit.

Das Projekt Unterstützte Kommunikation (UK) wurde in 2025 weiter fortgeführt. Ziel des Projektes ist es, ein stiftungsweites Konzept für UK zu entwickeln und zu verankern, welches die gesellschaftliche Teilhabe von UK-Nutzer*innen aller Altersstufen nachhaltig verbessert. Mit Hilfe von UK sollen Menschen mit einer Kommunikationsbeeinträchtigung eine erhebliche Verbesserung ihrer Verständigungsmöglichkeiten und damit ihrer Lebensqualität erreichen. Auf diese Weise sollen Selbstbestimmung und Partizipation ermöglicht werden.

Medizin

Der Krankenhaussektor befindet sich bundesweit weiterhin in einer Phase des Umbruchs, der für die Krankenhausträger viele Herausforderungen mit sich bringt. Die Krankenhäuser stehen weiterhin unter einem anhaltenden Kostendruck und sehen sich mit häufig ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen, zunehmender Bürokratisierung sowie Vorgaben für Personaluntergrenzen konfrontiert. Der Fachkräftemangel bleibt nach wie vor eine zentrale Herausforderung für die Krankenhäuser.

  • Mit dem Inkrafttreten des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) zum 01. Januar 2025 wurde bundesweit eine umfassende Reform der stationären Versorgung eingeleitet. Ziel ist es, die Behandlungsqualität flächendeckend zu steigern, die Versorgung wirtschaftlich nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
    Parallel wird die Krankenhausfinanzierung neu ausgerichtet. Rund 60% der bisherigen Vergütungen (einschließlich Pflegebudget) werden aus dem fallbezogenen System herausgelöst und in eine Vorhaltefinanzierung überführt, die darauf abzielt, die notwendigen Fixkosten für die Leistungserbringung abzudecken. Die praktische Umsetzung der Reform hat im Jahr 2025 begonnen.

Darüber hinaus ist eine Weiterentwicklung der im Oktober 2024 verabschiedeten Krankenhausreform vorgesehen. Vor dem Hintergrund dringend erforderlicher Anpassungsbedarfe wurde bereits zu Beginn des Jahres 2025 ein Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG) erforderlich, das im April 2026 im Deutschen Bundestag verabschiedet wurde.

Welche konkreten Auswirkungen das KHVVG bzw. das KHAG auf die Versorgungssituation im Allgemeinen und auf die beiden Krankenhäuser, das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf (EKA) und die Heinrich Sengelmann Kliniken (HSK), tatsächlich haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

  • Im Oktober 2020 trat das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) in Kraft, das v.a. Investitionen in Notfallkapazitäten und in Digitalisierungsprojekte ermöglichen soll. Die Dokumentation im Krankenhaus wird zukünftig verbindlich digital erfolgen. Es ist nicht zeitgemäß, die Behandlung von Patient*innen, wie es bisher im EKA und in den HSK der Fall ist, in Papierform zu dokumentieren. Es ist daher erforderlich, das in den beiden Krankenhäusern verwendete Krankenhausinformationssystem (KIS) zu modernisieren. In 2023 wurde ein neues und zum größten Teil aus Fördermitteln des KHZG refinanziertes Krankenhaus-Informations-System erworben, dessen Implementierung im April 2026 in beiden Krankenhäusern abgeschlossen wurde.
  • Beim EKA konnten in 2025 die Budgetverhandlungen in der Somatik und für die Psychiatrie für die Jahre 2023 und 2024 vereinbart und umgesetzt werden.
    Mit der Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2024 konnten umfangreiche Investitionen in die bauliche technische Infrastruktur umgesetzt werden, von denen Versorgungsangebote des EKA zukünftig deutlich profitieren werden.
    Das im Jahr 2024 technisch modernisierte und mit neuer Hard- und Software ausgestattete Epilepsiezentrum des EKA bietet das größte Langzeit-EEG-Intensivmonitoring Deutschlands an. Aufgrund des einzigartigen Angebots werden auch Patient*innen aus anderen Kliniken und Epilepsiezentren deutschlandweit in das EKA überwiesen.
  • Bei den HSK wurden im Berichtsjahr die Krankenhausbudgets für die Jahre 2023 und 2024 mit den Krankenkassen vereinbart und umgesetzt.
    Das Geschäftsjahr 2025 war stark geprägt durch Instandhaltungsmaßnahmen. Insbesondere konnte auf dem Gelände die Sanierung des Regen- und Abwassernetzes erfolgen. Ein Rechtsstreit zu einem Wasserschaden in einem Neubau aus dem Jahr 2016 konnte in 2025 mit einem Vergleich zu Gunsten der HSK abgeschlossen werden.

Bildung

Die Schüler*innenzahlen an den allgemeinbildenden Schulen stiegen 2025 das achte Jahr in Folge an, mit einem Zuwachs von durchschnittlich 15 Schüler*innen im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu verzeichneten auch die Kindertagesstätten sowie die Ganztagsangebote (GBS) eine positive Entwicklung mit einem Zuwachs von durchschnittlich 28 Plätzen.

Sport und Inklusion

Der Bereich Sport und Inklusion hat seine Bedeutung für den inklusiven Sport in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft Hamburgs weiter ausgebaut. Die gestiegene Relevanz zeigt sich auch darin, dass der Bereich und die ESA zunehmend in politische Entwicklungen einbezogen werden, unter anderem im Zusammenhang mit der Hamburger Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele. Zudem fördern renommierte Stiftungen weiterhin innovative Projekte des Bereichs. Zu dem Erfolgsprojekt „Sportlotse“, das sich an Menschen mit Behinderung sowie ältere Menschen richtet, finden bereits Gespräche über eine Fortführung der Finanzierung ab 2027 statt.

Wesentliche Bau- und Investitionsmaßnahmen 2025

Das im Jahr 2022 gestartete Bauprojekt Koops-Quartier, das Ende 2024 fertiggestellt wurde, konnte in der ersten Jahreshälfte 2025 bezogen werden.

In Kiel wurden die Arbeiten am Van-der-Camer-Haus der stadt.mission.mensch gGmbH fortgesetzt. Es handelt sich dabei um eine umfassende Sanierung des Objekts im bewohnten Zustand. Die Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen ist am 17.09.2025 mit der Schlüsselübergabe erfolgt. Im 2. Bauabschnitt wurde anschließend mit der Überplanung der Küche nebst Speisesaal und Sozialräumen begonnen. Die Umsetzung der Arbeiten ist für 2026 geplant.

Für das Projekt „Straße der Inklusion“ sind in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Bewilligungsbescheide für die Fördermittel der Freien Hansestadt Hamburg (FHH) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eingegangen. Das Projekt umfasst die Sanierung von sechs, teilweise denkmalgeschützten, Gebäuden rund um die Stiftungskirche St. Nicolaus. Die Gebäude bilden gemeinsam die mittlerweile über 150-jährige Geschichte der ehemals Alsterdorfer Anstalten und heutigen ESA baulich gut ab. Sie zeigen exemplarisch, wie sich in ihrer Zeit das Verständnis und der Umgang mit Menschen mit Behinderung darstellten und veränderten. Es werden für das Projekt Fördermittel in Höhe von 12,9 Mio. € bereitgestellt. Die Baugenehmigungen liegen vor und auch die Abstimmungen und das Einvernehmen mit dem Denkmalschutz ist erfolgt. Nach Vorlage der Bewilligungsbescheide wurden für den ersten Bauabschnitt mit drei Gebäuden die Ausschreibungsunterlagen fertiggestellt. Der Baubeginn wird für Mitte 2026 erwartet. Für den zweiten Bauabschnitt werden die Ausschreibungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen.

Weiterhin wurde für ein Neubauprojekt in der Sengelmannstraße 30 die Baugenehmigung erteilt. Es handelt sich dabei um ein Gebäude mit 14 öffentlich geförderten Wohnungen. Der Förderantrag wurde bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) eingereicht. Der Förderbescheid sowie der Baubeginn werden für Mitte 2026 erwartet.

Leistungsentwicklung und Jahresergebnis

Die ESA blickt auf ein anspruchsvolles Jahr 2025 zurück, das trotz vieler Unwägbarkeiten nach Einschätzung des Vorstands sehr gut bewältigt wurde. Die ESA-Leistungsbereiche und die Tochtergesellschaften verzeichneten insgesamt eine positive Entwicklung, gleichwohl sie mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert waren, darunter erhebliche Kostensteigerungen, der fortwährende Fachkräftemangel sowie die zunehmende Arbeitsbelastung bei den Mitarbeiter*innen. Die Erlössituation hat sich in allen Geschäftsbereichen im Vergleich zum Vorjahr verbessert: Steigerungen bei den Leistungsentgelten und Refinanzierungssätzen, höhere Auslastungen, gestiegene laufende Leistungserbringung sowie die Ausweitung der Leistungsangebote erhöhten die Gesamtleistung um 39,8 Mio. € auf 471,1 Mio. €, wobei außerordentliche periodenfremde Erträge in 2025 hierbei nicht mitberücksichtigt wurden.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 24,2 Mio. € auf 313,2 Mio. €. Wesentliche Gründe für die Erhöhung waren vor allem die Tarifsteigerung des Kirchlichen Tarifs Diakonie (KTD) von 2,0 % ab Januar 2025 und die gestiegene Anzahl von + 157 Mitarbeiter*innen (von 7.200 in 2024 auf 7.357 in 2025). Aufwandserhöhend haben sich zudem im Tarifabschluss vereinbarte Stufensteigerungen, u.a. bei Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen und Pflegekräften, ausgewirkt.

Der Anstieg des Materialaufwands um +6,9 Mio. € ist primär bedingt durch das gestiegene Geschäftsvolumen bei alsterarbeit-it und dem damit verbundenen höheren Wareneinsatz. Zudem erhöhten sich die Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen, vor allem im Krankenhausbereich.

Bei einer Gesamtleistung von 471,1 Mio. € (ohne Berücksichtigung außerordentlich hoher periodenfremder Erträge in 2025) und Aufwendungen von insgesamt 466,7 Mio. € erzielte der ESA-Unternehmensverbund ein Jahresergebnis 2025 in Höhe von rund 4.396 T€, nach 2.865 T€ im Vorjahr.

Finanz und Vermögenslage

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 11,7 Mio. €. Der überwiegende Teil entfiel auf die in den Anlagen im Bau enthaltenen Planungs- und Baukosten für laufende Neubau- und Sanierungsprojekte sowie auf Software im Rahmen der Digitalisierung in den Krankenhäusern (Krankenhausinformationssystem). Die im Jahr 2025 getätigten Investitionen wurden durch Fördermittel, Spenden, Kreditaufnahmen und Eigenmittel finanziert. Das Anlagevermögen hatte zum Bilanzstichtag einen Anteil von 74 % am Gesamtvermögen (Vj.: 78 %), der Anlagendeckungsgrad lag bei rund 93 % (Vj.: 88 %). Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 erhöhte sich die Bilanzsumme um rund 22,4 Mio. € auf 379,1 Mio. €.

Die Eigenkapitalquote lag per 31.12.2025 bei rund 19 % (Vj. 17 %). Unter Berücksichtigung des Sonderpostens ergibt sich, analog zum Vorjahr, eine Eigenkapitalquote von rund 48 %.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich durch Kreditaufnahmen in Verbindung mit Neubau- und Sanierungsprojekten, denen geringere planmäßige Tilgungen und Sondertilgungen gegenüberstanden, auf 85,1 Mio. € (+3,2 Mio. €). Die flüssigen Mittel in Form von Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind gegenüber dem Vorjahresstichtag um
rund 14,4 Mio. € auf 30,1 Mio. € gestiegen.

Die Vermögens- und Kapitalstruktur ist insgesamt als stabil zu bezeichnen. Durch ein angemessenes Finanzmanagement und eine zentrale Liquiditätssteuerung stehen weiterhin ausreichend liquide Mittel zur Erfüllung des operativen und strategischen Finanzbedarfs des ESA-Unternehmensverbunds zur Verfügung. Durch eine gezielte Liquiditätssteuerung konnte eine zuverlässige und dauerhafte Liquiditätsversorgung gewährleistet werden.

Ausblick 2026

Die Entwicklung der Sozial- und Gesundheitswirtschaft wird hauptsächlich bestimmt durch die demografische Entwicklung, Gesetzesänderungen und sich verändernden Rahmenbedingungen in der Leistungserbringung und -finanzierung. Die Sicherstellung einer hohen Leistungs- und Betreuungsqualität gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung ist davon auszugehen, dass die sozialen Dienstleistungen des ESA-Unternehmensverbunds weiterhin benötigt und die Nachfrage darüber hinaus zunehmen wird. Daher wird kontinuierlich in den Erhalt der für die Angebote der ESA notwendigen Gebäude, in die Schaffung inklusiver Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Assistenzbedarf, in den Ausbau bedarfsorientierter medizinischer Angebote sowie in die Entwicklung fachlich innovativer Konzepte investiert. Auf diese Weise sichert die ESA ihre Leistungsfähigkeit für die Zukunft. Dabei wird die Entwicklung der Finanzsituation der Bundesländer, insbesondere in Hamburg und Schleswig-Holstein, einen zunehmenden Einfluss auf die Refinanzierungsmöglichkeiten der Leistungsangebote des ESA-Unternehmensverbunds haben.

Ebenfalls werden die Umsetzungen bundespolitischer Vorgaben, wie beispielsweise durch das BTHG oder die regulatorischen Eingriffe durch den Gesetzgeber im Krankenhaussektor, die Arbeit der ESA auch im Jahr 2026 beeinflussen. Der anhaltende Kostendruck, die sich häufig ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die zunehmende Bürokratisierung stellen auch in 2026 hohe Anforderungen an alle Mitarbeiter*innen im ESA-Unternehmensverbund dar und fordern Flexibilität und Kreativität.

Der insgesamt angespannte Arbeitsmarkt und der zunehmende Mangel an Arbeits- und Fachkräften, die für die Erbringung der Dienstleistungen der ESA erforderlich sind, kommen erschwerend hinzu. Die Besetzung offener Stellen gestaltet sich immer schwieriger. Daher wird die Stärkung der Arbeitgeberinmarke ESA auch in 2026 ein zentrales Thema sein.

Darüber hinaus werden erneut Themenschwerpunkte wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Formen der Zusammenarbeit, das Jahr 2026 prägen. Die bisherigen Aktivitäten der ESA auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen (z.B. Instagram, Facebook, LinkedIn) werden weiter ausgebaut. Ziel ist es dabei, u.a. die Arbeit der ESA der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen und sich als attraktive Arbeitgeberin sowie moderne soziale Dienstleisterin zu positionieren.

Der Fachbereich Q8-Sozialraumorientierung wird auch in den Jahren 2026 und darüber hinaus eine zentrale Rolle als Impulsgeberin für Sozialraumorientierung und Innovation ausüben – sowohl innerhalb des Stiftungsverbundes als auch trägerübergreifend und direkt vor Ort in den Quartieren. In diesem Zusammenhang ist das Thema „Inklusion durch Sozialraumorientierung“ als wesentlicher Bestandteil in die Strategie der ESA integriert worden.

Die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch im Jahr 2026 anhalten. Geopolitische Krisen, unsichere politische Entwicklungen, steigende Kosten sowie der anhaltende Mangel an Arbeits- und Fachkräften werden die Ergebnisentwicklung im Jahr 2026 beeinflussen.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 unterliegt einer hohen Unsicherheit und Volatilität. Durch Investitionen in wichtige Zukunftsthemen soll die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der ESA gesichert und gesteigert werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die ESA in 2026 ein positives Ergebnis erzielen wird, das aber aufgrund der zum Zeitpunkt der Planung erwarteten, schwierigen Rahmenbedingungen unter dem des Vorjahres liegen wird.

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Spendenbericht

Die Jahreslosung für 2025 lautete: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicher 5,21). Diese Losung ermutigt uns, nicht einfach anzunehmen und für wahr zu halten, was einem vorgetragen wird, sondern besonnen zu betrachten und zu analysieren. Das meint wohl das Wort „prüfen“. Für uns in der Ev. Stiftung Alsterdorf ist ein wichtiges Prüfkriterium, ob unsere Leitwerte eingehalten werden: Würde, Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung, Nächstenliebe. Sind sie mitgedacht und umsetzbar, dann kann eine Sache sich gut gestalten, können neue Projekte gelingen und unsere Ziele befördern.

Konkret heißt dies: Wird die Würde aller Menschen geachtet? Wird dem Einzelnen Freiheit ermöglicht? Geht es gerecht zu oder wird Ungerechtigkeit erzeugt. Es geht gerade auch im Alltag um den Blick darauf: Ist das, was wir planen von Verantwortung getragen und erfüllt es umfänglich unsere Werte?

Übrigens: Gut und Güte haben die gleiche Sprachwurzel. Im Kern meint Güte, freundlich und wohlwollend den anderen zugewandt zu sein. Und anderen Hilfe anzubieten, wenn sie diese benötigen. Dies haben unsere Spenderinnen und Spender im vergangenen Jahr wieder eindrucksvoll gezeigt und ihre Hilfe all denen gegeben, die Unterstützung benötigen. Dank Ihrer großzügigen Spenden konnten wir gemeinsam viel Gutes tun, viel gemeinsam auf den Weg bringen.

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Hilfe, gemeinsam können wir viel bewegen!

Ihr Pastor Uwe Mletzko

 

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Gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) ist ein diakonisches Dienstleistungsunternehmen und gehört mit zu den größten Arbeitgeberinnen Hamburgs. Gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft – dafür steht die ESA, mehr als 40.000 Menschen erhalten jährlich Unterstützung und individuelle Angebote. Darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie auch alte und kranke Menschen. Diese Vielfalt spiegelt sich in unseren Projekten wider, die wir gemeinsam und dank der Spenden von Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und Organisationen realisieren können. Dafür möchten wir uns sehr herzlich bedanken. Insbesondere sind wir dankbar für das uns entgegengebrachte Vertrauen durch Zuwendungen, die uns 2025 als Vermächtnisse und Erbschaften erreicht haben. Mit diesen Geldern aus Testamenten können wir etwa Projekte in der Kindern- und Jugendhilfe, im Assistenz-, Medizin- und Bildungs-Bereich, in der Unterstützten Kommunikation sowie Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit realisieren. Wir freuen uns sehr, mit breiter Spenden-Unterstützung viele Projekte für unsere Klient*innen umsetzen und die Stiftung zukunftssicherer aufstellen zu können.

Die nicht zweckgebundenen Spenden wurden nach Deckung der Aufwendungen für mittelbare Tätigkeiten unter anderem auch für barrierefreie Events, Digitalisierungs-Vorhaben und zur Anschaffung von Therapie-Geräten, Arbeitsstätten-Maschinen sowie für individuelle Unterstützung von Klient*innen verwendet. Nicht alle Spendengelder können im laufenden Jahr der Einwerbung eingesetzt werden. Einige längerfristig angelegte Projekte der Stiftung erstrecken sich über mehrere Monate oder auch Jahre.

Somit fließen Spendenmittel je nach Projektfortschritt über einen längeren Zeitraum ein. Die zeitnahe Mittelverwendung bleibt für uns verpflichtend, gleichwohl ist es für uns auch entscheidend, dass zu fördernde Projekte nachhaltig und gut vorbereitet sind, wenn sie in die Umsetzung gehen. Hier zunächst ein Blick auf die Spendeneinnahmen insgesamt:

Spendenaufkommen und -Verwendung 2025:

Die Einnahmen des Teilbereichs Spende umfassen insgesamt 3.389 T€ (VJ: 3.545 T€), darin enthalten sind Testamentsspenden von 749 T€ sowie Zuwendungen von Soziallotterien, öffentlicher Hand, Stiftungen und Dritter in Höhe von 1.904 T€.

Von den eingenommenen Spenden entfallen 1.196 T€ auf Zugänge freier Spenden (VJ: 1.331 T€) und 2.193 T€ (VJ: 2.214 T€) auf Zugänge zweckgebundener Spenden. Aus der bestimmungsgemäßen Verwendung der Spenden wurden Erträge in Höhe von 3.561 T€ (VJ: 3.494 T€) realisiert.

Nach Deckung der Aufwendungen für die mittelbaren Tätigkeiten (840 T€, VJ: 766 T€) wurden freie Spenden
 in Höhe von insgesamt 272 T€ (VJ: 463 T€) unter anderem ausgegeben für Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit (104 T€); diverse Unterstützungen für Klient*innen, teilfinanziert über die Hilfsfonds (49 T€); den Aufbau von Beratung zu öffentlichen Fördergeldern (36 T€), Teilfinanzierung von landwirtschaftlichem Gerät (Traktor Gut Stegen mit 10 T€) sowie Finanzierungsbedarfe im Bildungsbereich (31 T€).

 

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Große Unterstützung von Stiftungen und Soziallotterien

Dank der großzügigen Förderung vieler Geldgeber und ihrer Wertschätzung für unsere Arbeit wurden wieder viele innovative Projekte für mehr und bessere Inklusion möglich. Einige Themen möchten wir beispielhaft vorstellen – gemeinsam konnten wir 2025 Teilhabe an vielen Orten in Norddeutschland stärken:

Tagesförderung Petrikirche – Inklusion mitten in der Stadt

In der Ansgar-Kapelle der Hauptkirche St. Petri ist 2025 eine inklusive Tagesförderung für erwachsene Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf der alsterdorf assistenz ost gestartet. Die Klient*innen übernehmen Aufgaben im Café- und Shopbetrieb, verkaufen Snacks, handgefertigte Produkte und Tickets für die Turmbesichtigung. Das Angebot schafft sichtbare Teilhabe im öffentlichen Raum, fördert Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen – und wird auch von Besucher*innen sehr positiv angenommen. Realisiert werden konnte das Projekt dank großzügiger Spenden der Aktion Mensch sowie durch die Unterstützung von Stiftungen, darunter die Lieselotte-Paulsen-Stiftung sowie die Diakonie Stiftung, welche die Arbeit der Evangelische Stiftung Alsterdorf seit Jahren fördern.

Digitale Teilhabe stärken: Neuer Aktivitätstisch für das tagewerk.osterbek

Dank der finanziellen Unterstützung der Soziallotterie „GlücksSpirale“ konnte die alsterdorf assistenz west für ihre Tagesförderstätte „tagewerk.osterbek“ einen digitalen Aktivitätstisch anschaffen. Der Tisch bietet eine Vielzahl interaktiver Anwendungen und Spiele, die sowohl kognitive Fähigkeiten als auch soziale Kompetenzen fördern.

Die Inhalte sind speziell auf Menschen mit geistigen Behinderungen abgestimmt und können allein oder in der Gruppe genutzt werden. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, Selbstwirksamkeit zu erleben, neue Interessen zu entdecken. Es werden dabei auch soziale Kompetenzen niedrigschwellig erweitert und gestärkt. Im tagewerk.osterbek arbeiten 24 Beschäftigte mit Diagnosen im Autismus-Spektrum. Für einige ist es schwierig, am Gruppengeschehen teilzunehmen oder passende Angebote zu finden. Durch den Aktivitätstisch konnten leicht zugängliche sowie interessante und motivierende Möglichkeiten der Begegnung und Beschäftigung geschaffen werden – so können Menschen gemeinsame Erfahrungen machen und Gemeinsamkeit neu erleben.

Inklusives Surfen auf Sylt

Mit dem inklusiven Surf-Camp auf Sylt wurde 2025 erstmals ein innovatives Freizeit- und Bildungsangebot für Menschen mit und ohne Behinderung realisiert; ermöglicht durch die Förderung der Hans-Günther und Ilse Regenbogen-Stiftung sowie der Rebel Surf Company. Die Teilnehmenden erlebten nicht nur sportliche Herausforderungen beim Wellenreiten, sondern auch Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und wertvolle Momente der Teilhabe.

Das Pilotprojekt knüpft an einen sportpädagogischen Ansatz an, der nachweislich positive Effekte auf körperliche und seelische Gesundheit hat und wurde von den Teilnehmenden mit großer Begeisterung angenommen. Aufgrund der hohen Nachfrage und der überzeugenden Wirkung wird das Surf-Camp im Jahr 2026 fortgeführt und weiterentwickelt. Dank der Förderung der Pollmann Stiftung ist die Finanzierung hierfür bereits gesichert. Wir danken allen Beteiligten für die großartige Unterstützung!

„Spezialisten-Club“ stärkt individuelle Förderung bei Autismus im Schulalltag

Die Bugenhagenschule im Hessepark hat 2025 den „Spezialisten-Club“ als neues inklusives Förderangebot für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung etabliert. Ziel ist eine strukturierte, zugleich flexible Lernumgebung, die individuelle Bedürfnisse stärker berücksichtigt und die Kinder in Selbstständigkeit sowie emotionaler Stabilität stärkt. Im Zentrum steht eine speziell gestaltete Lerninsel als ruhiger Lern- und Rückzugsort. Dies wird ergänzt durch autismussensible pädagogische Ansätze und geschulte Fachkräfte. Dank der Förderung zweier Stiftungen, darunter der Elbe Sozial- und Forschungsstiftung, kann das Vorhaben künftig zusätzlich durch eine pädagogische Fachkraft begleitet und weiter gestärkt werden. So wird nicht nur die individuelle Förderung der Schüler*innen verbessert, sondern auch die inklusive Schulkultur nachhaltig weiterentwickelt.

Ein Traktor für die Zukunft von Gut Stegen

Gut Stegen ist ein Bioland-zertifizierter landwirtschaftlicher Betrieb in Bargfeld-Stegen in Schleswig-Holstein. Der Hof verbindet ökologische Landwirtschaft mit sozialer Arbeit und bietet 24 Menschen mit Behinderung sinnstiftende Beschäftigung. Ziel ist es, Teilhabe am Arbeitsleben zu schaffen, individuelle Fähigkeiten zu fördern und wo möglich, Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Da der bisher genutzte Traktor des Guts altersbedingt ausgefallen und nicht mehr zuverlässig einsatzfähig war, wurde die Anschaffung eines neuen Traktors dringend erforderlich. Nur so konnten Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gesichert werden. Ziel dabei auch, die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, die Effizienz der täglichen Abläufe zu steigern und zugleich neue Bildungs- und Teilhabechancen zu schaffen.

Der neue Traktor wird in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt, darunter Ackerbau, Tierhaltung, Geländepflege und bei der Versorgung der hofeigenen Tiere. Besonders wichtig ist dabei die aktive Einbindung der Beschäftigten: Sie können nun verstärkt praktische Tätigkeiten übernehmen, wie das Be- und Entladen, Knickarbeiten oder die Weidepflege.

Ein Beschäftigter hat mittlerweile einen Traktorführerschein erfolgreich erworben, ein weiterer befindet sich aktuell in der praktischen Ausbildung. Die Finanzierung des Traktors wurde durch einen erfolgreichen Fundraising-Mix ermöglicht: Dazu zählten Spenden von Stiftungen wie der VINCI-Stiftung, Beiträge von Unternehmen sowie ein gezieltes Spendenmailing an Unterstützer*innen  der ESA. Diese Kombination unterschiedlicher Finanzierungsquellen machte die Realisierung des Vorhabens möglich. Dank dieser engagierten Unterstützung wurde nicht nur eine dringend benötigte technische Anschaffung realisiert, sondern auch ein nachhaltiger Beitrag zu Inklusion, Teilhabe und beruflichen Perspektive der Beschäftigten auf Gut Stegen geleistet.

 


 

Unternehmen aktiv – gemeinsam Großes bewegen

Treue und neue Unternehmenspartner haben 2025 wieder eine Vielfalt an Projekten realisiert: Von inklusiven Sportangeboten über moderne Therapieangebote bis hin zu Bildungsprojekten – und viel Freude durch Weihnachtsgeschenke ermöglicht.

Dabei waren die Formen der Unterstützung so vielfältig wie die Menschen, denen sie zugutekommen. Die Bandbreite reicht von finanzieller Förderung und Teilnahme beim Spendenlauf über Sachspenden bis hin zu tatkräftiger Mitarbeit vor Ort. Was alle Aktionen verbindet, ist die Überzeugung, dass Inklusion keine Selbstverständlichkeit ist, sondern gelebtes Miteinander braucht. Genau das schenken unsere Unternehmenspartner: Zeit, Ressourcen und echtes Herzblut. Dafür sagen wir von Herzen Danke.

Sport für ALLE

Die Spendenlaufbeteiligung war 2025 großartig: Insgesamt 166 Unternehmens-Läufer*innen waren dabei und haben die ESA-Sportlots*innen damit kräftig unterstützt. Die Sportlots*innen schaffen neue Sportangebote, beraten Menschen mit Behinderung sowie ihre Bezugspersonen und sorgen für eine Vernetzung in ganz Hamburg – etwa mit Sportvereinen. Damit bald ALLE die Möglichkeit haben, Sport zu machen.

Weitere inklusive Sportangebote, die schon seit Jahren auf treue Sportpatenschaften von Unternehmensseite bauen sind u.a. unser Rollstuhlsportkurs für Kinder- und Jugendliche und die inklusive Klettergruppe „Turnmäuse“. Beide Angebote finden in Kooperation mit dem SV Eidelstedt statt. Und auch die Ausstattung der neuen inklusiven Bewegungsinsel am Alsterdorfer Markt, ein barrierefreies Outdoor-Sportangebot mit einer Bocciaanlage, wurde mit einer Firmenspende teilfinanziert.

Digitalisierung: Unterstützte Kommunikation im theravitalis

Im theravitalis, der Therapieeinrichtung der Ev. Stiftung Alsterdorf mit Angeboten in Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie, waren dank großzügiger Unterstützung mehrerer Unternehmen wichtige Investitionen möglich, die nun direkt den Patient*innen zugutekommen.

Die Anschaffung von 12 Tablets bringt die Digitalisierung des theravitalis entscheidend voran: Sie ermöglichen eine schnellere Dokumentation, unterstützen die Visualisierung von Fehlhaltungen und begleiten Patient*innen auch im häuslichen Umfeld. Vor allem schaffen sie so eines: mehr Zeit bleibt für die Menschen, die therapeutische Begleitung brauchen.

Darüber hinaus wurde der Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK) im theravitalis gezielt gestärkt. 23 Mitarbeitende besuchten im Sommer 2025 eine UK-Fortbildung. Die Spendenmittel ermöglichten Anschaffungen, die das Gelernte unmittelbar in die Praxis überführen. Mit Kommunikationstafeln, Bildersprach-Wörterbüchern, spezialisierten Apps und einem Anbahnungskoffer entstehen neue Wege des Ausdrucks – für Patient*innen und Therapeut*innen gleichermaßen. So wird Kommunikation gestärkt und erleichtert.

Förderung von Kindern und Jugendlichen

Für viele Familien ist der Alltag mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Besonders für Familien, in denen es Mitglieder mit Behinderung gibt. Umso wichtiger ist es uns, Reise- und Freizeitangebote bieten zu können, die den kräftezehrenden Alltag einmal in den Hintergrund rücken und dabei helfen, neue Energie zu schöpfen. Großzügige Spenden machten dies erneut möglich – vom gemeinsamen Ausflug in den Tierpark bis zur Familienreise ans Meer.

Schulgeldstipendien und Insektenhotels

In der Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf der Bugenhagenschulen Alsterdorf erhalten fünf Schüler*innen aus finanziell schwächeren Familien die Chance auf eine Förderung, die genau auf ihren besonderen Bedarf abgestimmt ist. Denn ein Unternehmen hat das Schulgeld für ein Jahr übernommen. In der Bugenhagen Schule Groß Flottbek brachte sich ein Unternehmen mit einer besonderen Aktion ein. Engagierte Mitarbeiter*innen gestalteten den Kunstunterricht in der Grundschule. Die Lerngruppe Wombats war begeistert. Ein Schüler berichtet: „Wir haben in Gruppen alle zusammen die Insektenhotels gebaut. Zuerst musste man Teile zusammenstecken – das haben wir fast alle ohne Hilfe geschafft. Dann durfte man auswählen, was man in die Insektenhotels füllen möchte. Zum Schluss durften wir die Hotels noch mit wetterfester Farbe anmalen und draußen aufhängen. Das hat viel Spaß gemacht.“

Wunschbaumaktionen und Mitarbeiterspenden bringen Freude

Bei den jährlichen Wunschbaumaktionen konnte der Weihnachtsmann wieder viele strahlende Gesichter sehen. Bei den Bescherungen in zwölf unserer Einrichtungen freuten sich die Kinder, Jugendliche und Senior*innen über insgesamt mehr als 400 Geschenke – jedes einzelne liebevoll verpackt und mit Herz ausgesucht von Mitarbeiter*innen unserer Partnerunternehmen. Zudem gab es Mitarbeiterspendenaktionen zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Auch dieses Engagement zeigt, was gemeinschaftliches Handeln bewirken kann: Weihnachtsfreude für ALLE.

 


 

Förderkreis: 50 Jahre Engagement für die Stiftung

Im Herbst 2025 feierte der Förderkreis der Stiftung sein 50-jähriges Vereinsjubiläum – ein halbes Jahrhundert gelebtes Engagement für die ESA. Beim großen Festakt in der Hauptkirche St. Petri mit prominenten Gästen und Wegbegleiter*innen wurde auf die bewegende Geschichte zurückgeblickt und gleichzeitig mit Zuversicht nach vorne geschaut. Seit der Gründung 1975 hat der Förderkreis mehr als 60 ESA-Projekte ermöglicht und wichtige Impulse für Inklusion gesetzt.

Ein zentraler Moment der Jubiläumsfeier war das Grußwort von Bischöfin Kirsten Fehrs. Sie bezeichnete den Förderkreis als „Hoffnungsherberge für Menschenwürde“ und würdigte damit sein langjähriges Engagement. Im weiteren Verlauf und beim abschließenden Podiumsgespräch zum Thema „Inklusion und Demokratie“ kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft zu Wort.

Senator Andreas Dressel betonte: „Der Förderkreis ist ein Brückenbauer zwischen der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und der Stadtgesellschaft. Unser gemeinsames Anliegen ist es, Hamburg sozial zu gestalten.“ Im Podiumsgespräch wurde anschließend diskutiert, wie politische Teilhabe besser gelingen kann und welche Schritte und Maßnahmen notwendig sind.

Einen wichtigen Beitrag für mehr Teilhabe leistete der Förderkreis im Jubiläumsjahr einmal mehr durch die erfolgreiche Finanzierung ausgewählter ESA-Projekte. Nicht zuletzt dank der großzügigen Zuwendungen konnten 2025 u.a. zwei Projekte aus dem medizinischen Bereich abgesichert werden:

Segeln: Echt inklusiv!

Kinder des Werner Otto Instituts (WOI) mit Unterstützungs- und Assistenzbedarf lernen in diesen inklusiven Segelkursen selbstständig zu segeln. Da viele der im WOI betreuten Kinder aufgrund ihrer schweren Behinderungen von nahezu allen Sportarten ausgeschlossen sind, ist das Angebot von besonderer Bedeutung. Die Kurse können 2026 stattfinden.

Klinik-Clowns

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf schenken die Clowns den jungen Patient*innen mit ihren regelmäßigen Besuchen Momente der Leichtigkeit. Sie helfen den Kindern, neuen Mut zu schöpfen und öffnen Türen für die therapeutische Arbeit. Auch dieses wichtige Angebot kann 2026 fortgesetzt werden.

 


Spenden für Medizin-Bereich

Eine Kinderkrankenschwester für unsere Kleinsten

Die Zahl psychischer Störungen bei Kindern steigt seit Jahren deutlich an, insbesondere seit der Corona-Pandemie. Belastungsfaktoren wie eingeschränkte soziale Erfahrungen, reduzierte Interaktionsmöglichkeiten und familiäre Belastungssituationen tragen dazu bei, dass bereits junge Kinder vermehrt psychische Symptome entwickeln.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf gGmbH, die KJP, setzt genau hier an. Ihre Station 11 ist auf die frühe Behandlung von Säuglingen, Klein- und Vorschulkindern im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren spezialisiert – ein im Vergleich zu anderen Einrichtungen außergewöhnlich früher Ansatz.

Ein besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit mit der Erwachsenenpsychiatrie des Hauses in der Eltern-Kind-Klinik. Hier können psychisch erkrankte Eltern gemeinsam mit ihren ebenfalls belasteten Kindern behandelt werden. Dieses Konzept hat Modellcharakter in Deutschland, da es familiäre Zusammenhänge gezielt in die Therapie einbezieht und nachhaltige Verbesserungen ermöglicht.

Der Bedarf an solchen Angeboten ist hoch. Dank großzügiger Spenden konnte die personelle Ausstattung der Station 11 durch eine zusätzliche Kinderkrankenschwester verbessert werden. Diese unterstützt die Kinder im Alltag, gibt Sicherheit und ermöglicht eine intensivere Betreuung.

Wir danken insbesondere der Stiftung Hamburger Hilfsspende für ihren besonderen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung der frühen psychiatrischen Versorgung. Sie ermöglicht konkrete Hilfe und schafft die Grundlage für eine stabile Entwicklung.

Ein EEG-Labor für die Epilepsie

Dank großzügiger Spenden konnten wir in unserer Epilepsien Spezialambulanz für Anfallserkrankungen im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf (EKA) ein EEG-Labor einrichten.

Der Fachbereich Epilepsie setzt sich seit Jahren konsequent für Menschen mit Epilepsie ein. Mit dem Neubau des Krankenhauses erweitert sich unser Fachbereich. Damit müsste auch die Zahl der Geräte wachsen, doch hierzu fehlten die Mittel. EEGs werden bei unserer Patientengruppe oft benötigt, und die Kapazitäten reichten bei weitem nicht aus. Wir benötigten dringend ein eigenes EEG-Gerät in eigenen Räumen. Zusammen mit den für die Behandlung erforderlichen Ausstattungen nennt man dieses ein „EEG-Labor“.

Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkran-kungen: Etwa 1 Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen, das sind rund 18.100 Menschen allein in Hamburg. Zum Vergleich: An Multiple Sklerose sind etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung erkrankt, an Parkinson ca. 0,2 Prozent. Die Patientengruppe ist groß: In der Epilepsie Spezialambulanz im EKA werden pro Jahr ca. 5.000 Patientinnen und Patienten behandelt, davon ca. 40% Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen.

Unser besonderes Angebot ist die Schwangerschaftsberatung und -betreuung. Mehr als 200 Beratungen pro Jahr finden im Beratungszentrum statt, ca. 100 Kinder werden jährlich in Begleitung des Epilepsie-Zentrums Hamburgs geboren.

Konkrete Wirksamkeit: Mit dem EEG-Gerät in eigenen Räumen können wir nun über 2.000 Patient*innen pro Jahr mehr erreichen. Patient*innen können regelmäßiger Untersuchungen wahrnehmen, die ihnen zustehen und auf deren Durchführung die Patient*innen ansonsten oft monatelang warten müssen.

Und: Durch regelmäßige EEG-Untersuchungen im ambulanten Rahmen können sogar stationäre Aufnahmen teils verkürzt und im besten Fall sogar vermieden werden! Wir danken all unseren Spender*innen sehr herzlich.

 


Gemeinsam Teilhabe stärken

Mehrmals im Jahr versenden wir Spendenbriefe, die konkrete Angebote und Hilfsprojekte der Stiftung vorstellen, die eine zusätzliche Finanzierung benötigen. Auf unsere Briefpost und die digitalen Infos per Newsletter erhielten wir 2025 vielfache Spenden und sehr positive Rückmeldungen. Wir danken allen Menschen, die uns mit ihren Zuwendungen weiterhin den Rücken stärken. Sie machen damit viele unserer Projekte überhaupt erst möglich. Hier einige Beispiele, für die 2025 viele Spenden bei uns eingegangen sind:

Vielleicht erinnern Sie sich an unseren Spendenaufruf zur Unterstützten Kommunikation (UK). Dabei ging und geht es um Menschen, die sich ohne Hilfsgeräte kaum mitteilen können. Dank vieler Spenden konnten wir neue Geräte für unsere UK-Leihbibliothek anschaffen. Für die Betroffenen ist das ein sehr großer Schritt: Es bedeutet mehr Selbstbestimmung, mehr Selbstvertrauen und mehr Teilhabe im Alltag. Geräte können getestet werden und die Bestellung eines eigenen Gerätes kann danach stattfinden.

Auch unser Projekt zur zahnmedizinischen Versorgung im SIMI, dem Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion, ist dank vieler Spenden deutlich vorangekommen. Ziel ist es hier, Behandlungen möglichst ohne Narkose durchzuführen. Wenn dies nicht möglich ist, sollen sie so schonend wie möglich sein. Das ist eine große Entlastung für Menschen, die besondere Ruhe und Sicherheit brauchen.

Nicht zuletzt hat eine breite Unterstützung zu Weihnachten dafür gesorgt, dass wir auch 2026 besondere Momente ermöglichen können. So dürfen Kinder mit und ohne Behinderung zum Beispiel eine Reise an die Ostsee erleben. Gemeinsam zu lachen, zu spielen, das Meer zu erleben wird Ermutigung und mehr Selbstvertrauen geben. Und echte Teilhabe im Alltag möglich machen. Diese drei Beispiele zeigen, was Spenden-Engagement bewirkt: mehr Selbstbestimmung, mehr Lebensqualität und Angebote, die sich direkt an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Dafür danken wir allen Unterstützer*innen sehr.

 


 

Stiftungsprojekte brauchen Spenden

„Jede Spende leistet einen sehr wertvollen Beitrag, so dass gerade auch Menschen mit Behinderung das selbstbestimmte Leben führen können, welches sie für sich wünschen. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!“
Kirsten Hagemann, Leitung Fundraising
Ev. Stiftung Alsterdorf

Gerade auch freie Spenden ermöglichen eine schnelle Hilfe. Denn sind Geräte etwa in Werkstätten, medizinischen Einrichtungen oder auch Hilfsmittel in Wohngruppen oder Betreuungs-Einrichtungen defekt, muss oft sehr schnell Ersatz her. Sei es etwa für einen Braille-Drucker für Blindenschrift, ein Massagegerät in einer Therapie-Einrichtung oder auch für einen Sonnenschutz, damit Menschen gefahrlos gemeinsame Stunden im Garten verbringen können. Geldmittel aus dem Fördertopf der freien Spenden sind 2025 u.a. auch genutzt worden, um etwa die inklusiven Sportangebote auszubauen.

Dank engagierter Spender*innen sind wir für 2026 gut aufgestellt, um erste innovative Vorhaben zu starten. Wir danken allen sehr herzlich – stärken Sie uns bitte auch weiterhin so tatkräftig den Rücken. Für noch mehr innovative, inklusive Projekte, die wir gemeinsam umsetzen können.

 


 

Nachfolgend finden Sie unseren Finanzbericht – mit einer Mehrspartenrechnung (GuV), Bilanz und dem Prüfbericht der unabhängigen Prüfungsgesellschaft.

Mehrspartenrechnung 2025 herunterladen

 

Allgemeine Erläuterungen

Allgemeine Angaben und Erläuterungen

Als Mitglied des Deutschen Spendenrats bekennt sich die Evangelische Stiftung Alsterdorf zu Transparenz und ethischen Grundsätzen im Spendenwesen und erklärt mit der Selbstverpflichtungserklärung, dass den Grundsätzen des Deutschen Spendenrats entsprochen wurde.

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf verpflichtet sich:

  • nicht mit Geschenken, Vergünstigungen oder Vorteilen zu werben, die inhaltlich oder im finanziellen Aufwand nicht dem Satzungszweck entsprechen
  • nur in angemessener Form zu werben
  • den Verbraucherschutz in jeder Hinsicht zu achten
  • den Schutz der Spenderadressen zu respektieren
  • sich mit Buchführung und Jahresabschluss nach den Grundsätzen des Institutes der Wirtschaftsprüfer (IDW) prüfen zu lassen
  • trägen/Aufwendungen und projektgebundenen Spenden
  • jährlich den Wirtschaftsprüfer im Rahmen einer erweiterten Prüfung hinsichtlich unserer Einhaltung der Grundsätze des Deutschen Spendenrats e. V. zu beauftragen, soweit es die Rechnungslegung betrifft.

Personal- und Vergütungsstruktur des Bereichs Spende

Im Jahresdurchschnitt waren 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Teilbereich Spende der Evangelischen Stiftung Alsterdorf angestellt. Die Vergütung im Bereich Spenden unserer Stiftung erfolgt nach dem Tarifvertrag KTD.
Es werden keine Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Einwerbung von Spenden gezahlt.

I. Finanzbericht

Der Spendenbereich ist ein Teilbereich der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, Hamburg – ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Die der Geschäftstätigkeit des Teilbereichs zuzuordnenden Vermögensgegenstände und Schulden werden wie folgt separiert: Die laufenden Geschäftsvorfälle, Vermögensgegenstände und Schulden werden unter sachgerechter Abgrenzung in zwei separaten Buchungskreisen der Stiftung geführt. Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen dem Teilbereich und der Stiftung werden als Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Erträge und Aufwendungen erfasst. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und zur transparenteren Darstellung um die Posten „Erträge aus Spenden“ und „verwendete Spendenmittel“ erweitert.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden analog zum HGB und zu den Regelungen des IDW RS HFA 21 angewendet.

III. Erläuterung zur Bilanz

  1. Anlagevermögen
    Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen (als Download auf www.alsterdorf.de abrufbar).
  1. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
    Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
  1. Eigenkapital
    Aufgrund von Zustiftungen von 5.450,00 € beträgt das festgesetzte Kapital zum 31. Dezember 2025 1.135.352,82 €.
  1. Sonderposten
    Der Sonderposten für noch nicht aufwandswirksam verwendete Spenden hat sich aufgrund von Eingängen des Jahres in Höhe von 1.195 T€ und Verwendungen in Höhe von 1.112 T€ von 3.194 T€ auf 3.277 T€ erhöht.
  1. Sonstige Rückstellungen
    Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von insgesamt 22 T€ betreffen Rückstellungen für Personalansprüche (18 T€) und ausstehende Rechnungen (4 T€).
  1. Verbindlichkeiten
    Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit 1.803 T€ Spendenweitergaben (VJ: 1.569 T€) und mit 221 T€ Lieferungen und Leistungen (VJ: 170 T€). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen in Höhe von 1.553 T€ (VJ: 1.407 T€) auf die anderen Geschäftsbereiche der ESA und mit 472 T€ (VJ: 332 T€) auf die Tochtergesellschaften der ESA.

Aufgrund von Eingängen des Jahres in Höhe von 2.194 T€ (davon Zinsen von 30 T€) und Verwendungen in Höhe von 2.413 T€ haben sich die Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden von 2.807 T€ auf 2.587 T€ verringert.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus noch nicht abgerechneten Nachlässen in Höhe von 452 T€ (VJ: 314 T€) enthalten.

 

 


 

Abschlussbemerkungen

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes  Hamburg-Nord vom 08. Oktober 2025, Steuernummer 17/409/00559, als ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf zahlt weder an fest angestellte Mitarbeitende noch an Dienstleister erfolgsabhängige Provisionen. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V. und garantiert damit, dass alle Spendengelder bestimmungsgemäß und sachgerecht verwendet werden. Der Jahresabschluss des Teilbereiches Spenden der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Mehrspartenrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025, wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RMS Ebner Stolz GmbH & Co.KG geprüft und mit einem
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

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Spendenzertifikat für die Evangelische Stiftung Alsterdorf

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist langjähriges Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V., der sich gemeinsam mit den ihm angehörenden Spenden sammelnden Organisationen das Ziel gesetzt hat, die ethischen Grundsätze im Spendenwesen in Deutschland zu wahren und zu fördern sowie den ordnungsgemäßen treuhänderischen Umgang mit Spendengeldern durch freiwillige Selbstkontrolle – gemäß seinen Grundsätzen – sicherzustellen. Denn wer spendet, will sich sicher sein: Die Hilfe kommt an. Wir setzen Ihre Spende effizient ein und berichten darüber transparent. Das bestätigen uns unabhängige Prüfer. Die Einhaltung dieser Grundsätze wurde auch von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfergesellschaft im Auftrag des Vorstands des Deutschen Spendenrats geprüft und hat zu keinerlei Beanstandungen geführt. Das Spendenzertifikat können nur Mitglieder des Deutschen Spendenrats erhalten. Der Vergabe geht ein mehrstufiges Verfahren voraus.

Die Kriterien für die Vergabe des Spendenzertifikats orientieren sich an den Grundsätzen des Deutschen Spendenrats. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf bestätigt mit der Verwendung dieses Zertifikats nach bestem Wissen und Gewissen den ordnungsgemäßen treuhänderischen und verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Sie wird auch weiterhin die Satzung mit den Grundsätzen nebst Anlagen und Selbstverpflichtung des Deutschen Spendenrats e.V. beachten und einhalten.

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Zahlen und Fakten

7.357

Mitarbeiter*innen

471

~ Mio. Bilanzsumme

4

~ Mio. eingenommene Spenden

Mehrere Personen umarmen sich und lachen miteinander. Zentral steht ein blonder Mann, der in die Kamera blickt. Sie alle stehen vor einem pinken Hintergrund und tragen pinke Kleidung.

In der besten Gesellschaft!

„Einigkeit und Recht und Barrierefreiheit“ – unter anderem mit dieser Forderung setzt die Evangelische Stiftung Alsterdorf in ihrer Imagekampagne 2025 ein deutliches Zeichen. Die Botschaft: Wir machen uns für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft stark, in der Menschen mit und ohne Behinderung selbstbestimmt leben können und die Unterstützung erhalten, die sie dafür brauchen. Für uns in der ESA ist das die Beste Gesellschaft.

„Wir wollen die Evangelische Stiftung Alsterdorf als großen Unternehmensverbund mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Arbeitsbereichen in Hamburg, Schleswig-Holstein und dem Norden Niedersachsens sichtbarer und hörbarer machen – als starke Stimme für eine gerechte Gesellschaft und als Motor gesellschaftlicher Entwicklung. Damit nicht alles so bleibt, wie es ist!“, erklärt Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der ESA, das Ziel der Kampagne „In diesen Zeiten setzen wir damit bewusst ein positives Zeichen – gegen Ausgrenzung, rechte Strömungen, Hass und Feindseligkeit. Denn wir sind überzeugt: In der besten Gesellschaft zählt das Miteinander.“

Entwickelt und gestaltet wurde die Imagekampagne gemeinsam mit der Berliner Werbeagentur glow communication. So entstanden starke Motive, die in und um Hamburg in Präsenz und Online die ESA sichtbar gemacht haben.

Das Besondere hierbei: Mitarbeiter*innen, Klient*innen und Beschäftigte standen für die Produktion der Motive und des Imagefilms gemeinsam vor der Kamera. Was dabei entstanden ist? Echte Freude und Engagement, dabei zu sein und mitzuwirken – wie es sich eben für die beste Gesellschaft gehört!

Von Mai bis Ende August 2025 hingen die Plakatmotive in und um Hamburg – an und in U- und S-Bahnhöfen und beispielsweise an prominenten Locations wie den Jungfernstieg. Der Kampagnenfilm „In der Besten Gesellschaft“ zeigt zudem, wie vielfältig die beste Gesellschaft sein kann. Allein auf der META-Plattform Instagram hat dieser bereits über 134.000 Aufrufe. Ehrung für die Sichtbarkeit der ESA gab es dann im Juni 2026: Die ESA erhielt in Berlin den Politikaward für die „beste gesellschaftliche Kampagne“.

Auf dem Plakat steht links in pink und blau Einigkeit und Recht und barrierefreiheit. Auf dem Bild auf der rechten Seite schauen einen intensiv drei Personen an, ein Mann und zwei Frauen. Eine der Frauen sitzt in einem Rollstuhl.
Kampagnen-Motiv "Einigkeit
Man sieht Teile der Gebäude des Koops-Quartiers. Die Häuser sind drei Stockwerke hoch und haben bodentiefe Fenster.

Wohnen auf inklusivem Raum: Koops-Quartier eröffnet

Das Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und ihre Gebäude spiegeln die Geschichte wider, wie eine Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung umgeht: Von der abgeschlossenen, umzäunten Sonderwelt der ehemaligen Anstalt hin zu einem offenen Raum der Begegnung. Insofern ist Geländeentwicklung auch immer das Gestalten von Inklusion. 2025 ist das Koops-Quartier mitten auf dem Stiftungsgelände eröffnet worden: Ein inklusives Quartier mit 90 Neubauwohnungen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenwohnen können.

Vor Eröffnung des inklusiven Wohnquartiers stand hier noch das Carl-Koops-Haus. Ein sternenförmiges Gebäude aus den 1980er-Jahren, in dem Menschen mit Behinderungen untergebracht und betreut wurden. Ziemlich schnell war klar, dass dieses Hochhaus mit seinen langen Gängen nicht dem entsprach, wie man Menschen mit Behinderung begegnen wollte: Als Menschen mit dem Recht auf Selbstbestimmung und Selbstständigkeit. So kam die Zeit für etwas Neues – nur der Name bleibt. Mit dem Namen erinnert die Stiftung an Carl Koops, einem Jungen mit Behinderung aus dem Gängeviertel, der mit dem Stiftungsgründer Heinrich Sengelmann im Jahr 1863 auf das heutige Stiftungsgelände zog.

Das neu gebaute Koops-Quartier soll vor allem eines erreichen: Dass Menschen und Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam in einem Quartier wohnen können – egal ob allein oder in einer Gruppe, mit oder ohne Behinderung, jung oder alt.

„Wir haben das Quartier bewusst als Schritt in Richtung einer offenen und inklusiven Gesellschaft geplant“, so Hans-Martin Fäller von der Abteilung Immobilien, Bau und Technik (IBT) der ESA. Das heißt konkret: barrierefreie Aufzüge, Türen, die sich elektrisch öffnen, ebenerdige Wohnungen mit bodentiefen Duschen – und eine Kooperation mit den Assistenzgesellschaften der ESA und dem Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf. Insgesamt sind 28 der 90 Wohnungen im Koops-Quartier für Tochtergesellschaften der ESA reserviert, damit Menschen mit Behinderung den Wohnraum finden können, der zu ihren Bedürfnissen passt.

Die alsterdorf assistenz west betreut mit ihren Assistenzleistungen Bewohner*innen in zehn Einzelwohnungen sowie eine Wohngemeinschaft für bis zu vier Personen. Die alsterdorf assistenz ost unterstützt mit ihren Mitarbeiter*innen Bewohner*innen in acht Wohnungen, teilweise mit Kindern mit Behinderung. „Das heißt, die Menschen mit Behinderung können ohne eine 24-Stunden-Betreuung selbständig leben und nehmen nur die Hilfen in Anspruch, die sie für ein selbstbestimmtes Leben benötigen,“ erläutert eine Assistenzteamleitung. Statt in einem Wohnhaus nur gemeinsam mit Menschen mit Behinderung zu leben, wohnen sie nun im Koops-Quartier in einem „völlig normalen“ Umfeld, das mit seiner Barrierefreiheit aber nicht nur auf Menschen mit Behinderung abgestimmt ist. Auch älteren Mitbewohner*innen und Familien mit Kindern kommt das zugute.

Weitere acht Wohnungen wurden über das Epilepsie-Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf für junge Menschen mit Epilepsie vergeben. Diese 1-2 Zimmer-Wohnungen sind bezüglich der Ausstattung besonders auf ein erhöhtes Sturzrisiko für Epilepsie-Patient*innen ausgerichtet. „Wir haben uns sehr gefreut, für unsere jüngere Patient*innen-Klientel mit Epilepsie dieses besondere Wohnangebot vermitteln zu dürfen,“ so Dr. Katja Brückner und Dr. Maike Frost aus dem Team der Neuropsychologen im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf. Frost begleitet auch nach Einzug weiterhin mit Rat und Tat die Bewohner*innen der „Epilepsie-Wohnungen“. Obwohl: „Diese brauchen meine Hilfe gar nicht mehr so viel,“ freut sich Frost über den Erfolg des Projekts.

Bereits kurz nach dem Einzug in das neue Quartier wächst im Koops-Quartier nämlich eine Nachbarschaft, die zusammenhält. Mit Koch- und Gartengruppen oder regelmäßigen Frühstückstreffen bleiben die Nachbar*innen untereinander stets in Kontakt. Diese Angebote haben die Anwohner*innen größtenteils selbst ins Leben gerufen – mit der Unterstützung von Quartiersbegleitung Lara Gößling.

Als Ansprechpartnerin für alle Bewohner*innen ist sie an zwei Tagen vor Ort im Quartier. Die Evangelische Stiftung Alsterdorf hat für eine gute Entwicklung des Wohnquartiers für drei Jahre diese Form der Quartiersbegleitung auf den Weg gebracht. Gößling kümmert sich um das Miteinander der Bewohner*innen in und zwischen den Häusern. „Ich unterstütze z.B. bei Kennenlerntreffen, organisiere und unterstütze gemeinsame Aktivitäten im Quartier, bin aber auch Ansprechpartnerin und Mittlerin zwischen Mietverwaltung und Nachbarschaft,“ so Gößling.

So unterstützt Lara Gößling beispielsweise bei der Vorbereitung von Nachbarschaftstreffen, stellt Kontakte her oder hat ein offenes Ohr für alle Anwohner*innen. Gößling organisiert aber auch größere Projekte, die das Zusammenleben fördern – wie zum Beispiel einen lebendigen Adventskalender im Quartier. „Es macht sehr viel Freude, die so unterschiedlichen Wünsche und Ideen aller Bewohner*innen in ihrer Entwicklung zu unterstützen,“ so Gößling. „Denn diese sind so vielfältig wie die Bewohner*innen des Quartiers – das macht mir riesigen Spaß und ist eine tolle Aufgabe, das Quartier auf seinem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft zu begleiten.“

Das inklusive, moderne Wohnquartier für Menschen mit und ohne Behinderung zeigt, wie es gehen kann, das inklusive Miteinander. Und bereits kurz nach dem Einzug der ersten Bewohner*innen ist klar: Hier entsteht eine Nachbarschaft, die halten wird.

Zwei Männer mit Brille sind auf dem SIMI-Fest und lächeln in die Kamera.

Versorgungslücke geschlossen – 10 Jahre Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion

Als das Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI) am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf 2015 eröffnet wurde, war es eines der ersten Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) bundesweit.  2025 wurde Jubiläum gefeiert und Bilanz gezogen:

Inzwischen gibt es in Deutschland über 50 solcher Zentren, die auf die Behandlung von Menschen mit komplexen Behinderungen spezialisiert sind. Und das SIMI ist dabei eines der Größten: Über 1.000 Patient*innen aus ganz Norddeutschland werden hier pro Quartal von einem interdisziplinären Team aus inzwischen 50 Mitarbeiter*innen behandelt. Und der Bedarf ist weiterhin groß, täglich gibt es Anfragen.

Was 2015 mit den Fachrichtungen Neurologie, Psychiatrie, Innere Medizin und Orthopädie begann, wurde – entsprechend der Bedarfe – kontinuierlich weiterentwickelt. Und so gibt es in dem ambulanten Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf (EKA) inzwischen neben den vier ursprünglichen Fachrichtungen auch Angebote für Ergo- und Physiotherapie, Logopädie und Beratung für Unterstützte Kommunikation (UK) sowie Sprechstunden für Schlafmedizin und Psychologische Diagnostik. In 2025 neu dazugekommen sind auch zahnmedizinische und gynäkologische Sprechstunden. „Immer da, wo wir gesehen haben, dass es in der Regelversorgung an Angeboten fehlt, haben wir uns bemüht, Versorgungslücken zu schließen“, erklärt Dr. Janina Schwabl, Neurologin und Oberärztin am SIMI.

Ärztliches und therapeutisches Personal der unterschiedlichen Fachrichtungen arbeitet dabei eng zusammen. In Abstimmung mit den behandelnden niedergelassenen Ärzt*innen, den Patient*innen und ihren Angehörigen bzw. Betreuer*innen führen sie notwendige Untersuchungen durch, erstellen Therapiepläne und stellen eine optimale Heil- und Hilfsmittelversorgung sicher.

„Die Geschichte des SIMI ist eine Erfolgsgeschichte, die wir auch dank der Unterstützung der Stadt Hamburg, der Krankenkassen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung und auch der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hamburg schreiben konnten und können“, sagt Ulrich Scheibel, Medizin-Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA).  „Aber es gibt leider weiterhin Versorgungslücken in der medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen.  Auf diese Lücken werden wir auch weiterhin hinweisen, denn Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf eine gute medizinische Versorgung wie alle anderen auch. Gesundheit ist ein wesentlicher Aspekt von Teilhabe.“

Und so setzt sich die ESA auch für Verbesserungen in der Regelversorgung ein. SIMI-Ärzt*innen bieten beispielsweise Fortbildungen in der Hamburger Ärztekammer zum Thema medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen an. Das ESA-Projekt Gesundheit 25* fördert eine bessere Vernetzung in den Stadtteilen.

Die Mitarbeitenden des SIMI schneiden zu ihrem Jubiläum eine Torte an.

Rückblick – Start des SIMI

Die Initiative für ein MZEB in Hamburg war vor über zehn Jahren von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ausgegangen. Denn Eltern und ihre Kinder mit komplexen Behinderungen, die im – ebenfalls zur Evangelischen Stiftung Alsterdorf gehörenden – Werner Otto Institut oder anderen sozialpädiatrischen Zentren oft jahrelang behandelt worden waren, fanden für ihr Kind mit dem 18. Geburtstags plötzlich keine Versorgung mehr. Das Problem: Sozialpädiatrische Zentren dürfen nur Kinder und Jugendliche behandeln, und das Regelsystem der Arztpraxen ist oft nur unzureichend in der Lage, diese Menschen zu versorgen. Neben der Barrierefreiheit ist fehlendes Fachwissen von Ärzt*innen oft eine Hürde. Außerdem wird der Zeitaufwand für Diagnostik und Behandlung der Zielgruppe nicht ausreichend vergütet.

Die Folge: Krankheiten werden teilweise nicht rechtzeitig erkannt oder nicht angemessen behandelt. Für die Patient*innen bedeutet das unter anderem unnötige Schmerzen und eine längere Krankheitsdauer bis hin zum vermeidbaren frühzeitigen Tod. Deshalb gibt es das SIMI als Ergänzung zum medizinischen Versorgungsangebot durch niedergelassene Ärzt*innen. Die Behandlungen, für die eine entsprechende haus- oder fachärztliche Überweisung vorliegen muss, werden von den Krankenkassen bezahlt.

Für viele Menschen, die im SIMI behandelt werden, ist es die erste medizinische Behandlung seit Jahren. Hier wird großen Wert auf eine angstfreie Atmosphäre gelegt. Dazu gehört auch, den Menschen die Zeit zu lassen, die sie brauchen. Das Spektrum an spezialisierten Behandlungen wurde zudem immer weiter ausgebaut: So gibt es beispielsweise Botulinumtoxingaben bei Spastik, Schluckuntersuchungen per Endoskopie, oder Schlaf-Messungen (Polygraphie).

Der Aufbau neuer Angebote ist oft nur durch großzügige Spenden möglich, zum Beispiel für die Anschaffung eines barrierefreien Zahnarztstuhls. Und die bleiben auch in Zukunft wichtig. So besteht Bedarf an einem dritten Ultraschallgerät sowie einem modernen Elektrophysiologie-Gerät, mit dem die Nervenleitgeschwindigkeiten gemessen werden können.

Eine Frau mit Brille sitzt auf einem Zahnarztstuhl. Rechts und links von ihr sind Mitarbeiterinnen der Zahnbehandlung postiert.

Inklusive medizinische Versorgung weiter ausbauen

In den vergangenen Jahren hat die Evangelische Stiftung Alsterdorf ihr langjähriges Erfahrungswissen im Bereich der medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderung gebündelt und neue Angebote entwickelt. Dazu zählt neben dem SIMI beispielsweise der bundesweit erste Qualitätsvertrag zur Versorgung von Menschen mit Behinderung im Krankenhaus, der 2020 am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf abgeschlossen wurde und der im September 2022 mit dem MSD-Gesundheitspreis für herausragende Gesundheitslösungen ausgezeichnet wurde. Von 2021 bis 2025 lief außerdem das vom Innovationsfonds der Gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Präventionsprogramm „Besser gesund leben“, in Kooperation u.a. mit der HAW und der Hochschule Bielefeld. Im Projekt Gesundheit 25* werden zudem in den Quartieren Akteur*innen vernetzt und beraten. Ziel ist es dabei, die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

Jemand schreibt auf einen Zettel. Man sieht nur den Zettel und eine Hand.

Meldungen

Weitere Meldungen aus der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Bundesverdienstkreuz für Kai Boysen und Thomas Cold

Seit 1988 gibt es „Station 17“: Die Band, die in keine Schublade passt. Künstler*innen mit und ohne Behinderung machen hier gemeinsam Musik. Musik aus dem Bauch heraus, direkt in die Herzen ihrer Zuhörer*innen.

Die Idee zur Band hatte Kai Boysen. Der Punkmusiker arbeitete Ende der 1980er Jahre als Heilerzieher, unter anderem mit den Bewohner*innen der „Station 17“, einer Wohngruppe der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Hier arbeitete auch Thomas Cold – der spätere Gründer der inklusiven Theatergruppe „Meine Damen und Herren“. Längst sind beide Kulturprojekte weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt und zentrale Säulen des Künster*innenkollektivs „barner 16“ der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) unter dem Dach der alsterarbeit gGmbH.

2025 erhielten Kai Boysen und Thomas Cold den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland – für ihr langjähriges Wirken für die inklusive Kunst- und Kultur und für ihr herausragendes gesellschaftliches Engagement.

Überreicht wurde die hohe Auszeichnung von Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda im Rahmen einer Feierstunde in der Kirche St. Nicolaus in Alsterdorf.

Kai Boysen und Thomas Cold halten das Bundesverdienstkreuz in die Kamera.

Demokratie braucht Inklusion

Bundesbehindertenbeauftragter Jürgen Dusel besuchte die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) im November2025. Im Gespräch mit Birgit Pohler, Leiterin der Initiative „Gesundheit für alle – Jetzt!“, dem Vorstandsvorsitzenden Uwe Mletzko und Mitarbeiter*innen der ESA ging es vor allem um die Angebote von gesundheitlicher Versorgung von Menschen mit Behinderung. Auch die ESA-Kampagne „In der besten Gesellschaft“ war Thema des Austausches.

„Was macht ihr eigentlich auf dem CSD?“

Das gleiche wie sonst auch – Haltung zeigen! Im August waren über 260.000 Menschen beim CSD in Hamburg – ein neuer Rekord. Und die ESA war auch 2025 wieder mit einem eigenen barrierefreien Truck dabei

Auf dem Truck zeigten Mitarbeiter*innen, Beschäftigte und Klient*innen, mit und ohne Behinderung, queer oder nicht, gemeinsam Flagge für Selbstbestimmung – auch in der Sexualität.

Am Sonntag des CSD-Wochenendes haben die Ev. Stiftung Alsterdorf und die St. Pauli Kirche unter dem Motto „Schützt queeres Leben – lebt Inklusion“ gemeinsam Gottesdienst gefeiert – mitten auf St. Pauli. Der Gottesdienst hat ein Zeichen gesetzt: gegen Diskriminierung, für eine offene Gesellschaft, in der alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit willkommen sind.

„Viele queere Menschen mit Behinderung erleben doppelte Ausgrenzung. Wir wollen deutlich machen: Inklusion und Vielfalt gehören zusammen. Dafür stehen wir an jedem Tag im Jahr“, so Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Alles für Alle x sportlicher Marktplatz

Zwei beliebte Events fanden 2025 das erste Mal gemeinsam statt: Das Musikfestival „Alles für Alle“ vom Künstler*innenkollektiv barner 16 und der „Sportliche Marktplatz“ vom Bereich Sport & Inklusion der ESA.

Beide Bereiche verbinden damit ihre bekanntesten Veranstaltungen und feierten auf dem Hof der Barnerstraße 16 in Altona ein großes Sommerfest mit Programm von Musik und Kultur bis hin zu Sport und Bewegung. Auf der OpenAir Bühne spielten diverse Bands aus der barner 16 sowie das Theaterkollektiv „Meine Damen und Herren“. Währenddessen konnten Gäste die verschiedensten barrierefreien Sportarten ausprobieren: von Rollstuhlsport und Tanz bis hin zu Fitness und Judo.

Das Beste daran? 2026r geht es weiter! Unter dem neuen Namen „Alles Fit Festival“ zeigen barner 16 und Sport und Inklusion im Juni, was sie alles zu bieten haben.

Die ESA in Hannover: Die Beste Gesellschaft auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag

Am Ende war kein Kekskrümel mehr übrig und auch keine Nussecke oder Laugenstange. Der Kaffee war alle, das Glücksrad eierte. Die Kolleg*innen waren erledigt vom Trubel in den Messehallen, dem Ansturm auf das Café „Pause inklusiv“, von vielen Gesprächen am ESA-Messestand. Aber auch euphorisch von den vielen positiven Begegnungen mit den Besucher*innen des Kirchentages.

Deutscher Evangelischer Kirchentag – das heißt: Zehntausende Menschen kommen fünf Tage zusammen (2025 in Hannover), um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, Konzerte zu hören, zu diskutieren, zu singen – und sich davon drei Tage lang in Messehallen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ über die Arbeit von sehr vielen sozialen, diakonischen und kirchlichen Initiativen zu informieren.

Mittendrin das Café „Pause inklusiv“, eine Kooperation von fünf diakonischen Einrichtungen (Himmelsthür, Johannes-Diakonie, Wittekindshof, DACH-Stiftung und ESA) mit der Diakonie Deutschland. Bereits zum fünften Mal waren wir dabei – und das Café ist inzwischen ein fester Anlaufpunkt für viele Kirchentagsbesucher*innen. Kolleg*innen vom alstersnack hatten Kekse in Herzform gebacken und mit einem Team vor Ort – unter der Leitung von Ralf Schlesselmann – zwei Schichten übernommen: Gebäck verkauft, Kaffee ausgeschenkt, Tische leergeräumt, gespült – und alles wieder von vorn.

„Es ist toll, dass sich das Cafe „Pause inklusiv“ als fester Ort auf dem Kirchentag etabliert hat, und gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben wird“, zieht Pastor Christian Möring Bilanz. Im Alltag ist er Seelsorger am Krankenhaus und Pastor an St. Nicolaus in Alsterdorf – aber alle zwei Jahre bringt er gemeinsam mit den Kooperationspartnern das Café zum Laufen. Ein echtes Herzensprojekt.

Gleich nebenan haben wir als ESA unsere Kampagne vorgestellt – mit dem zentralen Bildmotiv „Einigkeit und Recht und Barrierefreiheit“. Viele Menschen drehten am bunten Glücksrad und kamen zu Fragen wie „Was ist für dich die beste Gesellschaft?“  ins Gespräch. Die Antworten reichten von „Mein Hund Otto“, „meine Fußballmannschaft“ und „meine Familie“ bis hin zu „in der besten Gesellschaft respektieren wir uns“, „gibt es keinen Krieg“, „wird niemand ausgeschlossen“.

Wo Natur die Seele heilt: Wald der Sinne an den Heinrich Sengelmann Kliniken eröffnet

Inmitten der Hektik des Alltags sehnen wir uns oft nach Ruhe und Geborgenheit. Der »Wald für die Sinne« auf dem Gelände der Heinrich Sengelmann Kliniken in Bargfeld-Stegen bietet auf einer hektargroßen Fläche die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und dabei neue Kräfte zu schöpfen.

Die offizielle Eröffnung fand im April 2025 im Rahmen des Alsterland-Gottesdienstes statt. Der feierlichen Eröffnungszeremonie unter Leitung von Geschäftsführerin Andrea Nielsen wohnten neben Thomas Rickers, Bürgermeister von Bargfeld-Stegen, Vertreter*innen der Evangelischen Alsterdorf Stiftung, des Förder-, Spender- und Gemeindekreises ebenso Mitarbeiter*innen und Patient*innen bei.

Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten – jeder Sinn wird hier angesprochen. Der Wald für die Sinne bietet gezielt allen menschlichen Sinnen die Möglichkeit, mit neuen Eindrücken eine heilsame Wirkung auf Körper, Geist und Seele zu entfalten.

»Es ist uns ein wichtiges Anliegen, das Bewusstsein und Verständnis für psychische Gesundheit in der Gemeinde und Gesellschaft zu fördern und ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen mit psychischen Erkrankungen sich unterstützt und akzeptiert fühlen«, so Prof. Dr. Mathias R. Lemke, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der HSK.

Kieler Konzert gegen die Kälte

40.000 Euro für den Aufbau eines Tagestreffs für wohnungslose Frauen – das hat das Kieler Konzert gegen die Kälte der stadt.mission.mensch 2025 eingebracht. Unter der Schirmherrschaft von Daniel Günther und mit Sängerin Stefanie Heinzmann als Hauptact wurde die Krusenkoppel in Kiel wieder zum Beben gebracht.

In der Pause konnten die Besucher*innen Leckereien aus dem Stadtmissions-Foodtruck, dem SattMissions-Mobil, sowie hausgemachte gebrannte Mandeln genießen – ganz im Sinne unseres Mottos, dass soziales Engagement auch Spaß machen darf.

Dank rund 1.800 Gästen, vielen Unterstützer*innen und dem Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher kam durch Ticketverkauf, Spenden vor Ort und das kulinarische Angebot eine wirklich beeindruckende Summe zusammen. Die eingenommenen 40.000 Euro fließen nun in den Aufbau eines Tagestreffs, speziell für wohnungslose Frauen* in Kiel. Viele der bestehenden Angebote für Menschen ohne eigenes Zuhause werden fast ausschließlich von Männern* genutzt. Frauen* fühlen sich dort häufig nicht sicher – umso wichtiger ist ein geschützter Raum, der gemeinsam mit wohnungslosen Klient*innen aufgebaut wird.

Schon jetzt ist die Vorfreude groß: Das nächste Konzert gegen die Kälte am 19.09.2026 findet mit Max Mutzke als Hauptact statt. Weitere Informationen über den Ticketverkauf gibt es unter www.stadtmission-mensch.de.

Sängerin Stefanie Heinzmann singt beim Kieler Konzert gegen die Kälte der stadtmission.mensch. Sie trägt kurze blondierte Haare und eine runde Brille.

Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung verabschiedet

Im September 2025 waren alle 480 Führungskräfte der Evangelischen Stiftung Alsterdorf eingeladen, sich im Besenbinderhof in Hamburg zu Führungskräftetag zu versammeln. Diesmal mit besonderer Mission: Es sollten neue Grundsätze zur Zusammenarbeit und guter Führung entstehen. Gemeinsam machten sich die Teilnehmenden Führungskräfte der ESA an die Arbeit – mit Erfolg! Nach den Leitwerten Würde, Freiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe entstanden folgende Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung, die Ende 2025 offiziell von Stiftungsrat und Vorstand verabschiedet wurden:

  • Würde achten und schützen – Wir führen Menschen mit Respekt, Haltung und Achtsamkeit.
  • Freiheit ermöglichen und verantworten – in klarem Rahmen, damit Menschen mutig und verantwortlich wirken können.
  • Verantwortung übernehmen und teilen – Bewusst handeln, Vertrauen schenken, Menschen befähigen für sich, für andere, für das Ganze.
  • Gerechtigkeit gestalten und begründen – Unterschiede wahrnehmen, angemessen ausgleichen, Entscheidungen transparent machen.
  • Nächstenliebe leben und stärken – mit Empathie und Klarheit führen, damit Vertrauen und Zusammenhalt entstehen.

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