Ein Mann arbeitet an einem PC.

Mit der Psyche arbeiten

Zweimal die Woche kommt Gerd Joppe ans Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Denn dort hat er seinen Arbeitsplatz. Was so einfach klingt, war ein schwieriger Weg.

Aufgrund einer psychischen Erkrankung war Gerd Joppe jahrelang aus dem Arbeitsmarkt raus. Wenn man erstmal den Stempel „vollständige Erwerbsminderung“ hat, dann bedeutet das oft, dass man für immer raus aus dem Arbeitsleben ist. Dabei muss man sich nicht abstempeln lassen.

Gerd Joppe hat aktiv nach einem Job gesucht und kam über alsterarbeit und startpunkt job in Kontakt mit dem UKE. startpunkt job ist eine Maßnahme von alsterarbeit, einem Beschäftigungsträger der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA).

startpunkt job vermittelt Menschen mit psychischer Erkrankung

Menschen mit psychischer Erkrankung haben keine Lobby. Sie fallen oft durchs Raster, weil die Erkrankung nicht sichtbar ist.Nicole Grösch, Leitung startpunkt job

Und genau deshalb entstand die Maßnahme startpunkt job. Denn auf die Besonderheiten und Bedürfnisse bei psychischen Erkrankungen wird in der Vermittlung von Jobs kaum geachtet – auch in der Eingliederungshilfe.

Und so arbeitet startpunkt job:

Zurück ans UKE: Von der Hospitation zum Job

Und wie kam Gerd Joppe ans UKE? Ottmar Heesen, der Inklusionsbeauftrage des UKE, stand schon länger in Kontakt mit alsterarbeit. Beide Seiten hielten sich auf dem Laufenden, was für Stellen im UKE offen sind und ob Teilnehmende von Reha-Maßnahmen passen könnten.

Es begann mit einer Hospitation und aus einem Nebensatz wurde so viel mehr:

Da Ottmar Heesen bald in den wohlverdienten Ruhestand geht, ist Gerd Joppe schon in der nächsten Hospitation. Gerade probiert er zwei andere Abteilungen aus, die nach Heesens Ausscheiden für ihn in Frage kommen.

Sich für Inklusion öffnen heißt Lernen

Die Zusammenarbeit mit startpunkt job bereitete auch Ottmar Heesen in seiner Funktion als Inklusionsbeauftragten augenöffnende Momente: Menschen mit psychischer Erkrankung und generell mit Behinderung passen nicht auf Stellen, sondern auf Aufgaben.

Früher haben wir sehr technokratisch nur anhand unserer Stellenausschreibungen gesucht. Jetzt suche ich nach Menschen, die Qualitäten und Fähigkeiten mitbringen und finde Möglichkeiten, diese im UKE unter Beweis zu stellen.Ottmar Heesen, Inklusionsbeauftragter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)

Dafür arbeitet Ottmar Heesen mit einem internen Netzwerk aus Mitstreiter*innen zusammen. Die Bereiche Gastronomie, Service und Logistik sowie die Bautruppe haben sich dafür bewährt. Der wissenschaftliche und medizinische Bereich sowie die Arbeit am Krankenbett eignen sich eher nicht.

startpunkt job und das UKE bleiben weiterhin im Austausch. Denn Menschen in Arbeit zu bringen ist ein fortlaufender Prozess.

 zu startpunkt job

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