Ein Mann schaut nach links und lacht.

Viel zu sagen

Ein Raum voller Menschen – Gespräche rechts und links. Aufgeregte Stimmen hallen umher und man selbst ist mittendrin. Man würde gerne mitreden – aber kann nicht sprechen. Dabei hat man doch so viel zu sagen! Aber um einen herum kann einen keiner verstehen. Obwohl man körperlich im Raum ist, ist man nicht Teil des Gesprächs.

So geht es vielen Menschen, die nicht auf bekannten Wegen kommunizieren können. Vielleicht können sie von Geburt an nicht sprechen oder haben Einschränkungen, die Gespräche erschweren. In alltäglichen Situationen fühlt man sich dann oft ausgeschlossen und übergangen.

Aus genau diesem Grund hat sich das Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation entwickelt. UK ist eine Möglichkeit und eine Notwendigkeit für alle, die nicht über gesprochenen Sprache an Gesprächen und dem Leben teilhaben können.Gesine Drewes, Projektleitung der Initiative „Unterstützte Kommunikation – Teilhabe stärken!“ der ESA.

Unterstützte Kommunikation (UK) umfasst alle Maßnahmen, die dabei helfen zu verstehen und sich mitzuteilen. Eine Form der Unterstützung kann ein Talker sein.

Was ist ein Talker?

Der Talker kann wie ein normales Tablet aussehen – aber als Sprachcomputer kann er noch viel mehr. Grundlegend kann man auf dem Talker Wörter und Sätze auswählen, die der Computer dann ausspricht. Einen Talker zu nutzen, kann lebensverändernd sein – zum Beispiel für Anton Wolter. Anton ist 19 Jahre alt und benutzt einen Talker, seitdem er drei Jahre alt ist.

Jeder Talker ist individuell an den Nutzer angepasst – es gibt zum Beispiel auch Talker, die ohne Infrarotsignal und mit Handberührungen bedient werden können. Was aber oft gleich ist, ist das Sprachsystem – das nutzt Symbole, die man auswählen kann, um Wörter oder ganze Sätze zu sprechen.

Es geht auch anders: METACOM-Symbole

Eine Hand tippt auf einen Taster mit METACOM-Symbolen.

Es geht aber auch ohne High-Tech: Thomas arbeitet in der Tagesförderungsstätte der alsterdorf assistenz ost in der Hauptkirche St. Petri. Unter anderem verkauft er dort Tickets für den Kirchturm. Thomas kann nicht gut sprechen – trotzdem gehört es zu seinen Aufgaben, an der Kasse zu arbeiten. Wie geht das?

Für den Verkauf  arbeitet Thomas mit sogenannten METACOM-Symbolen. Auf Tastern waren verschiedene Sätze programmiert, die abgespielt werden, wenn er sie drückt. So kann auf Knopfdruck erfragt werden, was Kund*innen möchten, wie viele Tickets sie brauchen und Thomas kann erklären, wo sich Kund*innen eintragen müssen und wie sie bezahlen können. Wann er welchen Knopf drücken muss, hat Thomas schnell selber einstudiert.

Neben den Tastern liegen Kärtchen mit Symbolen. Das sind METACOM-Symbole – eine anerkannte Symbolsammlung für Unterstützte Kommunikation. Jedes Symbol steht für ein Wort und ist dabei immer gut erkennbar und niedrigschwellig gestaltet. Mittlerweile können circa 17.000 Wörter mit Hilfe von METACOM-Symbolen abgebildet werden und sind so leichter zugänglich für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Symbole wie METACOM helfen dabei, die richtigen Wörter und Sätze zu finden.

Die Symbole werden nicht nur für Talker oder Buzzer eingesetzt, sondern sind vielseitig unter anderem in der Eingliederungshilfe vertreten. Ein weiteres Beispiel aus der Tagesförderungsstätte in der Petrikirche: Ein Tagesplan für die Klient*innen. Wie ein Tag in der Petrikirche so aussieht, kann man in diesem Video der alsterdorf assistenz ost erkennen:

Für Anton und Thomas bedeutet Unterstützte Kommunikation vor allem eins – eine Möglichkeit, besser am Leben teilzuhaben. Allerdings gibt es trotzdem noch zu viele Menschen, die Unterstützte Kommunikation brauchen und sie noch nicht erhalten. Damit unser Angebot wachsen kann und wir mehr Fachkräfte für Unterstützte Kommunikation ausbilden können, brauchen wir Ihre Spende!

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Die Evangelische Stiftung Alsterdorf setzt sich für mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft ein – und Unterstützte Kommunikation fördern ist für uns ein Teil von gelebter Inklusion. Seit der 2019 gegründeten Initiative „Unterstützte Kommunikation – Teilhabe stärken!“ wird Unterstützte Kommunikation in den Arbeitsbereichen der Stiftung bereits vielfältig eingesetzt.

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